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Stimmen aus Prag – Teil 2

Stimmen aus Prag – Teil 2

Kurze Interviews mit einigen Teilnehmern des Trägerkreis-Treffens von Miteinander für Europa in Prag – Teil 2

„Identity is something what we desperately need!“ Pavel Fischer, Senator in the Czech Parliament

„Europa ist sehr bewegt“. Valerian Grupp, CVJM Esslingen, Deutschland

„Abbiamo un grande fondamento che ci lega.“ Matthias Leineweber, Comunità di Sant’Egidio, Germania

„Pour leur communiquer la beauté“. François Delooz, Communauté de Sant’Egidio, Belgique

„I realised the strength of the Movements.“ Pavel Černý, Pastor, Czech Republic

Zweiter Tag von MfE in Prag

Zweiter Tag von MfE in Prag

Der zweite Tag der Begegnung von Miteinander für Europa in Prag sollte den Teilnehmenden einen genaueren Blick auf die Situation des Glaubens und der Kirchen in Tschechien ermöglichen. Daher gab es neben vielen Möglichkeiten zum persönlichen Austausch und zum Gespräch in kleineren und größeren Gruppen drei größere thematische Impulse.

Jaroslav Šebek, Historiker und Mitglied des Instituts für Geschichte der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, sprach zunächst zum Thema „Die Kirchen in der Tschechischen Republik und die Herausforderungen der heutigen turbulenten Zeit“. Die Flüchtlingskrise sei für die Zukunft der europäischen Integration ein grundsätzlicher Prüfstein geworden, an dem unterschiedliche Konzepte aufeinanderprallen „und wieder steht hier symbolisch Ost gegen West“, so Šebek. Ein Problem der heutigen Zeit sei die von den sozialem Medien mitbewirkte „Kommunikationsverkapselung“. „Während in der Zeit des Kommunismus bei uns eine Informationswüste herrschte, bewegen wir uns heute in einem Informationsdschungel.“ Das Ergebnis, so Šebek, sei dasselbe: „Orientierungsverlust und eine größere Anfälligkeit für Manipulation sowie Misstrauen gegenüber allem und jedem.“ Besonders schwierig sei, dass in einer solchen Situation auch die Repräsentanten der Kirche nach Orientierung suchten.

Pavel Fischer, Senator im Tschechischen Parlament, beschrieb ebenfalls die aktuelle Situation Tschechiens und stellte aus gesellschaftspolitischer Sicht die Herausforderungen dar. Er betonte die Wichtigkeit der emotionalen Identifikation mit einer persönlichen gesellschaftlichen Erfahrung. Sie entstehe in einem konkreten Sprach- und Erfahrungsraum. Die Einheit Europas gehe nur über das Ernst-nehmen aller lokalen Identifikationsvorgänge und der einzelnen Menschen, mit denen man gemeinsam unterwegs sei. Die Vision eines geeinten Europas könne nur entstehen, wenn die Politik Subsidiarität beachte und die Vielfalt der europäischen Völker, Sprachen und Kulturen respektiere und fördere.

Interview „Identity is something what we desperately need!“ Pavel Fischer

Interview „Let’s engage on the very local level!“ Pavel Fischer

Tomáš Halík, tschechischer Soziologe, Religionsphilosoph und römisch-katholischer Priester (Templeton-Preis 2014), stellte im Rahmen seines Beitrages zur religiösen Situation in seinem Heimatland in einem großen Bogen die geschichtliche Entwicklungen der tschechischen Kirche bis in die heutigen Tage dar. Dabei wurde deutlich, dass der Versuch der Kirche, den gestern gelebten Glauben für das heute und die Zukunft anzubieten, gescheitert ist. Die traditionelle Volkskirche habe heute keine Kraft mehr, weil ihre Biosphäre immer mehr verschwinde. Die Religion habe heute weitgehend keinen Einfluss mehr auf den Stil des Denkens der heutigen Generation. Diese lebe im neuen Kosmos des Internets. „Die neue Generation ist nicht bereit, die Religion ohne Argumente zu empfangen.“ Heute sei die Kirche herausgefordert, sich vor allem auf die Suchenden einzustellen. Diese seien sozusagen die „größte Diözese“. Nachdrücklich betonte Halík: „Die Zukunft der Kirche hängt an ihrer Bereitschaft, mit den Suchenden zu kommunizieren, die Suchenden zu begleiten.“ Der Glaube dürfe keine Ideologie der präzisen Antworten sein, sondern es gehe darum mit den Suchenden einen Weg zu gehen. Weil jeder die Frage nach dem Sinn habe, müsse die Kirche auch für alle da sein, nicht nur für die Frommen. Halík lud die Zuhörer ein, mutig zu sein und die anderen, die auf anderen Wegen die Wahrheit suchen, ernst zu nehmen und mit ihnen einen Dialog zu führen.

Der reich gefüllte Tag endete mit einer Gebetszeit, in der alle Überlegungen und Themen des Tages sowie die Zukunft Europas vor Gott gebracht wurden. Daran schloss sich ein festliches Abendessen mit kulturellem Programm an.

Heinrich Brehm

 

Auf den Spuren der „samtenen Revolution“

Auf den Spuren der „samtenen Revolution“

Miteinander für Europa 2018 in Prag

Prag, Hauptstadt der Tschechischen Republik, ein Land im Herzen der historischen und kulturellen Wegkreuzung Europas, wird vom 15.-17.11.2018 das jährliche Treffen des Trägerkreises von Miteinander für Europa beherbergen.

Die großen Ereignisse Mitteleuropas – und insbesondere die des tschechischen Volkes – werden den Hintergrund bilden für diese neue Etappe von Miteinander für Europa, das sich für den gegenseitigen Respekt und den Dialog zwischen verschiedenen kulturellen und politischen Identitäten einsetzt.

Im November 2017 hatte der europäische Trägerkreis von Miteinander für Europa in Wien, der Brückenstadt zwischen Ost und West, getagt. Mit einem weiteren Schritt gen Osten, findet die Begegnung diesmal in Prag, im östlichen Mitteleuropa statt. Der gemeinsame Wunsch besteht darin, sich den aktuellen, schwerwiegenden Schwierigkeiten, Vorurteilen und Ängsten zu stellen, die vor allem zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, aber auch darüber hinaus, existieren. Ein Leben nach dem Evangelium, das aus der Gegenwart Christi in und zwischen den christlichen Gemeinschaften Stärkung und Licht erhält, möchte Zeugnis dafür geben, dass der Weg zu einem Europa als „Haus der Nationen und Familie von Völkern“ keine Utopie ist.

Auf den Spuren der „samtenen Revolution“

Genau am 17. November gedenkt man in der Tschechischen Republik des Beginns der „sametová revoluce“ (der friedlichen Revolution, als „samtene“ bezeichnet), die auch aus diesem Land einen Protagonisten des noch andauernden europäischen Wiedervereinigungsprozess machte. Diese Übereinstimmung ruft die Freunde von Miteinander für Europa auf, ihr gemeinsames Engagement zu erneuern: In die postsäkulare Kultur den Geist des christlichen Humanismus einzubringen und damit einen Beitrag zu leisten, einem geeinteren Europa Leben und Gestalt zu geben.

Der bekannte Theologe und Philosoph Tomas Halik, persönlicher Freund von Vaclav Havel, Jaroslav Sebek, Mitglied des Historischen Instituts der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, und Pavel Fischer, vielversprechender tschechischer Politiker, werden zusammen mit Verantwortlichen und Vertretern verschiedener Bewegungen, Gemeinschaften und Organisationen die Tagung mit Beiträgen und Zeugnissen eröffnen. Die Tagung in Prag hat sich ein hohes Ziel gesteckt: An ein anderes Europa zu erinnern, an das Europa der großen Hoffnungen und Verheißungen, die aus dem reichen Erbe einer ethnischen, sozialen und kulturellen Vielfalt hervorgehen, die nach Gemeinschaft und Dialog strebt.

Das Ereignis in Prag wird so zu einer wichtigen Etappe in der Geschichte von Miteinander für Europa, das sich unermüdlich für ein von Einheit, Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit geprägtes Europa einsetzen möchte. Es wird auch eine gute Gelegenheit sein, um sich gemeinsam auf die nächsten Wahlen zum Europäischen Parlament vorzubereiten.

Den Abschluss der Begegnung wird ein offener Abend bilden, mit der Teilnahme von Repräsentanten der Bewegungen und Gemeinschaften aus verschiedenen Kirchen, die in Tschechien vertreten sind.

Adresse: Mariapolizentrum, Mladoboleslavská 667, 190 17 Praha 9 – Vinoř, Tschechische Republik  – Tel. +420 286 007 711; email: cmpraha@espol.cz  www.centrummariapoli.cz

Beatriz Lauenroth

Foto: Canva

 

Die Wahrheit siegt

Die Wahrheit siegt

Europa lebt von den Ideen, aus denen es entstanden ist

Zur Vorbereitung auf das Treffen des Trägerkreises von Miteinander für Europa, hier drei Fragen an Jiři Kratochvil aus Prag, Experte für den Dialog zwischen den verschiedenen europäischen Kulturen.

Das nächste Treffen des Trägerkreises von „Miteinander für Europa“ findet in Prag statt, Land der „Hussiten“, des „Prager Frühlings“ und der „Samtenen Revolution“. Die große Geschichte des tschechischen Volkes wird den Rahmen zum Dialog unter den Teilnehmern bilden. Wir kann man diese Geschichte vertieft verstehen?

Es ist eine bewegte Geschichte, gekennzeichnet von großen idealistischen und spirituellen Aufbrüchen, von der Suche nach Gerechtigkeit und Wahrheit, die aber oft in große Ernüchterung endete. Dies war gerade bei den drei erwähnten Ereignissen der Fall: Die hussitische Bewegung entbrannte nach dem Tod des Priester Jan Hus, der 1415 auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde und der für seine Anhänger als Märtyrer für die Wahrheit galt. Leider haben die darauffolgenden Kriege, in denen es nicht mehr um die Wahrheit, sondern um Macht ging, das Land komplett verwüstet. So auch viele Jahrhunderte später, 1968, als die Hauptakteure des „Prager Frühlings“, die mit der begeisterten Unterstützung der ganzen Nation – so etwas hatte es zuvor nie gegeben – ein sozialistisches Regime mit einem „menschlichen Gesicht“ errichten wollten, das frei sein sollte von den Lügen und Grausamkeiten der nahen Vergangenheit. Leider wurde diese Hoffnung von den Raupen der Panzer vernichtet und machte einer allgemeinen Resignation Platz, die auch durch das heldenhafte Opfer von Jan Palach (einem Studenten, der sich aus Protest lebendig verbrannte) nicht zum Stillstand kam.

Und dann 1989 die „Samtene Revolution“, an die sich viele von uns noch gut erinnern; sie stand unter dem Wort ihres Hauptprotagonisten, Vaclav Havel: „Liebe und Wahrheit müssen über Lüge und Hass siegen.“ Niemand ahnte jedoch, dass ein so langer Kampf folgen werde: Die geistigen Früchte der ersten Monate, die man bei den Kundgebungen auf der Strassen und Plätzen so stark wahrgenommen hatte, wurden immer geringer weil sie vom Pragmatismus einer „Technologie der Macht“ ersetzt wurden.

Die Fahne des Präsidenten der Tschechischen Republik trägt den Schriftzug „die Wahrheit siegt“. Allerdings wurde die ursprüngliche Version – „Gottes Wahrheit siegt“ – abgeändert. Wir aber sind sicher, dass am Ende der Geschichte Seine Wahrheit siegen wird. Aber vielleicht muss sie zuvor noch manche Niederlage erfahren, wie uns die Geschichte (nicht nur die tschechische) lehrt, aber das entbindet uns nicht von der Pflicht, stets auf Seiner Seite zu stehen, auf der Seite Seiner Wahrheit.

„Miteinander für Europa“ möchte einen Beitrag zur Förderung der Einheit zwischen Ost- und Westeuropa leisten. Welche Rolle fällt dabei der Tschechischen Republik zu?

Aufgrund seiner zerrissenen religiösen Geschichte ist die Tschechische Republik ein sehr säkularisiertes Land. Die Mehrheit seiner Bevölkerung will sich nicht mit einer Kirche identifizieren. Aber das heißt nicht, dass sie atheistisch ist; erstaunlicherweise geht die Zahl derer, die sich als Atheisten bezeichnen, immer mehr zurück. Unter den Menschen, unter den Jugendlichen und auch unter den Intellektuellen gibt es eine starke Sensibilität für spirituelle und kulturelle Werte. Das kam zum Beispiel 2009 beim herzlichen Empfang, den die akademische Gemeinde von Prag Papst Benedikt XVI bereitet hat, zum Ausdruck. Vielleicht hat gerade diese Begegnung den Papst bewogen, einen „Vorhof der Völker“  als Raum für den Dialog mit der „säkularisierten“ Welt einzurichten.

Als Christen verschiedener Kirchen, die untereinander vereint sind, gemeinsam nach möglichen Formen dieses Dialogs zu suchen, das könnte eine Aufgabe für Miteinander für Europa sein. Säkularisierten Laien mit unterschiedlichen Merkmalen und Zügen gibt es in ganz Europa. Tschechien könnte zu einer kleinen „Werkstatt“ der Begegnung mit ihnen werden.

Mit dem Blick auf die Zukunft Europas, welche weitere Herausforderungen zeichnen sich ab auf dem Weg zum angestrebten Ziel, der Einheit?

Eine sehr schwierige Frage, deren Antwort mir zwar nicht einfach, aber gleichzeitig auch logisch erscheint. Man sagt, dass jede Nation – und dies gilt auch für einen Kontinent – von den Ideen lebt, aus denen sie entstanden ist. Man braucht sich nur in Erinnerung zu rufen, woraus das Europa, in dem wir heute leben, hervorgegangen ist: aus Jerusalem (Glaube), aus Athen (Vernunft) und aus Rom (Recht). Auf diesem sicheren Fundament sind seine kulturelle, spirituelle und materielle Größe und sein Reichtum gewachsen. Heute stehen wir vor der Situation einer Völkerwanderung, ähnlich wie die zu Beginn des Mittelalters: Die größte Herausforderung besteht darin, mit dem Anderssein der Neuankömmlinge, die sicherlich viele sein werden, leben zu können, denn die Migrationsströme werden nicht nur aus politischen und wirtschaftlichen Gründen, sondern vor allem aus klimatischen Gründen anhalten.

Wir dürfen uns nichts vormachen: Europa, wie wir es kennen, wird früher oder später verschwinden, nicht zuletzt wegen der sinkenden Geburtenraten. Wir Christen müssen die „kreative Minderheit“ bilden und zu diesen starken Wurzeln unserer Tradition und zu allen wahren Werten, die daraus hervorgegangen sind, zurückkehren, ohne uns jedoch den neuen Impulsen zu verschließen. Auf dieser spirituellen Grundlage können wir mit der Gnade Gottes, um die es immer zu beten gilt, die neue Einheit des neuen Europas suchen.

Jiři Kratochvil, Jahrgang 1953, Wirtschaftsstudium in Prag. Er hat viele Jahre in den Finanzabteilungen von verschiedenen staatlichen Unternehmen gearbeitet. Nach dem Fall des Kommunismus hat er der Caritas beim Wiederaufbau geholfen. Er hat in Kanada, Italien und Deutschland gelebt, sowie in Tschechien und in der Slowakei. Derzeit arbeitet er in Prag als Übersetzer in der tschechischen Bischofskonferenz.

Foto: Prag: ©Canva; Jiři Kratochvil: privat

Slowenien: dynamischer Dialog zwischen Bewegungen

Slowenien: dynamischer Dialog zwischen Bewegungen

Der 1. Februar war für uns Vertreter verschiedener Bewegungen und Gemeinschaften ein besonderer Tag. Zum ersten Mal waren wir im Slowenischen Parlament im Sitz der Christlich Demokratischen Partei zu Gast, um Miteinander für Europa vorzustellen. 

Jožef Horvat, Präsident des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und seine Mitarbeitern haben uns herzlich empfangen. Der ungarische Professor für Kommunikation und Experte für Ost-West Beziehungen, Pal Toth, hat die Spannungen zwischen Ost- und Westeuropa aufgezeigt und erklärt, wie Miteinander für Europa zur Lösung dieser Probleme beitragen kann. Danach hat der Präsident alle – einschließlich den anwesenden ehemaligen Kultusminister – aufgefordert, ihre Gedanken mitzuteilen. Präsident Horvat und seine Mitarbeiter haben uns am Ende für unseren Besuch herzlich gedankt und uns versichert, dass sie unseren Beitrag und unsere Erfahrung schätzen. Im Blick auf den 9. Mai wollen sie dem Slowenischen Parlament vorschlagen, einen der beiden freien Tage um den 1. Mai auf den 9. Mai, dem Europatag, zu verlegen.

Am Abend sind wir als Vertreter der verschiedenen Gemeinschaften und Bewegungen erneut zusammen gekommen – anwesend waren auch der Erzbischof von Ljubljana, Stanislav Zore und Pal Toth – um uns darüber auszutauschen, was uns im vergangenen November beim Treffen des Trägerkreises von Miteinander für Europa in Wien bewegt hatte. Das ökumenische Gebet im Stephansdom hatte uns besonders angesprochen und uns Mut gemacht, konkrete Schritte für die Versöhnung in Slowenien einzuleiten. Danach sprach Prof. Pal Toth über „die Kultur der Begegnung und des Dialogs zwischen Ost- und Westeuropa“ gefolgt von Prof. Igor Bahovec der unterstrich, wie wichtig es sei, Orte der Begegnung und des Dialogs zu finden. Außerdem forderte er dazu auf, bei unseren Gründern die europäischen Wurzeln wieder zu entdecken. Die Bewegungen können gemeinsam mit allen Menschen guten Willens konkrete Antworten auf die Frage nach dem Europa des Geistes geben.

Anschließend haben wir für die nächsten Jahre 5 Schritte vorgestellt, die auf große Zustimmung gestoßen sind. Als Bewegungen und Gemeinschaften die im Miteinander für Europa vernetzt sind, spüren wir eine „zweite Berufung“: Wir wollen uns nicht nur für unsere eigene Bewegung einsetzen, sondern auch miteinander unterwegs sein. Bischof Zore hat uns ermutigt, öfter solche Begegnungen einzuplanen, denn nur das Miteinander ist fruchtbar: Nur gemeinsam können wir für das Christentum Zeugnis ablegen, gemäß dem Gebet Jesu „alle sollen eins sein“ (Joh 17,21).

Es war danach selbstverständlich, dass wir den „Bund der gegenseitigen Liebe“ feierlich erneuert haben. Der Abend verlief weiter mit Fragen, Antworten und Vorschlägen; auch ein Radio-Interview stand auf dem Programm. In einem geschwisterlichen Dialog haben sich unsere gegenseitigen Beziehungen und unsere Entscheidungen gefestigt. Jemand hat es so formuliert: es ist ein Funke der Begeisterung aufgeleuchtet. Christus war wirklich unter uns und hat unsere Schritte auf ein immer umfassenderes Miteinander und eine fruchtbare Zusammenarbeit zu Gunsten Europas orientiert.

Pavel und Marjana Snoj, Vertreter von MfE in Slowenien  

 

Eine Kultur des Miteinanders zeichnet sich ab

Eine Kultur des Miteinanders zeichnet sich ab

Samstag, 9. Dezember 2017, CVJM-Haus in Würzburg:  ca. 100 Personen aus fast 50 in Deutschland aktiven Initiativen, Gemeinschaften und Bewegungen, die dem Miteinander für Europa verbunden sind, kommen zu ihrem nationalen Treffen zusammen.

„Miteinander – wie sonst? So lässt sich für mich überschreiben, was wir an diesem Tag in Würzburg erlebt haben. So viel gemeinsame Wegstrecke, bei der immer wieder aufgeleuchtet ist, was uns verbindet und welche Kraft versöhntes Miteinander hat! In der Tat zeichnet sich hier eine „Kultur des Miteinanders“ ab, der ich von Herzen wünsche, dass sie in unseren Gemeinschaften, in unserem Land, aber auch in ganz Europa Raum gewinnt“, fasst Sr. Nicole Grochowina von der Christusbruderschaft Selbitz, ihren Eindruck von diesem Tag zusammen. Und sie fährt fort: „Und deshalb bin ich ganz dafür, dass wir uns weiter besuchen und Grenzen überschreiten; dass wir in Ost und West neue Freunde finden und dass wir dem Miteinander quer durch Europa weiterhin Gestalt geben – und auch uns davon beschenken lassen.“

Tagesthemen

Neben einem Rückblick auf Miteinander-Erfahrungen stand in diesem Jahr, 18 Jahre nach seiner Gründung, vor allem die Frage nach dem zukünftigen Weg des ökumenischen Netzwerkes im Mittelpunkt der gemeinsamen Überlegungen.

„Die Einheit des Volkes Gottes, besonders hinsichtlich der Frage, wie Ost- und Westeuropa mehr zusammenkommen können, ist eine Herausforderung für den zukünftigen Weg des Miteinanders“, berichtete Gerhard Proß vom kürzlich stattgefundenen europäischen Trägerkreis-Treffen in Wien.

Miteinander – Erfahrungen 

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer erzählten spontan über ihre positiven Erfahrungen des vergangenen Reformations-Gedenk-Jahres. Gute Erfahrungen gab es auch mit dem „Gebet für Europa“ anlässlich des 60. Jahrestag der „Römischen Verträge“ und im Anschluss an den Versöhnungsgottesdienst der evangelischen und katholischen Kirche in Hildesheim. Roswitha Fürg, Fokolar-Bewegung Solingen, ist „beeindruckt von der Offenheit und Tiefe des Miteinanders, das im Laufe der Jahre gewachsen ist. Die spontanen Berichte der Teilnehmer zeigten, wie Gott an vielen Orten Menschen unterschiedlicher Konfessionen und Gemeinschaften dazu führt, sich für Einheit einzusetzen.“

Früchte des „Miteinander“ nach 18 Jahren

Anhand des Bildes eines Baumes im Wachstum leitete Schwester M. Vernita Weiß, Schönstatt-Bewegung, in einem weiteren Schritt den gemeinsamen Blick auf Früchte des Miteinander für Europa nach 18 Jahren. Angesprochen wurden die tiefen Wurzeln, aus denen ein fruchtbarer Baum der Einheit für Europa gewachsen ist und wächst.

Europa in der Herausforderung – Eine Kultur des Miteinanders

Hinsichtlich eines Europas, das aus politischer Sicht vor vielfältigen Herausforderungen steht, sieht Gerhard Proß den Auftrag von Miteinander für Europa zunächst darin, das Miteinander zu leben und sich vor allem im Gebet für Europa zu engagieren. Allerdings braucht es auch die Unterscheidung der Geister. „In einer Zeit, in der die alten Ungeister, die Europa schon mehrfach in die Katastrophe geführt haben, wieder Urstände feiern, sprechen wir unser Nein zu den Nationalismen und desto klarer unser Ja zum Evangelium, zur Versöhnung und zur Liebe (…) Ja zu einer Kultur der Beziehung und der Bündnisse – Nein zu aller Vereinfachung und zu platten Lösungen. (s. auch Beitrag zum 60. Jahrestag der Römischen Verträge, 24.3.2017 

Schritte auf dem Weg in die Zukunft

Hinsichtlich der nächsten Schritte, teilten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Vorschläge, die sich während dem jährlichen Trägerkreises-Treffen in Wien entwickelt hatten. Besonders angeregt wurden u.a. Begegnungen und gegenseitiges Kennenlernen mit Partnern in Zentral- und Osteuropa sowie die Idee, den 9. Mai (der schon als Europatag gilt) 2018 und 2019 als einen „Tag des Miteinanders für Europa“ in den Städten und Regionen zu feiern.

„Wir haben eine ausgeprägte Atmosphäre der gegenseitigen Wertschätzung und Achtung, aber auch der Ehrlichkeit erfahren“, beschreiben Ehepaar Elisabeth und Hans-Georg Hagmann, Schönstatt-Bewegung, ihren Eindruck. Johannes Golling, Vorsitzender des Julius-Schniewind-Haus e.V. fasst sein Erlebnis des Tages so zusammen: „Das Sich-Begegnen und –Besuchen, das Schließen von Freundschaften, das Aufeinander-Hören und sich öffnen für das, was dem anderen heilig ist, entwickelte in der Vergangenheit eine Dynamik, die an diesem Tag noch einmal an einer Fülle von Beispielen vor Augen geführt wurde“.

Siehe auch die ausführliche Berichterstattung auf der deutschen Homepage >

Text und Foto: Heinrich Brehm 

Juntos por México

Juntos por México

Das Netz des „Miteinander“ kommt in Übersee an

Der Name „Miteinander für Mexiko“ sagt viel, aber nicht alles. Die Bedeutung der „Nationalen Union katholischer Bewegungen“ in Mexiko ist nicht leicht zu erklären – man muss sie erleben. Das zweite nationale Treffen von „Juntos por México“ (JXM), das in der Stadt Querétaro vom 6.-8. Oktober 2017 stattfand, hat das eindrücklich bezeugt. Mehr als 60 Bewegungen, Laienorganisationen, katholische Institute, Vertreter von Laienräten aus mehr als 90 mexikanischen Diözesen (praktisch alle) – insgesamt etwa 4.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer,  Jugendliche und Erwachsene – kamen zu diesem „Miteinander für…“: für ein geschwisterliches Mexiko, für eine Nation die durch die Werte des Evangeliums, durch die Liebe, erleuchtet, geheilt und erneuert wird. Eine Plattform des Dialogs, der Gemeinschaft, der Evangelisierung innerhalb der Kirche, um dann „gemeinsam aufzubrechen“ und am Bau einer neuen Gesellschaft mitzuwirken.

In der Botschaft, die am Ende der Veranstaltung formuliert und von den Teilnehmenden auf einem 20 Meter langen Band unterzeichnet wurde, steht: Wir wollen Menschen sein, die danach trachten, Samen eines neuen Volkes zu werden, dort wo wir leben und uns begegnen. Wir wissen uns aufgerufen von IHM, der uns einlädt im Zeichen der Nächstenliebe zu dienen und uns für ein Mexiko einzusetzen, das solidarisch ist in seinen zivilen Werten, geeint in der kulturellen Vielfalt, ein Land, das sich entschieden für jede einzelne Person einsetzt.

Dies geht auch aus dem Leben und aus vielen Eindrücken hervor, wie die nationalen JXM- Verantwortlichen, Carlos Valle und Esther Pèrez, in der ersten Pressekonferenz unterstrichen. Letztere hob die Wichtigkeit der Gemeinschaft und der Einheit hervor, sowie der Notwendigkeit, über die Rolle der Frau nachzudenken. Alle, einschliesslich des Bischofs der Diözese Querétaro, Faustino Armendáriz, haben auf die Rolle der Laien in den zivilgesellschaftlichen Aktionen zugunsten der Familien und der sozialen Gerechtigkeit hingewiesen.

Die Familie war auch das „Leitmotiv“ der starken Botschaft, die Papst Franziskus dem Treffen zukommen liess. Darin rief er zur Unterstützung und zur Förderung der Arbeit zugunsten der Familie, wie auch der Einheit und des Lebens auf; er erhoffe sich davon „viele Früchte, damit sich die mexikanische Gesellschaft zu einer authentischen Familie wandeln könne, in der sich niemand mehr ausgeschlossen fühlt und alle persönlich die Zärtlichkeit und Nähe Gottes erfahren können.“

Fest, Gesänge, Betrachtungen, Workshops. Ein buntes Programm, ganz darauf ausgerichtet, konkrete Antworten und Wege zum Slogan zu finden: „Laien: Brechen wir gemeinsam auf, um die Welt zu erneuern. Es ist an der Zeit!“

Die Erdbeben vom 7. und 19. September 2017 haben im Land ihre Spuren hinterlassen – auch durch die spontan ausgelöste, starke und einschneidende Solidarität in den am meisten betroffenen Städten! Eine Solidarität, die das wahre Gesicht des mexikanischen Volkes gezeigt hat und das in diesen Tagen auch die Hoffnung zum Ausdruck gebracht hat, dass sich dieses „wahre Gesicht“ nicht nur in Notfällen zeigen möge, sondern auch im gesellschaftlichen Alltag.

In zwölf Workshops wurden wichtige Aspekte des gesellschaftlichen Lebens aufgegriffen: Wirtschaft, Politik, Erziehung, Migration, Korruption und Legalisierungskultur, Kommunikation, Ökologie, ehrenamtliche Sozialarbeit, Jugend, Familie, gesellschaftliches Gefüge, Friedensarbeit, Soziallehre der Kirche.

Als konkreter Schritt ist eine Vernetzung von ehrenamtlichen Sozialeinsätzen entstanden. Es soll die zahlenreichen Programme, die bereits von Bewegungen und Gemeinschaften gefördert werden, artikulieren und miteinander in Verbindung bringen. Da die Einsatzgebiete dieser  Programme vielfältig sind, wird das Netz die Aufgabe haben, Wege der Zusammenarbeit zu schaffen um so die Möglichkeit zur Teilnahme und den Einfluss auf die mexikanischen Gesellschaft zu erweitern.

Raffaele Massolin

Der Stephansdom Wien im Zentrum Europas

Der Stephansdom Wien im Zentrum Europas

Ökumenisches Gebet für Europa. Am 9.11.2017 stand der Stephansdom im Zentrum Europas. 

Sichtbar, einladend, europäisch – so präsentierte sich heute Abend das „Ökumenische Gebet für Europa“ im Stephansdom in Wien.

Im Herzen der österreichischen Hauptstadt waren am Vorabend ihres jährlichen Kongresses Menschen der christlichen Netzwerkorganisation Miteinander für Europa und aus ganz Österreich zusammengekommen. Ihr Anliegen: Einheit und Versöhnung der verschiedenen Konfessionen und Kulturen sowie Solidarität und Integration in Europa.

Mit Christoph Kardinal Schönborn, der eine ökumenische Schar geistlicher Würdenträger anführte, versammelten sich Hunderte von Menschen unter dem  Lettner-Kreuz im Dom, Erinnerung an die Opfer der zwei Weltkriege. „Von uns wird heute nicht erwartet, dass wir in Europa herrschen, sondern dienen“, unterstrich der Kardinal in seiner Ansprache.

In starker Verbundenheit erklang dann das feierliche Gebet um ein Miteinander von Kulturen, Generationen und um den Frieden. “ „Das Gebet war ein vielsprachiges, sichtbares, europäisches Hoffnungszeichen“, sagte  ein  Teilnehmer des Abends. „Es gibt Mut für die Zukunft.“

Video Ökumenisches Gebet Stephansdom>

Beim anschließenden Empfang unterstrichen Landessuperintendent Thomas Hennefeld, Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), und Jörg Wojahn, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, die christlichen Werte als Basis für ein geeintes Europa. „Wir brauchen jeden“, lud der Vertreter der EU die Anwesenden mit Nachdruck ein.

Nach dem 9.11. 1938 (Reichspogromnacht),  dem 9.11. 1989 (Fall der Berliner Mauer) wird der 9.11.2017, Tag des ökumenischen Gebets, vielleicht eine bedeutende Etappe auf dem Weg des Miteinander und ein Zeichen für Europa?

Beatriz Lauenroth;  Foto: Annemarie Baumgarten

Grußwort Thomas Hennefeld MfE Wien 9.11.2017 (195.5 KB, 54 downloads)
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555 Jahre!

555 Jahre!

„Verborgene Schätze“ in Wien

31.10.2017 = 555 Jahre! Ich verrate das Geheimnis: 500 Jahre = Luthers Reformation; 50 Jahre = so alt bin ich an diesem Tag geworden! 5 Jahre = so lange lebe ich in Österreich.

Als ich diesen sympathischen Zusammenfall  von Ereignissen feststellte, fragte ich mich: Wie kann ich meinen Geburtstag feiern und meine persönliche Geschichte mit jener der Ökumene in Beziehung bringen?

Ich bin Schweizerin, meine Mutter gehört der reformierten Kirche an, mein  Vater ist katholisch. Wir Kinder wurden in der reformierten Kirche getauft, aber dann haben wir unterschiedliche Wege eingeschlagen. Ich trat als Kind der Katholischen Kirche bei. Dieser lebensgeschichtliche Hintergrund erklärt wohl auch, warum die Leidenschaft für die Einheit der Kirche in mir so gross ist. Heute lebe ich in einer Gemeinschaft der Fokolarbewegung in Wien.

Bei einem Treffen  über geweihtes Leben im ökumenischen Lebenszentrum in Ottmaring (bei Augsburg) mit dem emeritierten lutherischen Bischof Herwig Sturm, durfte ich «Luther» mit Bildern, Worten und Tanz (von Beruf bin ich Tänzerin) vorstellen. Warum dies nicht an meiner Geburtstagsfeier wiederholen?

 

Mehr als 60 Gratulanten fanden sich am 29. Oktober „Am Spiegeln“, dem Begegnungszentrum der Fokolare in Wien, ein. Anstatt mir Geschenke zu bringen, haben sie meinem Wunsch entsprochen, für die Übersetzungskosten beim bevorstehenden europäischen Trägerkreis-Treffen von Miteinander für Europa, im selben Zentrum in Wien, einen Beitrag zu leisten.

Welche Freude dann, den gesammelten Betrag persönlich dem internationalen Komitee überreichen zu können!

Roswitha Oberfeld, Wien

Der Trägerkreis von Miteinander für Europa tagt in Wien

Der Trägerkreis von Miteinander für Europa tagt in Wien

2017 trifft sich der Trägerkreis des Netzwerkes zu seinem jährlichen Kongress (9.-11. November) in Wien, Tor zwischen Ost und West des europäischen Kontinents

Es werden ca. 120 Teilnehmer aus rund 20 west- und osteuropäischen Ländern und 40 Bewegungen erwartet, um sich vor allem über drei Themen auszutauschen:

  1. Welche Kultur entsteht aus der Geschichte des Miteinander für Europa?
  2. Worin besteht unser spezifischer Beitrag zu Europa?
  3. Dialog zwischen Ost und West: eine gegenseitige Bereicherung

Von England bis Russland, von Portugal bis Griechenland spannt sich das Netz der Menschen, die mit diesem Treffen die Gemeinschaft unter ihren Charismen erneuern wollen. Ihr gemeinsamer Auftrag: ein geeintes und vielfältiges Europa mit starker sozialer Bindekraft und kultureller Vielfalt aufzubauen.

Am Ankunftstag, dem 9. November 2017, findet im Stephansdom ein ökumenisches Gebet für Europa statt, zu dem jeder eingeladen ist, der sich den Frieden in Europa und in der Welt wünscht.

Gemeinsam mit Christoph Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien, mit Weihbischof em. Helmuth Krätzl, mit Bischofsvikar Ivan Petkin, bulgarisch-orthodoxe Kirche in Österreich, mit Chorepiskopos Emanuel Aydin, syrisch-orthodoxe Kirche in Österreich, mit Patriarchaldelegat P. Tiran Petrosyan, armenisch-apostolische Kirche, und mit Revd. Patrick Curran, Bischofsvikar der östlichen Diözese der Anglikanischen Kirche in Europa, werden die Anwesenden Nöte und Chancen unseres Kontinents vor Gott bringen. Das Gebetsanliegen ist aktueller denn je: Einheit in Vielfalt, Friede in Gerechtigkeit.

Ein Grußwort haben zugesagt: Thomas Hennefeld, Landessuperintendent der Evangelisch-reformierten Kirche in Österreich und Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, sowie Jörg Wojahn, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich.


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Die Schweizer Spurgruppe und Bruder Klaus

Die Schweizer Spurgruppe und Bruder Klaus

500 Jahre Reformation und 600 Jahre Niklaus von Flüe – was haben diese Gedenkjahre uns heute zu sagen? 260 Personen des Schweizer Netzwerkes Miteinander für Europa aus verschiedenen Kirchen trafen sich am 9. September 2017 zu diesem Thema in der Mehrzweckhalle Flüelimatte.  

Im Mittelpunkt stand die Frage: «Was bedeutet das Leben und Wirken von Bruder Klaus für uns persönlich, für unsere Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, für unser Miteinander?»

Die Teilnehmer aus fast 30 verschiedenen christlichen Bewegungen und Gemeinschaften reisten aus der ganzen Schweiz an. Bereits zu Beginn war spürbar, wie sehr für alle die Begegnung und der Austausch im Zentrum dieses Tages stand. Innerhalb kürzester Zeit hatte sich die Mehrzweckhalle in unzählige, fröhliche, angeregte Runden verwandelt. «Im Miteinander» hatte die Schweizerische Spurgruppe, bestehend aus Vertretern von 10 verschiedenen Bewegungen und Gemeinschaften, diesen Tag geplant und vorbereitet.

Die Tagung war mit den vier Co-Referaten (unterschiedliche Zugänge zu Leben und Wirken von Bruder Klaus), den Chorbeiträgen, den drei Beiträgen der Schauspielgruppe zum Gebet von Bruder Klaus und dem sehr lebhaften, tiefen Podiumsgespräch sehr abwechslungsreich gestaltet.

Pfr. Geri Keller und Roland Gröbli als Bruder Klaus Experten, P. Raffael Rieger als Vertreter für Miteinander für Europa und Alisha Furer, Historikerin, als Vertretung der Jugend, waren die Animatoren der einstündigen Gesprächsrunde. Moderiert wurde sie von Selomie Zürcher, einer Geschichtsstudentin aus der Jahu-Gemeinde. Die Teilnehmer wurden durch Worte des Bruder Klaus angeregt, über ihre eigenen Erfahrungen / Grenzen zu sprechen: Was hindert mich daran, auf Menschen anderer Konfessionen zuzugehen?  Was fördert mich dazu? Welche positiven Erlebnisse von erfahrenem «Miteinander» kann ich weitergeben? Diese Anstöße haben dazu ermutigt und herausgefordert, Vorurteile abzulegen, bewusst den ersten Schritt zu tun, auch im «Miteinander im Alltag, wie etwa während einer Busfahrt».

Auch Bruder Klaus fasziniert gerade eben, weil er etliche Facetten birgt: Klaus der Mystiker, der Mittler, der Bauer, Politiker, Ehemann, Vater und Wegweiser. Einfach gesagt: Klaus der Mensch, Bruder Klaus, ist den Menschen nahe. Er ist aber auch Gott ganz nahe.

Verschiedene Teilnehmer, die aus Interesse an Bruder Klaus gekommen waren, drückten ihre Begeisterung aus, das Netzwerk Miteinander für Europa kennengelernt zu haben. Jemand kommentierte: «Danke für Euren Einsatz fürs MITEINANDER in Europa, ich gehöre ab sofort auch dazu!»

von Elisabeth Reusser

Weitere interessante Beiträge, Presseartikel, Texte und Fotos zu dieser Tagung gibt es auf der Schweizer «Miteinander» Website: http://miteinander-wie-sonst.ch/miteinander/aktuelles

Herzlich Willkommen in Wien!

Herzlich Willkommen in Wien!

WILLKOMMEN, BENVENUTI, WELCOME, VITAJTE, BIENVENUE…

Der Trägerkreis von „Miteinander für Europa“ trifft sich kommenden November in Wien

Ein großes „Miteinander“ soll das Treffen werden – ein tiefes Miteinander, ein sichtbares Miteinander, ein einladendes Miteinander und ein fröhliches europäisches Miteinander.

Da haben wir im Wiener Koordinationsteam viel gegrübelt – nach Rücksprache mit dem Leitungskomitee organisieren wir jetzt den Start am 9. November mit einem ökumenischen Gebet im Stephansdom – mitten in Wien – im Blickpunkt der Öffentlichkeit – mit prominenter Beteiligung. Der Erzbischof von Wien, Kardinal Schönborn hat seine Teilnahme beim Gebet zugesagt, der Bürgermeister von Wien lädt im Anschluss zu einer Agape ein.

9. November Stephansdom – Du kommst doch!“ – jeder, der uns über den Weg läuft bekommt das sehr eindringlich zu hören.

Ob der Stephansdom voll wird? „Die Partitur wird im Himmel geschrieben“ sagt Chiara Lubich – darauf verlassen wir uns jetzt.

das Koordinierungsteam von MfE Wien


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Mut, Europa!

Mut, Europa!

Treffen des Trägerkreises von Miteinander für Europa: 129 Teilnehmer aus 13 europäischen Ländern sind vom 10. bis 12. November 2016 im internationalen Bildungszentrum der Fokolar-Bewegung in Castel Gandolfo bei Rom zusammen gekommen. Acht Sprachen mit vier Simultanübersetzungen: die Vertreter von 39 christlichen Bewegungen und Gemeinschaften haben – wie es einer von ihnen ausgedrückt hat – ein “kleines Pfingstwunder” erlebt.  

Alle Kongressteilnehmer – Verantwortliche oder Vertreter der jeweiligen Bewegung / Gemeinschaft –  waren noch voller Dankbarkeit und Freude über das Ereignis in München im vergangenen Juni-Juli. Und alle sind davon überzeugt: wenn uns vor einem Jahr während des gleichen Treffens in Holland die Nachricht vom Attentat in Paris erreicht hatte, wenn sich vor der Veranstaltung in München der Brexit und in diesen Tagen die Herausforderung nach dem Wahlergebnis in den USA ergeben hat, dann braucht es wirklich mehr denn je das Miteinander für Europa!

Jetzt drängt die Frage: wie wird der Weg des Miteinander in Zukunft aussehen? Welche konkreten Schritte gilt es in den einzelnen Gemeinschaften und Bewegungen, in den Nationen und im Miteinander für Europa zu gehen?

Das Treffen war von diesbezüglichen Anregungen und Vorschlägen charakterisiert. Aus Vorträgen, Gesprächen, persönlichem Austausch und Gruppenarbeit haben sich einige Ideen für das Jahr 2017 entwickelt. Hier nur zwei davon:

  • Am 25. März 2017 jährt sich zum 60. Mal die Unterzeichnung der “Römischen Verträge”, der als einer der wichtigsten historischen Momente im Prozesses der europäischen Integration gilt. Bedeutende Politiker werden sich im Campidoglio in Rom treffen. Miteinander für Europa möchte durch eine Gebetsvigil am Vorabend seine Teilnahme ausdrücken und den Politikern bereits vorab ein Dokument zukommen lassen, in dem es seine Vorstellung von Europa darlegt. Es wäre wünschenswert, dass sich ähnliche Initiativen in europäischen Städten ereignen, in denen das  Miteinander existiert.
  • In diesen Tagen kam unter anderem der Wunsch auf, “Räume der Begegnung” zu schaffen. 2017 möchte man die Gemeinschaft unter den Bewegungen auf Ortsebene intensivieren und erneut ein “Programm für die Städte” anbieten.

Einige Echos während und nach dem Treffen:

Elke Pechmann (Offensive Junger Christen OJC eV.): „Miteinander für Europa ist weder Luxus noch eine hinzugefügte Aufgabe, sondern eine beachtliche Investition für die Gegenwart und die Zukunft Europas.“

Larisa Musina (Trasfiguration Fellowship of Minor Orthodox Brotherhoods, St. Philaret, Moskau): „Um echte Freunde zu werden, muss man sich gut kennen. Wir werden den Dialog zwischen den Ländern im Osten und Westen Europas erweitern. Zusammen mit anderen Ländern Osteuropas haben auch wir Russen dem Westen viel zu geben.“

Pavel Snoj (Fokolar-Bewegung, Slowenien): „Wenn wir wieder in unser Land zurückgekehrt sind, werden wir alle anderen Bewegungen in Slowenien von unserem Treffen hier in Kenntnis setzen. Wir werden dazu auch zwei Bischöfe – je aus der katholischen und der lutherischen Kirche – einladen, damit auch sie wissen, dass sich Laien gemeinsam mit den Kirchen in Europa für eine bessere Zukunft des Kontinents organisieren.“

Selomi Zürcher (JAHU, Schweiz), als Sprecherin der Jugendlichen ihrer Arbeitsgruppe: „Wir empfinden die Zukunft Europas als unsere Sache. Wir wissen die Erfahrung und die Weisheit der Erwachsenen zu schätzen; wir bitten sie uns Vertrauen zu schenken und die Bereitschaft, auch von uns etwas zu lernen. So kann das Europa unserer Väter auch das Europa der Kinder werden.“

Constanze Wolf (Fokolar-Bewegung, Deutschland): „Wie gerne möchte ich meine Begeisterung für das Miteinander anderen Jugendlichen weitergeben! Ich habe begonnen in der Pfarrei und auf Arbeit davon zu berichten, und ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr – in Wien, wo das nächste Treffen geplant ist – zu mehreren sein werden.“

Eines ist gewiss: mehr denn je ist die Erfahrung von Versöhnung und Freundschaft von Menschen aus dem Miteinander für Europa gefragt, damit die “Partitur im Himmel” – wie Chiara Lubich es ausgedrückt hat – entdeckt werden kann.

Das nächste Treffen des Trägerkreises von Miteinander für Europa findet vom 9. – 11. November 2017 in Wien statt.

Beatriz Lauenroth

Europa im Rampenlicht von Jugendlichen

Europa im Rampenlicht von Jugendlichen

Europa? Licht und Schatten ….. und viel zu geben.

Ein Abend mit Jugendlichen aus verschiedenen Teilen der Welt im Sitz des internationalen Sekretariats von Miteinander für Europa.

Sie kamen voller Erwartung, schwungvoll und offen und gleichzeitig mit der Ernsthaftigkeit von Menschen, die wissen, dass heute von Europa reden nicht einfach ist. Der Abend Ende April begann mit einer Pizza und mit köstlichen typischen Gerichten, die die acht jungen Studenten und erst kürzlich Diplomierten aus Ungarn, Slowakei, Brasilien, Kenia, Nigeria und den Philippinen zubereitet hatten.

Überraschend und bereichernd war ihre Sicht von Europa; Licht und Schatten kamen zur Sprache. Voller Interesse folgten sie dem Bericht über den in Kürze stattfindenden Event in München „Begegnung. Versöhnung. Zukunft.“ Im Gespräch kam ihr Anliegen hervor, beizutragen, dass der „Alte Kontinent“ all die Früchte seiner reichen Tradition und Kultur  weitergeben kann an ihre jeweiligs eigene Nation und an die ganze Menschheit.

Beim Blick auf das vorgesehene Programm stellten die Jugendlichen erfreut fest, dass auch Auftritte verschiedener  Musik-Bands am 2. Juli 2016 auf dem zentralen Platz der Stadt geplant sind. Eines der Lieder mit dem Titel „Wir sind eins“  > https://www.youtube.com/watch?v=Y4zX98_Sr4s sprach alle besonders an.

Bis zum Großereignis in München wollen die Jugendlichen Freunde und Bekannte einladen und den Event durch die Sozialen Netzwerke bekannt machen.

Auch wenn einige von ihnen im Juli bereits wieder zurück in ihren außereuropäischen Ländern sind, werden Marcos, Marie und Szabina sicher in München dabei sein und schon jetzt auf ihre Weise Europa aktiv mitgestalten.

 Die Equipe des Internationalen Sekretariats von Miteinander für Europa

Treffen des „Trägerkreises Miteinander für Europa“ 2015

Treffen des „Trägerkreises Miteinander für Europa“ 2015

Vom 12. bis 14. November 2015 fand im Mariapoli-Zentrum Marienkroon in Nieuwkuijk (Holland) das jährliche Treffen des Trägerkreises statt.

101 Teilnehmer von 39 Bewegungen und Gemeinschaften aus 12 europäischen Ländern haben sich gemeinsam mit verschiedenen Aspekten der Veranstaltung ‚München 2016 befasst. Dazu gehört der Kongress im Circus Krone – Bau vom 30. Juni bis 1.Juli 2016 und die Kundgebung auf dem Karlsplatz Stachus am 2. Juli 2016.

Eine allgemeine Vorstellung enthält die Broschüre, die auf dieser Homepage zu finden ist. Spezielle Informationen über den Kongress für Vertreter der Bewegungen und Gemeinschaften enthält der Flyer, der ebenfalls auf der Homepage erscheint. Dort wird es auch nach und nach genauere Hinweise bezüglich der Kundgebung am 2. Juli geben.

Die Foto-Gallerie zeigt die Atmosphäre, das Engagement, die Zusammenarbeit während der Tage in Marienkroon. Auch die Betroffenheit der Teilnehmer aus Frankreich wegen der Pariser Attentate wurde zutiefst geteilt. Die Nachricht war gerade während des Treffens eingetroffen.

das internationale Sekretariat

Netwerkavond international leaders meeting  11/2015

Netwerkavond international leaders meeting 11/2015

Geplaatst 8 okt. 2015 16:10 door Enno Dijkema  

SAMEN VOOR EUROPA INTERNATIONAL LEADERS MEETING
NETWERK AVOND
Vrijdagavond 13 november 2015

CONFERENTIECENTRUM MARIËNKROON, NIEUWKUIJK

De jaarlijks terugkerende international leaders meeting van Samen voor Europa vindt dit jaar in Nederland plaats. Op vrijdagavond 13 november wordt de meeting opengesteld voor vrienden in het Nederlandse netwerk van Samen voor Europa. De genodigde deelnemers maken kennis met Samen voor Europa en haar internationale leiders van circa 15 verschillende landen van Rusland tot Ierland en Zweden tot Portugal, behorende tot zeer uiteenlopende christelijke bewegingen en organisaties.

Recente gebeurtenissen rondom Griekenland en de opvang van vluchtelingen laten zien dat het concept van Europa en van de Europese samenwerking kampt met een gebrek aan een gemeenschappelijk ideaal en gedeelde waarden als solidariteit en onderling vertrouwen. Welke rol spelen we als christenen van verschillende kerken, bewegingen en organisaties in het hedendaagse Europa?

Is het voldoende ons te beperken tot Nederland als missiegebied of is het in deze tijd nodig om dwarsverbanden te smeden over de grenzen heen? Zijn we ons bewust van de sterke onderlinge vervlechting van onze geschiedenissen en van de gemeenschappelijke christelijke basis daarvan? Ook vandaag is de ontwikkeling van Nederland niet meer los te zien van de invloed van andere landen in ons continent.

Onder de naam ‚Samen voor Europa‘ werken sinds 2004 meer dan 200 zelfstandige christelijke bewegingen, gemeenschappen, netwerken en organisaties op Europees, nationaal en lokaal niveau samen. Tot deze groeperingen behoren protestante, katholieke, orthodoxe en anglicaanse christenen alsook leden van vrije kerken en gemeenten.

Der Trägerkreis von Miteinander für Europa in Planina (Slowenien)

Der Trägerkreis von Miteinander für Europa in Planina (Slowenien)

Auszüge eines Informationsbriefes über das jährliche Treffen zur Vorbereitung des europäischen Events 2016 in München (Bayern)

108 Teilnehmer aus 14 Nationen und 41 Bewegungen und Gemeinschaften hatten vom 13. bis 15. November 2014 in der slowenischen Gemeinde Planina ein sehr intensiv und konstruktives Treffen. Es entstand eine neue Leidenschaft gemeinsam für ein geeintes Europa zu arbeiten.

Hauptthema des Treffens war es, in München/Bayern (Deutschland) vom 30. Juni bis 2. Juli 2016 eine Veranstaltung in zwei Etappen zu planen: einen Kongress im Zirkus-Krone-Bau und eine Kundgebung im Freien auf einem großen Platz. Man spürte, dass es dringlich ist, sich sofort an die Arbeit zu machen, damit der Event zum Ausdruck des Lebens in den Städten wird. Eine großen Teilnehmerzahl soll erreicht werden, indem man möglichst viele einbezieht und einlädt.

Kernpunkt der Veranstaltung soll ein bedeutungsvoller Akt der Versöhnung als Ausdruck der starken Sehnsucht nach Einheit sein: Miteinander für Europa kann dabei eine zentrale Rolle spielen aufgrund der vielfältigen Erfahrungen, die in ganz Europa im Gange sind, vor allem zwischen Angehörigen verschiedener Kirchen. In dieser Hinsicht möchte die Veranstaltung 2016 eine grundlegende Etappe auf dem Weg zur Gedenkfeier der 500 Jahre lutherischen Reformation im Jahre 2017 sein, indem es sich als prophetisches Zeichen eines versöhnten und geeinten Europas zeigt.

Der Kongress

Er wird von Donnerstag, 30. Juni bis Freitag, 1. Juli 2016 im Zirkus-Krone-Bau in München stattfinden. Es stehen 2.500 Plätze zur Verfügung. Eingeladen sind Verantwortliche aus den 300 Bewegungen, die an Miteinander für Europa beteiligt sind.

Der Kongress möchte ein bevorzugter Moment sein, um unter Bewegungen und Gemeinschaften den Elan zu stärken, sich für ein Mehr an Eintracht, Rücksicht und Solidarität einzusetzen und Projekte zu entwerfen, die bei der Kundgebung auf dem Platz mitgeteilt werden sollen.

Für den Kongress sind vorgesehen: Plenarversammlungen; ca. 15 – 20 Foren als Raum für den Dialog zwischen Bewegungen und Gemeinschaften im Blick auf aktuelle Themen; Podien in denen mit Hilfe von „Experten“ aus Kultur, Politik, Sport, Kunst usw. einige der Herausforderungen in unserer heutigen Gesellschaft besprochen werden sollen.

Die Kundgebung

Sie findet am Samstag, 2. Juli, hoffentlich auf dem Marienplatz, dem Hauptplatz im Zentrum von München statt. Es ist im Gespräch, sich möglichst am Morgen nach Sprachgruppen in verschiedenen naheliegenden Kirchen zu treffen, um dann von überall her auf den Platz zu kommen. Dort beginnt gegen 11.30 Uhr das Hauptprogramm von ca. 90 Minuten. Es sind kurze Statements, symbolische Gesten und Zeugnisse vorgesehen. Nach der Mittagspause soll es für ca. 2 Stunden auf dem gleichen Platz mit einem “kreativen Programm” weitergehen.
Gestärkt durch die Erfahrung des Miteinanders und der Zusammenarbeit inmitten nationalistischer und konfessioneller Tendenzen die in Europa existieren, wollen wir ein Modell der Einheit in Vielfalt anbieten. Vor allem möchten wir Zeugnisse der Versöhnung und Erfahrungen von „versöhnten Kulturen“ weiterschenken, die helfen können, die Zukunft verantwortungsvoll zu gestalten.

Man möchte in das Projekt alle Länder Europas einbeziehen (von Nord nach Süd, von Ost nach West), die vertretenen Kirchen, die verschiedenen Generationen. Jeder ist eingeladen keine „Inspiration“ fallen zu lassen und alle Ideen und persönlichen Kontakte zu nutzen.

Um diese Ideen zu verwirklichen, sollten von jetzt an bis 2016 in allen Städten, in denen Miteinander für Europa vertreten ist, die Kontakte intensiviert werden, um konkret miteinander einen Weg der Versöhnung zu gehen , der von einem Weg des Gebets begleitet wird, Wichtig ist auch der Vorsatz, nicht nach München zu gehen, um zu empfangen, sondern um zu geben. Durch den Beitrag eines jeden kann im Miteinander das Europäische Bewusstsein wieder aufleben und erstarken, so dass sich unser Kontinent in einer dynamischen Realität als nicht in sich geschlossen sondern für andere offen zeigt.

Der Event soll wirklich Frucht von allen sein! Wer Informationen und Material anfordern oder eigene Ideen bezüglich Ausführung und Inhalten der Veranstaltung einbringen möchte, kann sich an das internationale Sekretariat wenden: admin@together4europe.org

Wer einen finanzieller Beitrag für die Durchführung geben will, kann ihn auf Konto von Miteinander für Europa unter Angabe des Verwendungszweckes: „Spende für den Event München 2016“, überweisen: Banca Prossima Italien, Empfänger PAMOM, IBAN IT37O0335901600100000113319 – SWIFT: BCITITMX771.

Bald wird eine Broschüre in verschiedenen Sprache erscheinen, die dabei helfen kann umfassend und weit gestreut zu informieren und so möglichst viele Personen einzuladen.
Die laufenden Nachrichten können auf dieser Webseite verfolgt werden.

Der Trägerkreis in Paris

Der Trägerkreis in Paris

Der Trägerkreis von Miteinander für Europa hat sein jährliches Treffen vom 7. bis zum 9. November in Paris durchgeführt. Im geschichtsträchtigen Rahmen von Montmartre haben sich 125 Verantwortliche aus 46 Bewegungen und Gemeinschaften verschiedener Kirchen versammelt. Die vertretenen 13 europäischen Länder reichten von Russland bis nach Portugal, von Dänemark bis nach Slowenien.

Als Thema stand das „Ja zu den Armen und Ausgegrenzten“ auf der Tagesordnung, das in der Botschaft von Stuttgart 2007 formuliert worden ist.Die zahlreichen Beitrage haben gezeigt, wie sehr den Bewegungen und Gemeinschaften der Einsatz für die Bedürftigsten und ihre Beteiligung am Herzen liegt. Es geht nicht nur um konkrete Solidarität, sondern auch um Freundschaft und Geschwisterlichkeit.

Eine ungeheuer dichte Stunde schenkte Jean Vanier, Gründer der Arche. Er begann seine Erfahrung mit dem Gleichnis in dem Jesus das Reich Gottes als königliches Hochzeitsmahl schildert. Die geladenen Gäste sind mit anderem beschäftigt und so schickt der König seine Diener, um alle Lahmen und Behinderte entlang der Hecken und Wegkreuzungen einzuladen. „Genau das habe ich in meinem Leben umzusetzen versucht“. Jean Vanier widmet sich insbesondere Geistig-Behinderten „dem unterdrückten Volk“. „Sie haben mich verändert; ich habe verstanden, dass das Himmelreich ihnen gehört.“ Heute gibt es 140 ökumenische und interreligiöse Gemeinschaften, in denen „Gebrechliche und Starke“ zusammen leben.

An jedem Morgen der Tagung beginnt man mit einer Gebetszeit. Nach einer evangelischen und katholischen folgt eine orthodoxe mit einem Chor.

Sehr lebendig tauscht man sich über den bisher zurückgelegten Weg, mit den drei großen Veranstaltungen Stuttgart 2004, 2007 und Brüssel aus und berät über den nächst anstehenden Schritt. Der Ausdruck Chiara Lubichs: „Die Partitur ist im Himmel geschrieben“ ist in lebendiger Erinnerung geblieben und im gegenseitigen Hinhören wird deutlich, dass die wertvollste Erfahrung in diesem Miteinander die tiefe Gemeinschaft ist, die unter den Bewegungen und Gemeinschaften der verschiedenen Kirchen entstanden ist. Gerade dieses „gemeinschaftliche Zeugnis von Christen“ hat zu Initiativen in Politik und Gesellschaft geführt, die heute in Europa nötig sind, „damit die Welt glaubt“.

Einvernehmlich plant man für 2016 einen Kongress- vermutlich in einer Stadt Deutschlands –, um ein Zeichen zu setzen und den bisher im Miteinander zurückgelegten Weg sichtbar zu machen.

Es herrscht eine feierlicher Atmosphäre, als man Gott im Gebet diese neue Etappe anvertraut und untereinander den Bund der gegenseitigen Liebe erneuert.

Das Leitungskomitee wird sich im Mai 2014 im deutschen Dillingen wiedersehen, um den renommierten europäischen St.-Ulrichs-Preis 2014 entgegenzunehmen, der dieses Mal Miteinander für Europa verliehen wird.

In Paris wurde auch die „Kultur der gegenseitigen Gastfreundschaft“ fortgesetzt. Man besuchte die Kapelle im Bahnhof von Montparnasse, die der Gemeinschaft St. Egidio anvertraut ist, um gemeinsam miteinander zu beten und ihre Aktion im Herzen von Paris kennen zu lernen.

Bereits im Vorfeld des Treffens besuchten einige die, von Pierre Goursat e Martine Laffitte-Catta gegründete Kommunität Emmanuel und andere den Sitz von Acer-Mjo (Aktion christlicher russischer Studenten ) einer Orthodoxen Jugendbewegung.

Gabri Fallacara