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Und so war es wirklich…

Und so war es wirklich…

In der Veranstaltung von Miteinander für Europa in München vom 30. Juni bis 2. Juli war wirklich alles enthalten: BEGEGNUNG zwischen unterschiedlichsten Menschen, die sich jedoch einig darüber waren, die ZUKUNFT miteinander anpacken zu wollen. Die Zeugnisse von VERSÖHNUNG haben gezeigt, dass ein gemeinsamer Weg keine Utopie ist. Im Licht dessen, was sich danach in der Stadt – und in anderen Teilen der Welt – ereignet hat, erscheint die Botschaft von Miteinander für Europa notwendiger und aktueller denn je.

Hier einige der Echos von Personen, die die Veranstaltung miterlebt haben (in Orginalsprache):
  • München zeigte ein tiefes echtes Gesicht eines Europa, das sich auf Gott und die Welt öffnet. Es wurde verständlich und erfahrbar: Miteinander geht es, Miteinander aller Charismen und Gaben. Der Glaube, die Liebe und die Offenheit führen zur Entängstigung…
  • Magnifique rassemblement avec le souffle des origines et qui ouvre un nouvel avenir pour Ensemble pour l’Europe. Une lumière et une espérance dans une Europe qui en a bien besoin! Remarquable organisation de nos amis allemands.
  • I am British and have always had a very strong sense of being European, and part of a positive process of unification. It was a challenge coming to Munich a week after Brexit, knowing that everyone would ask my opinion about it. I was initially very sad, but I know that being European and being Christian is a bigger idea than any particular political process or institution, and that unity will go ahead anyway. The positive attitude and support of a very impressive list of Christian leaders was very important and can only further this process. The young people present were a great witness to things already happening , and a hope for a better future.
  • Ho colto la profondità, il desiderio di continuare sempre più insieme per una nuova Europa nel cammino della pace costruita sui valori comuni del dialogo e dell’amore. Non abbiamo paura, andiamo avanti, nella certezza che Dio Amore ci precede sempre, a noi tutti gli sforzi, a Lui la gloria del Suo Amore passato dalle nostre azioni positive.
  • Das Podium „Zukunft der Gesellschaft – Auftrag und Verantwortung der jungen Generation“ erfüllte aber voll und ganz meine Erwartungen: Junge Leute, die von ihrem Glauben und ihrer Jugendarbeit innerhalb ihrer Gemeinschaft berichteten. Mir gefiel es sehr gut, mich endlich mit anderen Jugendlichen, die sowohl ähnliche als auch komplett verschiedene Ansichten als ich hatten, auszutauschen und zu diskutieren.
  • Ho capito che anche i piccoli come me possono fare qualcosa per l’Europa, nella stessa strada dei grandi, per iniziare questa unione spirituale dell’Europa, gli uni per gli altri.
  • Hi everyone, I did watch this wonderful event which was a wonderful way to involve people like me around the world in Unity with all ‚People of Good Will‘. God’s choicest blessings on everyone who organised this and those who took part. We are meant to be together and not live selfish lives in isolation from our neighbour.
  • Il fatto che ci siamo trovati in un circo mi suggerisce che è importante mettersi in gioco come fanno i protagonisti del circo, giocarsi la vita  per essere di aiuto agli altri.
  • J’ai beaucoup apprécié ce moment à Munich. Maintenant avec toute l’équipe de Lyon nous nous engageons à diffuser ce que nous avons vécu. Bien avec chacun.
  • Insgesamt bin ich sehr dankbar für die Erfahrung der Veranstaltung in München und trage die Erlebnisse und Begegnungen noch lebendig in mir. Vor allem verbinde ich mich im Gebet Tag für Tag weiterhin mit allen, die dort waren, und habe die Hoffnung, dass das Wunder der Einheit der Kirchen eines Tages von Gott geschenkt wird. (…) Für alles, was bei der Kundgebung am Stachus auf der Bühne geboten wurde, kann ich nur meine Anerkennung aussprechen.
  • Anche l’aprire e chiudere l’ombrello (…) non ha distolto da un clima di unità, di gioia, di profondità che ho avvertito. Mi è sembrata la manifestazione della speranza.
München 2016 – Miteinander für Europa
Begegnung – Versöhnung – Zukunft

ErfülltFrei Mutig

Erfüllt
Erfülltes Sein
Seine göttliche Liebe
Liebe verschleiert durch Nebel
Nebel ausgelöst durch das Ego
Ego erkennen im Nichtsein
Nichtsein schenkt Begegnung
Begegnung erfüllt
Erfüllung

Frei
Freie Begegnung
Begegnung mit Freude
Freude erstickt durch Trennung
Trennung in spaltenden tiefen Abgründen
Abgründe hinabsteigen einfühlsam vertrauensvoll
Vertrauensvolle behutsame Versöhnung
Versöhnung befreit
Freiheit

Mutig
mutige Versöhnung
Versöhnung erkennt Unterschiedlichkeit
Unterschiedlichkeit übersetzen in Vielfalt
Vielfalt achtsam bewahren in Einheit
Einheit erhellt öffnet Gemeinsamkeit
Gemeinsamkeit stärkt Zukunft
Zukunft mutvoll
Mut
(Elisabeth Stifter, Juli 2016 – Graz)

Live aus München – 3. Tag

Live aus München – 3. Tag

„Ja zu Brücken der Barmherzigkeit. Ja zur Entdeckung des Anderen und seines Reichtums. Ja zur Erkenntnis, dass wir wirklich „eins“ sind, dass eine Einheit und Geschwisterlichkeit existiert, für die gearbeitet werden muss und für die Wege gefunden werden müssen, um die vielen trennenden Mauern der Feindschaft niederzureißen “. Die Worte von Andrea Riccardi (Gründer der Comunità Sant’Egidio) gelesen von Marco Impagliazzo, dem derzeitigen Präsidenten, drückte den Geist und den Einsatz der 5000 Anwesenden auf dem Karlsplatz (Stachus) in München am 2 Juli, anlässlich der abschließenden Kundgebung von Miteinander für Europa, Edition 2016, ganz richtig aus.

Das Programm entwickelte sich anhand von vier Themen: Einheit ist möglich; Versöhnung eröffnet Zukunft; eine Kultur der Beziehung und der Barmherzigkeit; Sendung und Zukunft. Maria Voce, Präsidentin der Fokolar-Bewegung, formulierte in ihrer Rede ein feierliches Versprechen: „Wir hier verpflichten uns heute, Werkzeuge dieser Wende, Werkzeuge einer neuen Vision von Europa zu sein, Werkzeuge, damit der Weg zur Einheit beschleunigt werde. Wir tun es, indem wir mit allen Männern und Frauen unseres Planeten in einen tiefgehenden Dialog zu treten suchen.“ Groß war die Freude über die beiden Videobotschaften von Papst Franziskus un vom Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I.Nach Zeugnissen der Versöhnung zwischen Kirchen und Gemeinschaften betonte Gerhard Pross vom Leitungskomitee von Miteinander für Europa: „Auch wenn wir verschieden sind und bleiben, wollen wir in Einheit leben, diese mit unserer Verschiedenheit anreichern und unsere Städte und ganz Europa damit anstecken.“

Kardinal Kurt Koch, Vorsitzender des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen (Rom) erklärte, dass zwischen ihm und Bischof Frank Otfried July, Vize-Präsident des Lutherischen Weltbundes, ein Netz der Freundschaft entstanden ist: „Es gibt viele Erfahrungen, die wir gemeinsam als eine Kirche leben: Lasst uns für die Flüchtlinge arbeiten, zusammen beten, Christus wieder ins Zentrum von Europa rücken“. Der rumänische-orthodoxe Metropolit für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa Seraphim Joanta (Nürnberg) teilte mit den Anwesenden Freud und Leid: „Die größten Leiden sind die fundamentalistischen Kreise in den Kirchen, die riskieren, die Versuche der Einheit unter den Christen zu zerstören. Außerdem fehlen die Jugendlichen in unserer Kirche. Aber wir lassen uns nicht entmutigen und vertrauen auf Christus und diesem Netz der Geschwisterlichkeit“. Rührend und prophetisch war der Moment, in dem verschiedene Vertreter der christlichen Kirchen und Bewegungen gemeinsam das Vater Unser laut beteten: „Es ist ein prophetisches Zeichen der Versöhnung und Vergebung“ – erklärte Rev. Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen – „ein Zeichen, das wir nicht mehr missen wollen“.

Stark und voller Hoffnung war die Stimme der Jugendlichen: „Ich träume von einem freundschaftlichen und weniger individualistischen Europa“, sagte Maria aus der Tschechischen Republik – „Europa beginnt bei mir, denn ich bin Europa“.

„Miteinander“ ist eines der Schlüsselwörter von Miteinander für Europa: „2017 wird das Reformationsjubiläum sein“ – erklärte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der EKD – „und wir wollen es zusammen mit der evangelischen und katholischen Kirche feiern“. Und Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz sagte: „Wir müssen die Zeichen der Einheit, die wir bereits leben, erkennen; wir sind nicht getrennt; lasst uns Christus gemeinsam bezeugen“.

Die Schlussbotschaft, die von allen Leitern der Gemeinschaften und Bewegungen vorgelesen wurde, bringt die Früchte des bereits zurückgelegten Weges sowie die zukünftigen Schritte zum Ausdruck: „Europa darf nicht zur Festung werden und neue Grenzen errichten. Zum Miteinander gibt es keine Alternative. Wir bitten alle Christen (…) Trennungen zu überwinden. Unsere Verpflichtung: wir leben mit dem Evangelium von Jesus Christus und bezeugen es in Wort und Tat. Wir setzen uns dafür ein, dass Mitmenschlichkeit und Frieden auf der Welt wachsen.“

Live aus München – 2. Tag

Live aus München – 2. Tag

Maria Voce, Präsidentin der Fokolar-Bewegung, hat den zweiten Kongresstag eröffnet: „Europa durchlebt die Nacht seiner Prinzipien, seiner Rolle in der Welt, die Nacht seiner Träume (…) Miteinander für Europa kann – so meinen wir – einzelne Menschen wie diejenigen, die sich zusammengeschlossen haben, in ihrem Einsatz für ein freies, versöhntes, demokratisches, solidarisches und geschwisterliches Europa inspirieren. Dann kann es für den Rest der Menschheit Geschenk sein.“

Steffen Kern vom Evangelischen Gemeinschaftsverband Württemberg: „Worin liegt für uns Christen die Hoffnung? Es braucht Verantwortungsbewusstsein; wir müssen das Leid und die Dunkelheit unser Städte auf uns nehmen. Wir haben in Stuttgart das „Haus der Hoffnung“ gegründet, das Frauen und Menschen, die alleine sind, aufnimmt. Damit möchten wir bezeugen, dass Gott niemanden im Stich lässt“. Thomas Römer (CVJM München) erklärt: „Die Stärke unseres Kontinents liegt in Christus und in seinem Evangelium. Jesus ist auch in den Unwettern da, wir müssen nur glauben. Er ist ins Boot gestiegen um uns zu retten.“

Am Nachmittag hat Miteinander für Europa vielfältige Gelegenheiten zum Dialog, Gespräch und Projektvorstellungen angeboten.

Im Podiumsgespräch „Christen und Muslime im Dialog“ wurde der Wunsch deutlich einander tiefer kennenzulernen, sich zu begegnen und zusammenzuarbeiten, um sich gemeinsam den sozialen und kulturellen Herausforderungen unserer Zeit zu stellen. Pasquale Ferrara, frisch ernannter italienischer Botschafter in Algeri betonte, dass Dialog nicht von Kulturen oder Religionen geführt wird, sondern von Menschen. Man sollte immer konkret und realistisch sein. Imam Batzami hat alle eingeladen, sich zu begegnen und kennenzulernen. Viele Ideen und Projekte sind aus der Debatte zwischen der Religionsphilosophin Beate Beckmann-Zöller, Dr. Thomas Amberg aus der evangelischen Kirche und dem französischen Bischof M. Dubost entstanden. „Das Heilmittel für die Trennung zwischen Christen und Muslimen ist die Anerkennung des Anderen als Bruder/Schwester“, erklärte Gérard Testard (Efesia, Frankreich).

Im Podium „Wege zu einem nachhaltigen Europa“ haben Kardinal Turkson, der Umweltingenieur Daniele Renzi, Hans-Herman Böhm und andere Experten angeregt, der Einladung von Papst Franziskus zu einer ernsthaften und offenen Debatte über den Klimawandel und deren ökologischen Folgen nachzukommen: „Wissenschaft und Religion sollten miteinander in Dialog treten“ – betonte Kardinal Turkson – „um in der Gesellschaft gemeinsam einen Beitrag zu leisten“.
„Martyrium – das schwierige Zeugnis der Christen in unserer Zeit“ war der Titel eines weiteren Podiums. Unter den Referenten war es Michael Brand, MdB, der in Bezug auf die schwierige Situation im heutigen Europa an einen Satz des heiligen Bonifatius erinnerte: „Wir wollen nicht wie stumme Hunde sein!“. „Persönlich bin ich der Meinung, dass wir von außen durch den Terrorismus und von innen durch den aggressiven Säkularismus bedroht werden. Ich habe weniger Angst vor der Islamisierung Europas, als vor dem Schwinden des christlichen Glauben“.

Live aus München – 1. Tag

Live aus München – 1. Tag

Begegnung, Versöhnung, Zukunft. Diese Worte prägen die vierte internationale Veranstaltung von Miteinander für Europa. Seit 1999 sind mehr als 300 christliche Bewegungen und Gemeinschaften einen Weg der Versöhnung, des gegenseitigen Verständnisses und der Einheit gegangen. 200 von ihnen sind vom 30. Juni bis zum 2. Juli 2016 hier im Circus Krone in München vertreten: 1.700 Personen aus 40 Ländern sind für den Mitarbeiterkongress angereist. Gemeinsam möchten sie sich  den heutigen Herausforderungen in Europa stellen und auf der Basis christlicher Werte einen Beitrag leisten.

Martin Wagner (CVJM München), einer der Moderatoren, eröffnet den Kongress: „Versöhnung wird unser Schlüsselwort sein. Sie ist notwendig und wir möchten Boten der Versöhnung sein. Wir haben sie schon erlebt – sie ist unsere Zukunft. Unser Ziel ist es, uns gemeinsam für die Einheit einzusetzen, uns als Christen den heutigen Herausforderungen Europas zu stellen.“  Gerhard Pross (CVJM Esslingen) hat die 1.700 Teilnehmer begrüßt: „Gott möchte, dass wir miteinander auf die Einheit zugehen.“ Und Kardinal Walter Kasper: „500 Jahre Trennung sind genug: Wir haben der Einheit Europas gegenüber eine Verpflichtung, sonst verleugnen wir Christus. Und jetzt ist diese Einheit noch notwendiger, denn Europa ist in Gefahr.“

Bischof Krause von der evangelischen Kirche: „2007 haben wir ein Manifest für ein geeintes Europa unterzeichnet und uns den „7 Ja“ verpflichtet. Wir hatten einen Traum, haben gebetet und Gott hat uns erhört.“ Sr. Lioba Ruprecht: Wir müssen die „Bündniskultur“ aufbauen.“ Hartmut Steeb von der Evangelischen Allianz: „Dieser Dialog hat in den neunziger Jahren begonnen. Gott selbst hat für die Einheit gebetet. Die Worte Begegnung – Versöhnung – Zukunft werden uns in diesen Tagen begleiten.“

Der Nachmittag war 19 verschiedenen Foren gewidmet: Soziale Verantwortung, Integration, Wirtschaft, Ökumene, pastorale Herausforderungen, Jugend und Europa, Ehe und Familie, Versöhnung, Evangelisierung heute und viele andere mehr.

Bewegungen und Gemeinschaften habe nicht nur Erfahrungen, Aktivitäten und Projekte geteilt, sondern auch ein starkes Glaubenszeugnis gegeben. Sehr gut besucht war das Forum „Der Preis und der Gewinn der Einheit – Reibungen überwinden, das Miteinander kultivieren“. Darin betonte Kardinal Walter Kasper, dass die mangelnde Mühe an echter Versöhnung eines der größten Hinderniss in der Ökumene darstelle. Vergebung sei notwendig, um den Weg gemeinsam weitergehen zu können. „Versöhnung verlangt harte Arbeit“ fügte Walter Kriechbaum vom CVJM München bei, „sie heilt uns und macht uns zu Boten der Einheit.“