Author Archives: Together for Europe

Italiens „Miteinander“: Zeit für eine neue Menschheit

Europatag 2020 – „Es war ein kleines, großes Wunder… ein Event, an dem man nicht nur dabei sein konnte, sondern von dem man ein aktiver Teil war”. So die erste, spontane Reaktion, der viele andere gefolgt sind. 

Die Vorbereitung

Es stimmt, wir haben an diese Online-Chance geglaubt: Verbunden zu sein, wie die Natur verbunden ist! Wir glaubten an die Kreativität Gottes und in wenigen Tagen verwirklichte der Geist mit uns und unseren wenigen „Broten und Fischen“ (vgl. Joh. 6,9) ein großes ökumenisches Ereignis, an dem bedeutende Vertreter der christlichen Welt teilnahmen. Ihre Anwesenheit aus ganz Italien war das Ergebnis eines langen und liebevollen Aufbaus von Gemeinschaft und Dialog sowie der Knüpfung von Beziehungen, die die verschiedenen Komitees in jeder Region verwirklicht hatten. Jedes Wort, jede Geste, jeder fürsorgliche Blick drückte den tiefen Wunsch aus, der Einheit untereinander wachsen zu lassen.

Auf Anregung des Komitees des Netzwerks Miteinander für Europa (MfE) in Rom, schlossen sich alle regionalen Komitees Italiens zusammen, um diesen Online-Event zu realisieren.  Obwohl sich nicht alle gegenseitig kannten, erlebte jeder eine tiefe Geschwisterlichkeit und hatte das Gefühl, nicht nur zwei Wochen sondern monatelang miteinander gearbeitet zu haben. Das „Bündnis der  gegenseitigen Liebe“ (inspiriert von Joh 13,34) wurde ganz konkret gelebt: es ist das Fundament von allem, was unter dem Namen Miteinander für Europa geschieht.

9. Mai um 18.00 Uhr: Italien MITEINANDER online!

Die Initiative von 25 Bewegungen und Gemeinschaften von MfE hat bis zu 500 Zugänge zu den Live-Kanälen angezogen – vereint vom Norden bis zum Süden des Landes, um gemeinsam das Fest eines solidarischen Europas zu begehen!  Auch der Abgeordnete Stefano Fassina und einige lokale Verwaltungsbeamte waren mit angeschlossen. Ebenfalls dabei waren 45 Geistliche von Kirchen und christlichen Gemeinschaften.  Die Botschaft von Bischof Giovanni Traettino, Gründer der Pfingstkirche der Versöhnung, verlesen von Pastor Mauro Adragna aus Palermo sowie das Grußwort von Pastor Luca Maria Negro (Präsident des Bundes der Evangelischen Kirchen in Italien) waren sehr willkommen.

Für eine ganzheitliche Ökologie

Gewidmet war die Veranstaltung – in der auch die Erinnerung an den 70. Jahrestag der „Schuman-Erklärung“ nicht fehlte – dem „Ja zur Schöpfung“, d.h. dem Schutz von Natur und Umwelt, die Gottes Gaben sind und die es mit respektvollem Einsatz für künftige Generationen zu schützen gilt. Der Titel: „Ganzheitliche Ökologie: nachhaltige Utopie für Europa“.  Durch die Beiträge von Stefania Papa, Professorin und Ökologie-Expertin, und Luca Fiorani, Physiker und Klima-Experte, sowie die Videozusammenfassung der Botschaften von Papst Franziskus, Patriarch Bartholomäus I. und Antonio Guterres (UNO-Generalsekretär) zum 50. Internationalen Tag der Erde, wurde uns bewusst, wie wir gemeinsam in einer Kultur des Respekts, der Kooperation und der Gegenseitigkeit für eine bessere Gegenwart und Zukunft arbeiten können.

Ökumenisches Gebet

In diesem Geist begann danach ein Ökumenisches Gebet, geleitet von Vertretern verschiedener Kirchen. Dr. Constantine Vacros (von der Griechisch-Orthodoxen Kirche) eröffnete den Moment mit der Lesung von Genesis 1,26-31. Darauf folgte die geschätzte Rede der Baptistenpastorin Gabriela Lio, Präsidentin der Föderation der Evangelischen Frauen in Italien. Anschließend beteten wir gemeinsam mit Pastor Nino Genova (Neue Pfingstbewegung) und mehreren Exponenten katholischer Bewegungen und Gemeinschaften. Alle zusammen erneuerten wir mit Freude, Harmonie und Feierlichkeit das Liebesbündnis. Wir besiegelten diesen Tag mit dem Vaterunser, um uns daran zu erinnern, dass wir EINS sind und dass wir gemeinsam eine neue Menschheit verwirklichen können.

Emanuela Cannella, Pressestelle MfE Rom

Hier ist die Videoaufzeichnung (in italienischer Sprache) zu sehen: facebook  MfE Rom>>  oder youtube>>
Es folgen einige Standbilder, realisiert von Emanuela Cannella und Emanuela Fioravanti

 

 

Internationale Video-Begegnung am Europatag

„Grüß Gott hier im Rathaus Graz zu unserer Begegnung am Europatag!“ So war die Begrüßung für Samstag, 9. Mai geplant gewesen. Das Coronavirus durchkreuzte diese Pläne. 

Und so entschied sich bereits Ende März das Miteinander für Europa-Regionalteam Steiermark für eine Verschiebung auf nächstes Jahr und ein schlichtes Ersatzprogramm über Skype.

Videokonferenz von Miteinander für Europa  am Samstag, 9. Mai 2020 

Allerdings: Aus der „Notlösung“ entwickelte sich schließlich ein einstündiges Online-Meeting mit rund 100 aktiven Teilnehmern und Gästen aus Österreich und fünf Nachbarländern im Süden und Osten, denen sich das Team in der Steiermark besonders verbunden fühlt. Online mit dabei Christinnen und Christen aus der Römisch-Katholischen Kirche, der Evangelischen Kirche, der Rumänisch-Orthodoxen Kirche und aus freikirchlichen Gemeinden.

Kurzbeiträge aus der Slowakei, aus Ungarn, Slowenien, Kroatien, Italien und Kärnten boten aktuelle und authentische Einblicke in den Alltag in Zeiten der Corona-Krise. Alle Beteiligten waren dankbar dafür, voneinander zu hören und zu erfahren, was die Menschen in den einzelnen Ländern bewegt. So kann man nun noch besser füreinander im Gebet einstehen.

Auch Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl wohnte dieser Online-Begegnung bei. Er bedankte sich für die grenzüberschreitende Gemeinschaft und schloss mit den Worten: „Durch das Kreuz sind wir bei aller Verschiedenheit und Getrenntheit untereinander vereint.“

Ausblick auf den 8. Mai 2021…

Eine Video-Konferenz kann einen Tag der Begegnung freilich nicht ersetzen. Aber durch diese Stunde am heurigen Europatag wurde das Miteinander gelebt und gestärkt. Und es war eine gelungene Einstimmung auf den Begegnungstag am 8. Mai 2021. Dann soll es wirklich heißen: „Grüß Gott hier im Rathaus Graz …!“

MfE-Team Steiermark, Österreich

Miteinander online – ein virtuelles, aber reales Netzwerk

Miteinander online – ein virtuelles, aber reales Netzwerk

Covid-19 breitet sich rasend schnell aus. Und ein Ende der Pandemie ist noch nicht in Sicht. Es ist eine schwierige Zeit in den Familien, am Arbeitsplatz, in den Gemeinden und Kirchen, in den Städten. Viele erfahren Schmerz und Leid, Unsicherheit und Isolation.

Habt keine Angst
Der Ruf zum Innehalten ist sicherlich spürbar geworden. Gott nimmt uns die „Machbarkeit“ aus der Hand. Er ruft zur Umkehr, zur Buße, zum Fasten und zum Gebet. Er ruft zur Umkehr, zur Buße, zum Fasten und zum Gebet.
Andererseits ist in den letzten Wochen deutlicher denn je  geworden, wie wichtig Zusammenhalt und Netzwerke zwischen den Menschen sind! Als Antwort auf die Ausbreitung des Coronavirus lebt die Welt in einem Strom von Leben und Kreativität, der nur eine Botschaft hinterlässt: Mut – ich bin bei dir – keine Angst – gemeinsam werden wir es schaffen!

Reagieren
Am 28. März begann Miteinander für Europa einen Gebetsweg, der uns Gott näher bringt und dazu beiträgt, ein globales „Credo“ in Blick auf Europa zu sprechen. Wie kann diese Zeit genutzt werden, um  reifer und bewusster auf die Gaben hinzuweisen, die Gott den Bewegungen mit und für andere gegeben hat? Die Charismen der Bewegungen und Gemeinschaften sind dazu da, auf die Herausforderungen der Gesellschaft in Europa und für Europa zu antworten.

Christliches „soziales“ Bewusstsein
Chiara Lubich hat bereits 2004 in Stuttgart ermutigt: „Jesus betont nachdrücklich: ‘Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so müsst auch ihr einander lieben’ (Joh 13,34). Er nennt dieses Gebot neu und sein eigenes. Nicht nur Einzelpersonen sind zu dieser gegenseitigen Liebe aufgerufen, sondern auch Gruppen und Bewegungen, Städte, Regionen, Staaten. Unsere heutige Zeit verlangt von den Jüngern Jesu ein „soziales“ christliches Gewissen. Und mehr denn je ist es dringend erforderlich, das Land, ja das Leben des anderen wie das eigene zu lieben.“

Online dem 9. Mai entgegen
Die Freunde von Miteinander für Europa nutzen die  Gelegenheit, als Verbündete online zu bleiben, um gemeinsam den Weg zu gehen und die Früchte ihrer Charismen Europa anzubieten. Sie tauschen Ereignisse und Zeugnisse darüber aus, was sie im Hinblick auf den 9. Mai in ihren Städten erleben (siehe z.B. “Plan B” des Events in Graz>>).

Auf diese Weise werden sie online einen „weit verbreiteten“ 9. Mai, den Europatag, feiern. Es wird ein Tag des Zusammenseins für Europa in einem virtuellen, aber außerordentlich realen Netzwerk sein.

Das Internationale Sekretariat von Miteinander für Europa

 

Graz – „Plan B“ für Europatag 2020

Graz – „Plan B“ für Europatag 2020

Am 27. Februar hatten wir davon berichtet, wie intensiv sich das lokale Miteinander-Team für die internationale Veranstaltung zum Europatag in Graz vorbereitet.  Die Pandemie erfordert zwar einen „Plan B“, hält diese Menschen jedoch nicht davon ab, das „Miteinander“ zu pflegen und sich auf 2021 vorzubereiten.  Auch durch eine Skype-Konferenz am 9. Mai 2020. 

„Wir haben die Veranstaltung für den Europatag am 9. Mai 2020 „Miteinander für Europa – Begegnung in Graz“ vorbereitet, um eine Begegnung zwischen Österreicher-Innen, Italiener-Innen, Slowen-Innen, Kroat-Innen und Ungar-Innen zu ermöglichen. Siehe Artikel>>. 

Wir wollten das Thema Dialog vertiefen, Erfahrungen mit den „7 Ja“ von Miteinander für Europa austauschen, Stadtführungen in Graz anbieten und mit einem ökumenischen Gebet abschließen. Doch in der COVID-19-Pandemie ist das nicht möglich. Dennoch möchten wir das Miteinander, das schon gewachsen ist, weiterführen. Deshalb versuchen wir, die Begegnung 2021 zustande zu bringen“, schreibt Theresia Fürpass vom Vorbereitungsteam.

„Doch den diesjährigen Europatag verstreichen lassen, ohne ein Zeichen zu setzen – das wäre schade! So laden wir alle, die zum Treffen „Miteinander für Europa – Begegnung in Graz” gekommen wären zu einer Skype-Konferenz am 9. Mai 2020 von 10 – 11 Uhr ein. Viele haben ihre Teilnahme schon zugesagt. Einige von uns werden von der aktuellen Lage in ihrem Land erzählen und abschließend möchten wir gemeinsam das „Vater unser“ beten.

Wir sind zuversichtlich, dass Gott uns zeigen wird, wie es weitergeht. Er hat uns bisher eindrucksvoll geführt und viel mehr ermöglicht, als wir uns selber hätten ausdenken können.

Das MfE- Team Steiermark (Österreich)

Kontakt: f.theresia@gmx.at
0043 3842 27 513
0043 664 73577 163

Stärker als der Virus, eine ansteckende Kreativität

Stärker als der Virus, eine ansteckende Kreativität

Mit dem Newsletter Ende Februar hatten wir gebeten, uns Berichte über Veranstaltungen und Initiativen zu schicken, die – wie in den vergangenen Jahren – rund um den Europatag am 9. Mai 2020 vorbereitet werden. Wir hofften, dass viele Treffen in der Öffentlichkeit stattfinden könnten, um den Geist zu vermitteln, der sie beseelt: den christlichen Geist, der Hoffnung verbreitet und in der Vielfalt vereint. Aber die Tatsache des Covid-19 fordert uns jetzt alle auf eine neue, unerwartete Weise heraus. 

Wer hätte sich das Szenario vorstellen können, das sich in so vielen Teilen der Welt ausbreitet und das Europa so stark betroffen hat?

Und doch können wir selbst hinter dieser traurigen Realität eine Chance sehen. Der Wirtschaftswissenschaftler und Journalist Luigino Bruni, der dem Netzwerk Miteinander für Europa seit seiner Entstehung verbunden ist, brachte dies gut zum Ausdruck: „Wir erleben einen starken Moment, der uns alle – von einem Erdteil zum anderen – in Atem hält und verbindet. Noch ist es nicht absehbar, wann wir wieder zur Normalität zurückkehren können. In der erzwungenen Isolation ist es dringender denn je, sich noch mehr zu vernetzen; ist es dringender denn je, miteinander zu korrespondieren, sich gegenseitig zu versichern, dass „wir da sind“ und diese Situation miteinander leben, in dem wir uns gegenseitig im Herzen haben“. 

Ein Netzwerk von Gebet, geschenkten Erfahrungen, Solidarität, gegenseitiger Liebe… kann von keinem Virus beeinträchtigt werden! Die wirkliche Bedrohung besteht in all dem, was uns innerlich voneinander entfernt. Prävention, Befolgung dessen, was die Behörden von uns verlangen, ja – aber ohne zu vergessen, dass der andere immer unser Bruder, unsere Schwester ist.

Soziale Netzwerke sind bereits voller Ermutigung und Bereitschaft, auf diese globale Herausforderung positiv zu reagieren und sie in eine Chance zu verwandeln.  Wird unsere Kreativität in der Lage sein, Wege zu “erfinden”, um den 9. Mai gemeinsam auf eine neue Art und Weise zu feiern?

Mit diesen Zeilen haben wir die diesjährige Webseite „Europatag 2020“ eingeführt. Ab Ende März wird sie online sein und dort gibt es weitere Informationen und Nachrichten.

Internationaler 9. Mai in Graz

Internationaler 9. Mai in Graz

„Einander besuchen, miteinander reden, einander beschenken, miteinander beten.“ Bereits seit Monaten laufen die Vorbereitungen für den Europatag am 9. Mai 2020 in der österreichischen Stadt Graz. Das Team von Miteinander für Europa der Steiermark lädt zu einer offenen, internationalen Begegnung ein. 

Am Europatag, 9.5.2020, treffen sich im Rathaus der Stadt Graz Freunde von Miteinander für Europa aus Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien und Ungarn. Der Tag bietet Menschen aus Ost- und Westeuropa Gelegenheit zur Begegnung.  Um den Austausch unter den Teilnehmern zu fördern,  ist ein Impuls zum Thema Dialog mit anschließendem  Gespräch vorgesehen.

Einige Bewegungen und Gemeinschaften aus dem Miteinander werden von ihren Erfahrungen als Christen in den Bereichen Ehe und Familie, Wirtschaft, Schutz der Schöpfung und des Lebens, Verantwortung in der Gesellschaft usw. erzählen und damit Wege zu einem immer lebenswerteren Europa aufzeigen.

Stadtführungen sollen die Begegnung mit Österreich und den Teilnehmern untereinander vertiefen. Im abschließenden ökumenischen Gebet im Landhaushof werden mit Dank und Bitte die Belange Europas vor Gott gebracht. Das Tagesprogramm wird zudem musikalisch umrahmt.

Das Programm im Detail:

  • 8.30 Uhr Eintreffen, Kaffee und Kuchen
  • 9.00 Uhr Grußworte von Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, Mag.a Anna Hollwäger, Superintendent Wolfgang Rehner und andere.
  • 9.30 Uhr Priv.-Doz. Dr. Petra Seinmair-Pösel: „Ein Gespräch, das uns alle zusammenführt.“ Die Bedeutung des Dialogs für Europa.
  • 10.30 Uhr Pause
  • 11.00 Uhr Erfahrungen aus  den Bereichen

– Ehe und Familie
– Solidarität mit den Armen
– Verantwortung in der Gesellschaft
– Schutz des Lebens
– Bewahrung der Schöpfung
– Einsatz für den Frieden
– Wirtschaft zum Wohl der Menschen

  • 12.00 Uhr Mittagessen auf Einladung der Stadt Graz
  • 13.30 Uhr Stadtführungen in den Sprachen Deutsch, Italienisch, Kroatisch, Slowenisch, Ungarisch
  • 15.30 – 16.00 Uhr Ökumenisches Abschlussgebet im Landhaushof

Anmeldung bis Sonntag, 26.4.2020:

f.theresia@gmx.at
0043 3842 27 513
0043 664 73577 163

Hier die Einladung herunterladen:

Einladung MfE Graz 9Mai2020 (1.0 MB, 31 downloads)

Das Miteinander für Europa-Team der Steiermark

Foto: Pixabay, Landkarte: Von Tschubby – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Eindrücke eines jungen Iren 

Conleth Burns, ein Jugendlicher aus Irland, der am „United World Project“ mitwirkt, nahm in Ottmaring / Augsburg am Treffen von Miteinander für Europa teil. Wir geben den Artikel wider, den er bei seiner Rückkehr auf der projekteigenen Homepage veröffentlicht hat.

Kirchen und christliche Bewegungen schließen sich zusammen um „Miteinander für Europa” zu sein 

Vergangenen Monat hatte ich die Gelegenheit, nach Ottmaring und Augsburg (Süddeutschland) zu reisen, um an einem dreitägigen Treffen eines Netzwerks von christlichen Kirchen und Bewegungen teilzunehmen; es nennt sich Miteinander für Europa. 180 Personen aus 55 verschiedenen Bewegungen, Gemeinschaften und Kirchen lebten drei Tage lang zusammen und tauschten sich gegenseitig aus. Alles wurde simultan in 5 Sprachen übersetzt; das Netzwerk feierte sein 20-jähriges Bestehen. Ich war als Vertreter des „United World Project“ anwesend und versuchte zu verstehen, wie Glaubensgemeinschaften wirklich zusammenarbeiten, um die Einheit und die Gemeinschaft des europäischen Kontinent zu fördern.

Wir hörten Ausführungen über den zwanzigjährigen Wegverlauf, in dem sich eine Gruppe von Menschen aus ganz Europa in der gemeinsamen christlichen Identität verbunden hat, um für den gesamten Kontinent einzustehen. Wir durchquerten den Kontinent durch Erfahrungen der Begegnung, des Gebet und der Hoffnung. Es ging dabei von Schottland bis zur Ukraine, von Frankreich bis zur Tschechischen Republik. Während  dieser “Reise”, kamen mir vor allem zwei Fragen: Wie sieht diese Miteinander konkret aus? Was bedeutet es, “für etwas” zusammen zu stehen?

Welchen konkreten Aspekt nimmt dieses Miteinander an?

Ich erkannte etwas vom Miteinander, als ich hörte, wie sie sich gegenseitig herausforderten, um proaktive Grenzgänger, Botschafter der Versöhnung und „prophetische Zeichen für ein glaubwürdiges Miteinander in Europa“ zu sein.

Ich erkannte etwas vom Miteinander, als wir uns auf einem Platz in Augsburg trafen, alle mit einer Kerze in der Hand, und für ein geeinteres europäisches Volk beteten.

Ich erkannte etwas vom Miteinander, als wir verschiedenen Gruppen von Christen zuhörten, die von einem Weg sprachen, den sie in mehr als zwanzig Jahren zurückgelegt und dabei Tausende von Menschen zusammengebracht hatten.

Ich erkannte etwas vom Miteinander in einer Geste, die sich jeden Tag beim Frühstück, Mittag- und Abendessen wiederholte: jedes Mal, wenn sich jemand neu zu einem Tisch gesellte, war jemand da, der sich um eine notwendige Übersetzung kümmerte, oder darum, welche Sprache am besten am Tisch gesprochen werden sollte. Es bestand der klare Wille, dass alle in der Lage sein sollten, zu verstehen und verstanden zu werden, zuzuhören und angehört zu werden.

„Miteinander“ bedeutet für dieses Netzwerk, die Verschiedenartigkeit zwischen ihnen anzunehmen. Das Miteinander ist für sie nicht immer einfach; sie müssen sich geografischen, theologischen und kulturellen Herausforderungen stellen. Und doch bleibt dieses Netzwerk nach 20 Jahren immer noch zusammen. Sie verstehen ihre Struktur als die eines Netzwerkes, nicht als die einer Hierarchie. Es ist ein echtes Miteinander, um das das sie sich seit 20 Jahren bemühen; 20 Jahre ehrlichen und fleißigen Aufbaus von Beziehungen.

Wofür?

Der Auftrag von Miteinander für Europa ist es, nicht nur um seiner selbst willen Beziehung zu leben, sondern sie wollen wirklich positive Botschafter für ein geeinteres Europa in all seiner Vielfalt sein. Sie wollen dem Kontinent eine Seele geben und dabei seine historisch christlichen Wurzeln unterstreichen. Im Laufe der Tage erzählten sie vor allem die Geschichte ihrer gemeinsamen Treffen in den letzten 20 Jahren. Aber die nicht erzählte Geschichte ist oft die interessanteste. Während der Mahlzeiten und in den Pausen gab es die Möglichkeit, etwas mehr über die Zeiten zu erfahren, in denen die im Miteinander für Europa Engagierten die Inspiration hatten, neue Menschen kennen zulernen, neue Ideen aufzugreifen und die Verschiedenheit durch die von ihnen organisierten Treffen zu versöhnen. Miteinander für Europa beginnt in gewisser Weise, wenn man von einem der intrakontinental oder nationalen Treffen abreist.

Seamus Heaney, der irische Dichter und Nobelpreisträger, schließt mit diesen Versen ein berühmtes Gedicht aus seinem Werk “Scaffolding” (“Baugerüst”): “Wir können das Gerüst fallen lassen. Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Mauer gebaut haben.”

Bei Miteinander für Europa geht es darum, Brücken zu bauen, keine Mauern. Mit dem Abbau des zwanzig Jahre alten Gerüsts kann dieses Netzwerk sicher sein, dass Brücken gebaut und Menschen miteinander in Verbindung gebracht wurden – und dass diese Menschen auf diesem Weg weitergehen werden.

Quelle:  http://www.unitedworldproject.org/en/watch/20-years-of-together-for-europe/

Augsburg, Keime einer neuen Zeit

Beim letzten Treffen des Trägerkreises von Miteinander für Europa in Ottmaring/Augsburg vom 7. – 9. November, gab es eine beeindruckende Vielfalt von Teilnehmern und entsprechend unterschiedliche Echos:

„Wir danken Gott für dies ‚Phänomen des Miteinanders‘, das sich in all diesen Jahren in ein Laboratorium des gegenseitigen Kennenlernens, der Gemeinschaft, der Einheit, der Hoffnung für unseren Kontinent entwickelt hat.“

„Ich habe eine starke Bewegung gegen die Tendenzen von Zersplitterung und neuen Spaltungen wahrgenommen .“

„Die Tatsache, dass wir unsere Begegnung im Rathaus von Augsburg abhalten konnten, hat Miteinander für Europa sichtbarer gemacht mit seinem Einsatz im Sozialen, für das gesellschaftliche Leben in einer Stadt, mit Anstößen für eine neue Politik als Weg des Friedens unter allen Völkern.“

„Bisher hatte ich keine solchen Menschen kennengelernt, die die Zeichen der Zeit erforschen und  – gemeinsam und konkret –  überlegen, was sie für die anderen tun können, für das eigene Land sowie für die anderen Länder in Europa.“

„Mir wurde klar, dass es kein FÜR gibt, wenn es nicht vorher das MITEINANDER gibt.“

„Von den evangelischen Christen lernend habe ich als Katholik verstanden, dass ich mich bekehren muss, was das Gebet betrifft.“

„Mich fasziniert die Gestalt des ‚verschwindenden Vermittlers“ (v. relazione Herbert Lauenroth unter “Programm und Dokumente”)  an den Grenzen der Beziehungen. Miteinander für Europa habe ich erlebt als eine Begegnung, die geprägt war von einer starker Einheit unter 55 Bewegungen verschiedener Konfessionen, aus 23 Ländern, bei der auch die politische Seele eines sich erneuernden Europas zum Vorschein kam, wo die Nationen die Einheit in Verschiedenheit, in Freiheit, fern von Nationalismus suchen.“

„In Rom gibt es wenige Christen anderer Konfessionen; so habe ich hier die Offenheit für die ökumenische Dimension gefunden, durch den konkreten Kontakt  mit Personen desselben Glaubens, auch wenn sie zu verschiedenen Traditionen gehören. (…) Mir ist deutlich geworden, welch kultureller Wert aus unserem Einsatz der 7 JA hervorgeht; wir können beitragen zur Verbesserung der Zivilgesellschaft entsprechend der ursprünglichen Intention der Gründerväter des vereinten Europas, die nicht nur den Frieden, sondern die soziale Gerechtigkeit und die Geschwisterlichkeit der Völker anstrebten.“

„Ich spüre den Wunsch, das ‚Miteinander‘ in den Alltag einzubringen, indem ich mit meinen Nachbarn, die aus einem anderen Land stammen, beginne.“

„Hier habe ich gelernt, wie schön es ist, dass wir verschieden sind. Die Verschiedenheit entspricht dem Willen Gottes. Je verschiedener wir sind, desto stärker ist die Gegenwart Gottes. Das zu entdecken ist eine echte Herausforderung.“

Miteinander für Europa ist für mich ein Ort der Hoffnung geworden, wo die Begegnung und die Versöhnung die Zukunft vorbereiten, wo die verschiedenen Völker bereit sind, sich kennen zulernen mit ihrer Geschichte und Tradition. Es geht darum Brücken zu bauen anstatt Mauern.“

„Indem wir als Christen verschiedener Kirchen zusammenarbeiten, erfahre ich einerseits die Schönheit der Kirche Christi mit ihrem weiten Atem und spüre, dass meine christliche Identität gewachsen ist. Im politischen und religiösen Kontext in dem wir in Europa leben, möchte ich auch durch meinen Dienst an den Flüchtlingen Zeugnis geben.“

Vielleicht sind dies einige Samenkörner, Frucht einer 20jährigen Erfahrung, die erneut keimen  und eine weitere Etappe der Geschwisterlichkeit in Europa und darüber hinaus bewirken können.

Infos über das Treffen gibt es hier>>

Das internationale Sekretariat von Miteinander für Europa

Jubiläumsfeier im Augsburger Rathaus

Botschafter der Versöhnung und Zeichen der Hoffnung. Miteinander für Europa feiert im Augsburger Rathaus 

300 Mitglieder aus 55 christlichen Gemeinschaften und Bewegungen verschiedener Kirchen aus 25 verschiedenen Ländern Europas waren am heutigen Samstag im Augsburger Rathaus zusammen, um drei denkwürdige Jubiläen zu begehen: Vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer und für Europa begann eine neue Ära der Begegnung zwischen Ost und West. Vor 20 Jahren wurde in Augsburg die «Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigung» von Vertretern des Lutherischen Weltbundes und der Katholischen Kirche unterzeichnet, und am gleichen Tag kam nachmittags in Ottmaring die erste Gruppe von Verantwortlichen verschiedener katholischer, evangelischer und freikirchlicher Gruppierungen zusammen – die Geburtsstunde des Netzwerkes «Miteinander für Europa». Die drei Ereignisse waren für die Anwesenden eng miteinander verknüpft und prägen den «Gründergeist» der Initiative.

„Ihr seid Botschafter der Versöhnung“, ermutigte der evangelische Bischof i.R. Christian Krause die Anwesenden. Er hatte 1999 als damaliger Präsident des Lutherischen Weltbundes die „Gemeinsame Erklärung“ mit unterzeichnet und erinnerte als einer der Zeitzeugen an die vielen ermutigenden Schritte, die in der Ökumene dadurch und seitdem getan wurden. Im aktuellen Klima zunehmender Europa-Skepsis und politischer Polarisierung brauche es gerade die Erfahrung der Bewegungen und geistlichen Gemeinschaften von versöhnter Verschiedenheit.

Bertram Meier, derzeitiger Diözesanadministrator in Augsburg, unterstrich im Dialog mit seinem evangelischen Kollegen Regionalbischof Axel Piper die Bedeutung dieser Fähigkeit zur Versöhnung.  „Einheit in Verschiedenheit ist auch innerkirchlich eine Herausforderung. Es geht darum, einander verstehen zu lernen und das nicht nur vom Verstand, sondern auch vom Herzen her“. Piper bestätigte, dass genau dieses Bemühen auch die ökumenischen Beziehungen in Augsburg präge: „Aber wir müssen neugierig füreinander bleiben, uns füreinander interessieren, denn wir können viel voneinander lernen!“

Gerhard Proß, Moderator des Ökumene-Netzwerkes, skizzierte dann Perspektiven für die Zukunft: Es gelte, der Versuchung, neue organisatorische Strukturen zu entwickeln, zu widerstehen und stattdessen das Thema Versöhnung zu vertiefen. „In Zeiten des Auseinanderdriftens und der Tendenzen zur Abgrenzung wollen wir ein prophetisches Zeichen für ein glaubwürdiges Miteinander in Europa sein“.

Einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftspolitischen Dimension von „Miteinander für Europa“ gab am Nachmittag der tschechische Senator Pavel Fischer. Er beschrieb ein aktuelles Bild des Engagements für Freiheit und die Würde des Menschen im Kontext einer stark medial beeinflussten Gesellschaft in Europa. „Wir müssen zu aktiven Bürgerinnen und Bürgern werden, den Mut haben, uns für andere, für die Schwachen einzusetzen, die Stimme für Gerechtigkeit zu erheben“, forderte er die Zuhörer auf.

Pater Heinrich Walter von der Schönstatt-Bewegung zog am Ende des Tages Bilanz: „Europa braucht diesen positiven Geist, denn Unheilsboten gibt es schon genug!“ Anschließend machte sich die Gruppe aus dem Rathaus auf den Weg in die evangelische Kirche St. Anna, in der 1999 die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre unterzeichnet worden war. Dort endete der Tag mit einem ökumenischen Gebet und einer Lichterprozession. Auf dem Platz vor der Kirche fand das Jubiläum mit Gesängen und einem Segen seinen feierlichen Abschluss.

Zweiter Kongresstag in Ottmaring

180 Teilnehmer aus 20 Ländern (Live-Übersetzung in 5 Sprachen) und 55 unterschiedlichen Bewegungen und Gemeinschaften verschiedener Kirchen sind in Ottmaring zusammen: dort wo Miteinander für Europa vor 20 Jahren begonnen hat.

Ein Teilnehmer, der erst vor kurzem mit dem Netzwerk in Kontakt kam stellt fest: „Hier wird das beste in jedem geweckt!“

Zum Tageseinstieg begleitet Andy Pettman die Teilnehmer in einen Moment der Reflexion die zur „Antwort aus Dankbarkeit” führt. „Den Samen in den Früchten erkennen“ – das wird danach für alle ganz greifbar als Thomas Römer dazu einlädt, Papiertüten mit Samen zu füllen als Symbol für das, was aus 20 Jahren Weggemeinschaft erwachsen ist: Diese Samen gilt es nun erneut voller Vertrauen und Hoffnung auszusäen.

Besonders intensiv wird es bei den folgenden Beiträgen:  Sr. Nicole Grochowina erklärt die Wirksamkeit des „Prophetischen im Prekären“ und Herbert Lauenroth die Notwendigkeit lebendige Grenzgänger „Accross all borders“  zu werden.

Viele Momente des Austauschs – mal in spontanen Kleingruppen im Saal, mal nach Sprachen – lassen die dichte und familiäre  Atmosphäre unter den Anwesenden weiter wachsen.

Der Nachmittag beginnt mit einem Moment des Kennenlernens des „Gebetshaus Augsburg” durch die Präsenz von Johannes Hartl. Weiter geht es mit intensiven Gesprächen im Plenum um Gehörtes und Erlebtes gemeinsam zu reflektieren und weitere Schritte für die Zukunft zu erspüren.

Am Abend begeben sie Kongressteilnehmer nach Augsburg, wo sie der Bürgermeister im „Goldenen Saal“  des Rathauses zu einem Empfang erwartet. Ein Besuch in der Innenstadt schließt den erlebnisreichen Tag ab.

Siehe auch „20 Jahre Miteinander” >>

 

Augsburg – Friedensstadt

Augsburg blickt auf eine mehr als 2000-jährige Geschichte zurück (Gründung 15 v. Chr.). Die Stadt entstand als römisches Militärlager. Mit den Römern war das Christentum gekommen, und so war seit ihren Anfängen christliches Leben in der Stadt.

Confessio Augustana

Im 16. Jahrhundert wurde Augsburg ein bedeutender Ort der Reformation, Schauplatz der Gespräche zwischen Martin Luther und dem päpstlichen Gesandten Kardinal Cajetan, die letztendlich den Bruch mit der damaligen Kirche von Rom einleiteten.

Augsburg war mit den Reichstagen eine der wichtigsten Städte im Heiligen Römischen Reich geworden. 1530 legten die Reichsstände dem Kaiser die confessio augustana, vor. Es wurde das evangelische Grundbekenntnis. Dieses „Augsburger Bekenntnis“, verfasst von Philipp Melanchton, kann als Versuch gewertet werden, die zerbrochene religiöse Einheit wieder herzustellen.

Augsburger Religionsfriede

Nicht einmal 10 Jahre später wurde Augsburg Stadt des Religionsfriedens: auf dem Reichstag von 1555 wurde der Augsburger Religionsfrieden beschlossen, der von politischer Seite die Parität, das friedliche gleichberechtigte Zusammenleben der beiden Konfessionen regeln sollte. Alle städtischen Ämter wurden gleichberechtigt unter den Konfessionen verteilt. Dies schützte die jeweils in der Minderheit befindliche Konfession. Wenn es auch noch weitere 100 Jahre mit einem furchtbaren „Dreißigjährigen Krieg“ dauern sollte, bis mit dem „Westfälischen Frieden“ von 1648 die Parität und der Friede auch in Augsburg dauerhaft umgesetzt wurde, war dennoch der Augsburger Religionsfrieden der erste und entscheidende Schritt in Richtung religiöser Toleranz.

Friedensfest

Denn am 8. August 1650 feierte man in Augsburg zum ersten Mal das Hohe Friedensfestzunächst ein Fest der evangelischen Christen, als Dank weil sie nun – nach langen gegenseitigen Machtkämpfen – ihre Kirchen wieder zurückerhielten und ihre Gottesdienste wieder feiern konnten. Es wird bis heute gefeiert, seit vielen Jahrzehnten ist es ein gemeinsames Friedensfest, das die ganze Stadt, mit ihren politischen Verantwortlichen, mit ihren Kirchen, mit den Bürgern ihrer Stadt in ökumenischer Verbundenheit weit über die Grenzen der Konfessionen hinaus feiert. Der „Runde Tisch der Religionen“ verantwortet heute am Vorabend des Hohen Friedensfestes ein multireligiöses Friedensgebet. Der 8. August ist seit 1950 ein zusätzlicher gesetzlicher Feiertag für alle Augsburger.

von Brigitte Pischner und Margarete Hovestadt

20 Jahre Miteinander!

Die Feier von 20 Jahre Miteinander für Europa (MfE) verbindet Historie, Kirchen und die Gesellschaft von heute zu einem dreifachen Fest. Der Trägerkreis von MfE trifft sich in Ottmaring (Deutschland), vom 7. bis 9. November 2019. Auf dem Programm stehen u.a. ein Empfang im Augsburger Rathaus und der Besuch von bedeutenden Orten der Stadt, wie die Kirche St. Anna. Es geht um ein neues, vielversprechendes Treffen der Völker in Europa.  

Der Termin spricht für sich! Am 31. Oktober 2019 jährt sich in Augsburg die Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre zwischen der Katholischen Kirche und dem Lutherischen Weltbund; am selben Tag sind es 20 Jahre seit dem ersten Treffen zwischen evangelischen und katholischen Gemeinschaften und Bewegungen in Ottmaring und damit der Beginn von Miteinander für Europa; am 9. November 2019 begehen wir die 30 Jahre Fall der Berliner Mauer und damit auch das Ende des „Eisernen Vorhangs“. 

Jubiläen laden uns immer ein, zu danken und gleichzeitig nach vorne zu schauen. Das Programm des Treffens, das beides ermöglichen will, findet im Ökumenischen Lebenszentrum von Ottmaring sowie im Rathaus und der St. Anna Kirche von Augsburg statt und.

Nach den im November 2018 in Prag>> gemeinsam unternommenen Schritten und dem „Europatag 2019>> soll  das Treffen in Deutschland eine weitere Werkstatt für konkrete Projekte zum Wohl unseres Kontinents sein.

Durch Experten und im Dialog mit ihnen, werden dann einige der heutigen Herausforderungen in den Blick genommen: Angst, Grenzen, Mauern.

Am Freitagabend, 8. November, lädt der Bürgermeister der Stadt Augsburg im  Rathaus zu einem offiziellen Empfang ein.

Am Samstag, 9. November, setzt sich die Veranstaltung im Rathaus von Augsburg fort

  • 20 Jahre Gemeinsame Erklärung zur Rechtsfertigungslehre: Beitrag des ev. Bischofs Christian Krause: Geschichte und Folgen: welche Bedeutung heute?
  • Miteinander für Europa: Frucht der Gemeinsamen Erklärung, Erfahrung der Einheit, Perspektiven, Entwicklungen in Europa
  • Schritte auf dem Weg zur Einen Kirche Jesu: Visionen des einen Volkes Gottes
  • 30 Jahre Fall der Berliner Mauer und des „Eisernen Vorhangs“ in Europa
  • Aktuelle Herausforderungen In Europa: Pavel Fischer (Prag)

In der Kirche St. Anna wird anschließend in verschiedenen Sprachen für Europa gebetet. Danach, auf dem Platz vor der Kirche, folgt ein Moment der Danksagung mit Kerzen, Liedern, Gebeten und kurzen Zeugnissen.

Mehr Informationen zum Tag in Augsburg

Am Samstag, 9. November, werden Mitglieder des Netzwerkes aus allen Teilen Deutschlands erwartet. Für Informationen/Anmeldung bitte an Marianne Clauß schreiben: CVJM Esslingen (Kiesstraße 3-5, 73728 Esslingen, Fax: (0711) 396 96 545; Tel: (0711) 396 96 515, Mail: marianne.clauss@cvjm-esslingen.de

Download: Einladungsflyer 9. November

20191109MfE EinladungAugsburg WEB (772.3 KB, 44 downloads)
 

Die Berufung von Ottmaring

VIDEO – INTERVIEW

Seit einiger Zeit laufen die Vorbereitungen für die Feier der „20 Jahre Miteinander für Europa“. Der Funke dieses originellen ökumenisch-europäischen Netzwerkes entstand im Ökumenischen Lebenszentrum Ottmaring nach der historischen Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre in Augsburg.

Severin Schmid hat die Entstehung dieser Weggemeinschaft – von der „die Partitur im Himmel geschrieben ist“ – erlebt und an ihrem Entwicklungsprozess mitgewirkt. Darüber haben wir ihm einige kurze Fragen gestellt.

Ilona Toth aus Ungarn, Mitglied des derzeitigen Leitungskomitees von Miteinander für Europa, nahm 2018 an der Feier zum 50-jährigen Bestehen von Ottmaring teil. Welchen Eindruck hat ihr dieses ökumenische Zentrum bei Augsburg gemacht?

Die Schönheit der Vielfalt erleben

Maria Voce, auch als Emmaus bekannt, ist Mitglied des Leitungskomitees von Miteinander für Europa. Innerhalb der Fokolar-Bewegung, deren Präsidentin sie ist, findet in diesem Sommer eine Veranstaltung auf europäischer Ebene statt. 

Aus Ihren Interviews, die Sie im Blick auf diese Veranstaltung gegeben hat, haben wir zwei ausgewählt, da sie den Geist unseres Netzwerkes unterstreichen. 

Foto: Diego Goller

Fest Europas, Fest der Völker

Am 9. Mai hat der Europatag auch die Menschen von Miteinander für Europa mobilisiert:  Teile eines Mosaiks, das ein vielversprechendes Gesicht Europas zeichnet. Die Gruppen, die die Veranstaltungen organisierten – Bewegungen, Gemeinschaften und Vereinigungen verschiedener Kirchen – waren ein Ausdruck davon.

Was kann Menschen aus Prag, Zürich und Rom mit Menschen von Mailand, Toulouse, Esslingen und Ljubljana und mit jenen aus Padua, Brüssel, Selbitz und Palermo verbinden? Was verbindet Menschen von Lyon, Viterbo und Straßburg mit jenen von Trient, Paris, Triest und Klagenfurt? So unterschiedliche Sprachen, Geschichten, Ethnien und Kulturen?! Nur ein einziger Wunsch. Die „Glückseligkeit“ der Völker zu erfahren: «Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist» (vgl. Ps 33,12). Menschen, die einerseits ihre eigene Charakteristik haben, eine starke Identität, ihre eigene Geschichte und Kultur, sich aber gleichzeitig auch als Teil jenes Volkes sehen, das «der Herr sich zum Erbteil erwählt hat». Die Feier des Europatages hat die Gestalt dieses «Volkes des Herrn» skizziert.

Dazu gehören Menschen, die vor allem spüren, dass sie gemeinsam beten sollen und den Verantwortlichen der verschiedenen Kirchen damit auch die Möglichkeit geben, einander und den Gläubigen zu begegnen. Dazu gehören jene, die in ihren Städten bei konkreten Aktionen zusammenarbeiten möchten. Andere wiederum setzen vor allem auf Dialog und organisieren über Grenzen hinaus Versöhnungsbegegnungen zwischen ethnischen Gruppen, die oft aus historischen Gründen in Spannungen leben. Zu diesem Volk gehören Personen, die besonders sensibel für soziale Fragen sind und dies – auch die Politik einbeziehend – mit ihrem Einsatz in Krankenhäusern, unter Migranten, in Familien oder im Umgang mit Jugendlichen bezeugen. Manche fühlen sich in besonderer Weise von den kulturellen Herausforderungen angesprochen und organisieren Podien zum Dialog zwischen Ost- und Westeuropa oder versuchen, die Öffentlichkeit für gerechtere Wirtschaft und nukleare Abrüstung zu sensibilisieren. Es gibt auch jene, die Sichtbarkeit wichtig finden und Märsche organisieren, während andere Experten einladen, um zum Nachdenken anzuregen. Wie viele andere Beispiele könnten man noch anführen… Ist sie nicht schön und dynamisch, diese reiche Vielfalt eines «Volkes», in dem jeder aus dem je eigenen Charisma schöpft und die Früchte zum Wohle vieler teilt?

Auch die Presse nimmt diese Stimmen wahr.  Die Tageszeitung La Repubblica, Ausgabe von Rom, provoziert: «Wird Europa seiner Berufung treu bleiben, die darin besteht, Traditionen, Visionen und Religionen miteinander zu verbinden? Ja, wenn dies auf der Grundlage seiner christlichen Wurzeln geschieht, die zur Begegnung von Menschen, Gruppen, Ethnien und Völkern führen und das Positive jeder Kultur fördern. Das ist sein Beitrag für die gesamte Menschheit, eine Einheit in versöhnter Vielfalt zu erreichen, die sich gegenseitig bereichert». Vita Trentina, diözesane Wochenzeitschrift von Trient, schreibt: «Miteinander für Europa betont, dass die Zukunft Europas in einer Kultur des Miteinanders liegt». Die Cronaca di Palermo listet die starken, vor 1.600 Anwesenden erzählten Zeugnisse auf, wie Mitglieder verschiedener Kirchen das tägliche Leben ihrer Städte gemeinsam verändern. L‘Avvenire, katholische Tageszeitung, schreibt auf der Seite zu Mailand: «Aufnahmebereitschaft und Einheit in Vielfalt. Das ist Europa nach Ansicht der Christen.» In der Wochenzeitung der Diözese Padua liest man: «Padua nimmt die Dringlichkeit der europäischen Situation wahr und den Wunsch, das gesellschaftliche Geschehen mit dem christlich-religiösen Geist zu verbinden».

Das sind nur einige Blitzlichter der heutige Geschichte Europas. Die sechs Veranstaltungen in Österreich, die vier Abende in Wien mit politischen Vertretern, waren Ausdruck von einem «lebendigen Europa, das  seiner Berufung entsprechen will». In Deutschland, in mehreren Städten Frankreichs, in der «Europa-Kapelle» in Brüssel, in Prag, Klagenfurt und in Ljubljana wurde bezeugt, dass «alles aus dem Miteinander entsteht, wächst und erblüht!»

Danke, «Europatag», dass du Energien mobilisiert, die Potenziale unseres Kontinents deutlich gemacht und die Hoffnung im Blick auf die Zukunft neu belebt hast.

Ada Maria Guazzo, Ilona Toth

Um zu den Initiativen in den einzelnen Städten und Regionen zu gelangen, hier klicken>>

Europe Day 2019 Wien

Sechs bedeutende Dialog-Begegnungen in Wien: Vier Abende, gefolgt von einer Abschlussveranstaltung am 11. April im HAUS DER EUROPÄISCHEN UNION und einem Ökumenischen Gebet für Europa am 5. Mai in der Evangelisch-Lutherischen Stadtpfarrkirche.

Die vier Abende im Einzelnen:

Erasmus – Europa bilden
CAFÉ CASPAR, Di 19. März 2019 / 18.30 bis 21.00 Uhr
Gastgeberin: Sabine Krammel, Fokolar – Bewegung
Impulse: Erasmus-StudentInnen, Evangelische Hochschulgemeinde
Referentin: Dr.in Andrea Schmölzer, Abt. EU Koordination BM BWF.
Moderator: Sekt.Chef Hon.-Prof Dr. Raoul Kneucker
Podiumsdiskussion mit geladenen EU ParlamentarierInnen

Video ansehen: Erasmus – Europa bilden>>

Heimat und Migration
RUMÄNISCH-ORTHODOXE KIRCHE
Do. 21. März 2019 / 19:00 Uhr
Gastgeber: Bischofsvikar Dr. Nicolae Dura; Grußwort des Rumänischen Botschafters
Impulse: Menschen mit Flucht – und Migrationserfahrung
Referentin: Prof. Dr. Regina Polak
Moderator: Altbischof Mag. Herwig Sturm
Podiumsdiskussion mit geladenen EU ParlamentarierInnen

Video ansehen: Heimat und Migranten>>

„Wort und Brot“ – die soziale Dimension
IMPULSCAFE CVJM Wien
Do. 28. März 2019 / 19:00 bis 21:00 Uhr
Gastgeber und Moderator: Sascha Becker, CVJM Wien
Impulse: Mitarbeiter des Impulscafé
Referent: Mag. Martin Schenk,Diakonie Österreich, Armutskonferenz
Podiumsdiskussion mit geladenen EU ParlamentarierInnen

Video ansehen: Wort und Brot – die soziale Dimension>>

Judentum in Europa heute – der neue und alte Antisemitismus”
JÜDISCHES INSTITUT FÜR ERWACHSENENBILDUNG
Mi. 27. März 2019 / 19:00 bis 21:00 Uhr
Gastgeberin und Moderatorin: Marie-Louise Weissenböck, Christen an der Seite Israels
Referent: Dr. Stephan Grigat.
Podiumsdiskussion mit geladenen EU ParlamentarierInnen

Video ansehen: Judentum in Europa heute – der neue und alte Antisemitismus>>

Siehe auch>>

Foto und Video der 4 Veranstaltungen: (©MfE Wien, Chiarina Marent)

 

 

Europe Day 2019 Straßburg

In Straßburg Konferenz mit Gesprächsrunde und Ökumenisches Gebet für Europa 

Am 9. Mai im Studentenhaus – Konferenz und Diskussionsrunde

Am Donnerstag fand im Straßburger Studentenhaus – einem symbolträchtigen Ort, wie der Referent sehr bewegt bemerkte und daran erinnerte, dass Robert Schumann diese Orte regelmäßig besucht hat –ein Abendprogramm statt.

Zusammen mit der ACI (Unabhängige Katholische Aktion), mit «Terre Solidaire» (Komitee gegen Hunger und für Entwicklung), mit DECERE (Christen für Europe, moderiert von den Dominikanern), mit Pax Christi und mit der Fokolar-Bewegung haben wir diese abendliche Debatte organisiert. Rund 100 Personen hörten mit großem Interesse die Rede von François Brunagel zu, dem ehemaligen Protokollchef des Europäischen Parlaments, der mit klaren Worten über die Herausforderungen Europas sprach. Er zeigte auf, weshalb die Gründung Europas kurz nach dem Zweiten Weltkrieg als Wunder bezeichnet werden kann. Er sagte, dass jetzt eine neue Inspiration nötig sei, um Europa voranzubringen und seine wichtigsten Merkmale zu fördern: Frieden, Wohlstand, Achtung der Menschenrechte.

Dann folgten zwei Zeugnisse: das erste von einem jungen Mann, der vom Erasmus-Programm profitiert hat; das zweite von einer jungen Frau aus Kamerun, Asylantin, mit positiven und negativen Erfahrungen, die die Vorteile und Grenzen Europas aufzeigten. Im anschließenden Podiumsgespräch klärten sich viele Punkte und es wurde verständlicher, was Europa erreichen kann und was nicht in seiner Kompetenz liegt, da es sich um nationale Aufgaben der einzelnen Länder handelt. Das Gespräch wurde von der Direktorin des Rundfunks der elsässischen Kirchen moderiert und hätte noch viel länger weitergehen können.

Am 10. Mai im «Temple Neuf» – Ökumenisches Gebet für Europa

Am darauffolgenden Tag fanden sich im «Temple Neuf» (Neuer Tempel), der evangelischen Kirche im Zentrum Straßburgs, etwa 200 Personen zu einem Gebets ein um ihr Engagement für Europa zu bekräftigen.

Dieses ökumenische Gebet findet jeden Freitag statt. Der aktuelle Anlass wurde durch Fürbitten für Europa und zwei Kommentare über die Seligpreisung der Feindesliebe bereichert. Die Feindesliebe war in der Tat ausschlaggebend bei der Gründung der Europäischen Union nach dem Zweiten Weltkrieg, die 70 Jahre Frieden ermöglicht hat und die nach wie vor unverzichtbar ist, wenn wir ein «christliches Europa» wollen.

Ein starker Moment war das Gebet des Volkes. Die Anwesenden haben einen goldenen Stern erhalten, und in Gruppen von zwei bis drei Personen haben sie einen Wunsch geschrieben, eine Bitte an Europa. Die Sterne wurden auf den Altar gelegt, der von einem blauen Tuch bedeckt war, das die europäische Flagge darstellte und an einen Sternenhimmel erinnerte. Der Segen wurde in ihrer jeweiligen Sprache von sieben Personen aus Polen, Zypern, Frankreich, Deutschland, Italien, England und dem Elsass gesprochen.

Es folgte ein Empfang mit Käse und Weinen aus den Ländern der Europäischen Union, geschmückt mit Fähnchen der jeweiligen Länder. Vertreter von Bewegungen und kirchlichen Vereinigungen waren erfreut, sich besser kennengelernt und gemeinsam mehr Sichtbarkeit gewonnen zu haben. Es wurde ein dynamischer Prozess in Gang gesetzt, der sicherlich eine Fortsetzung haben wird.

Das Team von Miteinander für Europa in Straßburg

©Foto: Studentenhaus_Michel Batt; Temple Neuf_Olivier Benoît

Europe Day 2019 Toulouse

Am 11. Mai 2019 fanden sich in Toulouse 60 Teilnehmer im Geiste von Miteinander für Europa ein, anwesend auch Gérard Testard vom europäischen Leitungskomitee und zwei Mitglieder des nationalen Komitees. Neben den Vertretern der Bewegungen kamen auch andere am Thema «Europa» Interessierte.

Gérard Testard hielt ein aufschlussreiches Referat, in dem er die Bedeutung Europas hervorhob und den Einfluss europäischer Entscheidungen auf unser tägliches Leben. Er unterstrich den Beitrag, den Christen zur Zukunft des Kontinents geben können, mit Werten wie Einheit, Gemeinwohl, Solidarität, Kooperation. Er sprach auch über die Aufgabe Europas in der Welt. Der anschließende Austausch gab zusätzliche Klarheit.

Am Ende haben wir das Bündnis der gegenseitigen Liebe geschlossen und ein Gebet für Europa vorgelesen, das Gérard Testard verfasst hat (siehe weiter unten).

Wir erlebten einen schönen Moment der gemeinsam gelebten Geschwisterlichkeit. Jemand sagte: «Ich wollte nicht zur Europawahl gehen, aber nach dieser Rede habe ich meine Meinung geändert»; «Ich war sehr berührt und angesprochen vom Bündnis der gegenseitigen Liebe als Grundlage, um Christus im Europa von heute zu bezeugen.»

Die Gruppe von Miteinander für Europa in Toulouse

Zum Herunterladen: Gebet von Gérard Testard (französisch)

Prière Pour L'Europe - G Testard (268.0 KB, 48 downloads)

Europe Day 2019 Roma

Auch Rom hat den Europatag feierlich begangen

Die römische Gruppe von Miteinander für Europa (in der 13 Bewegungen aktiv sind *) hat die Anregung von Prag beim Treffen des Trägerkreises im November letzten Jahres aufgenommen und vom 25. März bis 9. Mai zu verschieden Feiern und Gebete für unseren Kontinent eingeladen. In den dazu aufgesuchten fünf Basiliken sind die jeweiligen Gemeinden mit einbezogen worden.

Es wurde dann beschlossen, die Gedenkveranstaltung des Europafestes in mehreren Etappen durch Initiativen vorzubereiten, die sich auf einige der in Stuttgart 2007 formulierten «7 Ja» beziehen.  Um das «Ja zum Leben und zur Familie» zu präsentieren, hat man sich ins Programm des «Villaggio per la Terra» in der Villa Borghese aufnehmen lassen. Der Beitrag bestand aus einem Impuls von Gianluigi de Palo (nationaler Präsident des Forum für Familienvereinigungen) über «Je stärker die Familie, desto stärker Europa» mit der Moderation von Alessandra Balsamo (Präsidentin des Forum für Familienvereinigungen Lazio) und dem Bericht von Vincent Bassi (Vize-Präsident FAFCE), der reich an persönlichen Erfahrungen war. Um das «Ja zur Schöpfung» zu bekräftigen, unterstützen wir die Konferenz, die am Morgen des 8. Mai vom Verband «La Civiltà dell’Amore» über das Thema «Nuklearer Frieden und ökologische Herausforderungen» im Vatikan stattfand.

Am Nachmittag desselben Tages begann die zentrale Veranstaltung im Saal «Spazio Europa» (Raum Europas), der vom Büro des Europäischen Parlaments in Italien und der Vertretung der Europäischen Kommission verwaltet wird. Dort fand ein kulturelles Treffen mit dem Titel «Im Geist der Gründerväter, eine neue Wirtschaft für Europa», mit der Anwesenheit von Prof. Leonardo Becchetti (Professor für Politische Ökonomie an der Tor Vergata Universität in Rom) statt. Es folgte eine rege Debatte. Die Konferenz wurde als von hohem wissenschaftlichem Inhalt und von großem Interesse für alle 100 Teilnehmer definiert, die die große «didaktische» Leidenschaft des Referenten sehr geschätzt haben: Mehr als eine Lektion über nachhaltige Wirtschaft, ging es um eine tiefe Reflexion, reich an originellen und klärenden Anregungen.

Nach dem kulturellen Treffen zogen wir in die schöne Basilika der XII Apostel zu einem ökumenisches Gebet für Europa. Es stand unter dem Bibelwort «…jeder hörte sie in seiner Sprache reden» (Apg 2,6).

Vor etwa 400 Anwesenden wechselten sich am Altar zur Bibellesung und zu kurzen Betrachtungen der Franziskaner Bruder Agnello, Gabriela Lio (Baptistin, Predigerin), Luca Maria Negro (Präsident des FCEI), Pater Federico Lombardi (Jesuit, ehem. Pressesprecher des Vatikans), Archimandrit Simeon Katsinas (orthodoxes Patriarchat von Konstantinopel), der Weihbischof von Rom, Generalsekretär des römischen Vikariats Gianrico Ruzza, Pater Gheorghe Militaru (Vertretung des Bischofs Siluan, des rumänisch-orthodoxen Patriarchats).

Interessant und von wichtigem Inhalt waren alle Beiträge, wie die Analyse des heutigen Europas seitens Enzo Romeo, Journalist; die Präsentation der «Mütter Europas», begleitet von bedeutenden Zitaten; das Zeugnis der 20 jährigen Rola aus Homs (Syrien), die dank der humanitären Korridore nach Rom kommen konnte. Die Teilnahme von Vertretern verschiedener Kirchen wurde besonders geschätzt, da sie der Veranstaltung eine ökumenischen Dimension gab, die mit Fakten zeigte, dass die gegenseitige Liebe stärker ist als die Unterschiede.

Einen wichtigen und sehr harmonischen Beitrag gab auch der Chor, der sich zu diesem Anlass als solcher gebildet hatte und aus 28 Personen aus 5 Bewegungen bestand.

Die Gruppe Miteinander für Europa, Rom

(©Foto: Elena Coppola / Maurizio Sabbatucci)

 

Europe Day 2019 Paris

Die verschiedenen Initiativen von Miteinander in Paris

Am 2. April trafen wir uns für einen Moment des ökumenischen Gebets in der schönen Kapelle der Diakonissen von Reuilly in Paris, Gebet das organisiert und geleitet wurde von der Gruppe Miteinander für Europa (MfE ) und der Gemeinschaft vor Ort.

«Allen einen guten Abend und vielen Dank, dass ihr gekommen seid. Es fehlen nur noch wenige Tage bis zu den Europawahlen und wir wollen Gott alle Diskussionen anbefehlen, die Gedanken, die unseren Geist und unser Herz bedrängen. Und wir wollen gemeinsam für Europa beten.»  So haben wir uns gegenseitig begrüsst.

Nach einer Vorstellung der Initiative MfE folgten Lieder, Meditationen, Zeiten der Stille. Den Höhepunkt des Abends erlebten wir – nach einer Meditation über die «7 JA» aus der Botschaft von Stuttgart 2007 –, als jeder ein Gebet schreiben, es allen vorlesen und es dann auf einer Europakarte anheften konnte. Unser Gebet wurde dann noch ausgeweitet auf die ganze Welt, insbesondere auf Afrika, mit Hilfe eines Sängers, der viele Jahre auf diesem Kontinent gelebt hat. Am Ende des Abends war es nicht leicht, wieder auseinander zu gehen, so tief war die Beziehungen der Einheit geworden.

Am 4. Mai waren wir wie im vergangenen Jahr auf dem Rathausplatz von Paris versammelt, um Europa zu feiern. Mit 40 weiteren Organisationen, die für Europa aktiv sind, hatten wir einen Stand im «Village Européen» (Europadorf) aufgebaut. Es war der Anlass für viele Kontakte mit Menschen von Paris und europäischen Passanten. In diesem Jahr haben wir unsere Präsentation auf die «7 JA» ausgerichtet. Verschiedene Personen haben uns bestätigt, wie sehr diese ihren Erwartungen entsprächen.

Am 14. Mai hat die «Gemeinschaft Emmanuel» in einer schönen Kirche in Longjumeau, in der Region Paris, zu einem Gebet für Europa eingeladen. Nach der Präsentation von MfE gab es schöne Loblieder mit vielen Fürbitten für Europa, auf der Grundlage der «7 JA», die als Meditation vorgeschlagen wurden.

Die Eindrücke und Rückmeldungen nach dem Abend haben uns gezeigt, dass dieser Moment des Gebets am Vorabend der europäischen Wahlen wichtig und notwendig war, um alles dem Heiligen Geist anzuvertrauen.

Die Gruppe MfE in Paris

 

 

Europe Day 2019 Trento

Der Text ist vorerst nur auf Italienisch verfügbar.

Foto: © Barbara Passalacqua / Nino Carella

Europe Day 2019 Castel Gandolfo

Leider ist der Text nur auf Italienisch verfügbar.

Foto: ©Thomas Klann

Europe Day 2019 Kärnten

Europahaus Klagenfurt, 3. Mai 2019: Gemeinsam feiern, was uns durch die Vielfalt der Völker in Europa geschenkt ist.

Um den Flyer der Veranstaltung zu sehen, hier klicken>>

Eine Teilnehmerin am Ende der Begegnung: “Ich bin tief bewegt von der heutigen Veranstaltung! Der Geist Gottes war so spürbar, die Beiträge waren durchwegs tiefgründig und intellektuell anspruchsvoll, Einheit über die christlichen Konfessionen, Einheit über die Generationen, Einheit zwischen den Nationen, alle JA starke Zeugnisse, bodenständig und Europabezug durch den Europahaus-Präsidenten, berührende Begegnungen, wunderbare Dekoration, schöner Lobpreis, reiches Buffet, für Leib Seele und Geist ein reiches Angebot!”

Das Team von Miteinander für Europa, Kärtnen

Fotos: ©Angela Rosenzopf-Schurian/Gudrun Kattnig

MfE 3.5.2019 a Klagenfurt_Videoclip von Gudrun Kattnig

 

 

Europe Day 2019 Schweiz

Wir erlebten am Donnerstagabend, 9.Mai mit 22 Christen und Christinnen aus dem Raum Zürich einen tiefen, eindrücklichen Abend des Gebetes für Europa und alle seine Nationen.

Es waren Freunde da aus der Heilsarmee, aus Schönstatt, der Erneuerung aus dem Geist Gottes, aus dem Nidelbad, dem Stadtkloster Philadelfia, aus dem Landeskirchenforum und der Fokolar-Bewegung. Unsere Geschwister aus Osteuropa sind nun tiefer in unseren Gebeten und Gedanken, haben wir sie doch durch ihre konkreten Gebetsanliegen besser kennengelernt.

Wir freuen uns alle auf die Möglichkeit, vielleicht im nächsten November am Trägerkreistreffen in Ottmaring teilzunehmen und diese 20 Jahre Miteinander für Europa zu feiern und uns neu entflammen zu lassen.

die Züricher Gruppe MfE

 

Europe Day 2019 Esslingen

Bei der Veranstaltung in Esslingen am 3. Mai kamen bereits zum vorgelagerten Gebet ca. 80 Personen, darunter der evangelische und katholische Dekan, 3 Pastoren der Freikirchen und Leitende Referentin des CVJM Esslingen. Das Gebet in seiner schlichten Form hat viele berührt. Im zweiten Teil war es vor allem Jeff Fountain, der mit einer sehr dynamischen Rede die Leute mitgenommen hat und die tiefe Verwurzelung im christlichen Glauben für Europa zum Ausdruck gebracht hat (s. Text zum Herunterladen).

Das Referat der Vizepräsidentin des EU Parlaments, Evelyne Gebhardt und die anschließende Podiumsdiskussion mit Politikern war ansprechend und führte direkt zu einem weiteren Gestaltungselement: „Meet the speaker“. Die Teilnehmer blieben bei französischem Wein und italienischer Pizza etc. noch sehr lange im engagierten Gespräch mit den Politiker, ein deutliches Zeichen für die Atmosphäre dieses Abends.

Gerhard Pross

Fotos: ©Kai Gruenhaupt

MfE 3Mai2019 Jeff Fountain Gekürzte Fassung (20.7 KB, 52 downloads)
TfE 3Mai2019 Jeff Fountain Talk Esslingen EN (24.0 KB, 71 downloads)

Gebet für Europa in der Schweiz

Die Gruppe «Miteinander für Zürich» lädt alle ein: Donnerstag, 9. Mai, um 19.00 zum Abschluss des Gebetsweges in Zürich, in der Französischen Kirche. Wir beten  für die Länder des europäischen Kontinents, für Europa (siehe Flyer unten). Möge unser Gebet Türen und Seelen öffnen und Europa bewegen!

Wir freuen uns, wenn ihr mit uns diesen Weg geht, andere dazu anregt und wir uns am 9. Mai zum gemeinsamen Gebet treffen und dabei die Möglichkeit haben, auszutauschen und einander zu ermutigen!

Hier den Flyer herunterladen:  

Flyer Zürich 9 Mai 2019 (79.7 KB, 56 downloads)

Elisabeth Reusser

Prag: Welche Vision für das Europa der Zukunft?

In Prag, im Herzen Europas, organisieren Bewegungen und Gemeinschaften verschiedener Kirchen anlässlich des Europatages Gebete für Europa, gefolgt von einem Podiumsgespräch mit Vertretern aus der Politik. Das Thema: “Welche Vision für das Europa der Zukunft?”

V Praze, v srdci Evropy, u příležitosti Dne pro Evropu, pořádají křesťanská hnutí a společenství z různých církví modlitby za Evropu, na které bude navazovat panelová diskuze se zástupci politického života.

Poster herunterladen (in tschechisch)

SPE Praha 8.5.2019 (645.2 KB, 56 downloads)

Siehe auch Facebook>>

Städte Frankreichs begehen den Europatag

Hier die verschiedenen Veranstaltungen

TOULOUSE

Einige Bewegungen, die sich regelmäßig treffen, werden am 11. Mai 2019 eine offene Begegnung organisieren, um die Ziele von Miteinander für Europa gemeinsam zu vertiefen.

LYON

Nach einer Umfrage in den Strassen von Lyon, plant das örtliche Komitee für den 11. Mai 2019 einen Abend zu den drei Themen, die am stärksten benannt wurden: «Frieden, Kultur, Wirtschaft». Anschließend sammelt man sich zum Gebet für Europa und die bevorstehenden Wahlen.

STRAßBURG  

  • 9. Mai 2019, im Studentenhaus: Konferenz über Europa mit François Brunagel, ehemaliger Vorsitzender des Europaparlamentes, und mit Zeugnissen einer Immigrantin aus dem Kamerun sowie einem Studenten aus dem Erasmus-Programm. Das anschließende Podium wird von der Moderatorin des Radiosenders der lokalen Kirchen geleitet;
  • 10. Mai 2019, in einer evangelischen Kirche: ökumenisches Gebet für Europa, mit den Vertretern von vier Kirchen und mit anschließendem Beisammensein zu Käse und Wein aus verschiedenen europäischen Ländern;

Zu diesen Veranstaltungen wird an den Gottesdienstorten der verschiedenen Kirchen der Region sowie in den Universitäten und öffentlichen Einrichtungen gemeinsam eingeladen, indem die Flyer persönlich verteilt werden. 

PARIS

  • Am 2. April 2019 haben sich zirka 60 Personen in der Kapelle der protestantischen Diakonissen der «Maison d’unité» (Haus der Einheit) zu einem ökumenischen Gebet versammelt, das von verschiedenen Gemeinschaften organisiert wurde. Die «7 Ja» waren die Grundlage der Gesprächsgruppen und der Fürbitten.
  • Am 4. Mai 2019 ist auf dem Rathausplatz im Rahmen des «Village Européen» (Europäisches Dorf) ein Stand vorgesehen, der anlässlich des Europafestes vom Europahaus und der Gemeinde von Paris organisiert wird.
  • 14. Mai 2019, 20.30 Uhr: Gebetsabend für Europa in der Kirche von Longjumeau, einem Vorort von Paris, der von der Fokolar-Bewegung und der Gemeinschaft Emmanuel organisiert wird.

LONGJUMEAU 

Dienstag, 14. Mai 20.30 Uhr Gebet für Europa

Einladungen / Poster zu den verschiedenen Events zum herunterladen (französisch) 

Invitation 11 Mai 2019 Toulouse (75.0 KB, 56 downloads)
Affiche Strasbourg Mai 2019 (857.0 KB, 53 downloads)
Invitation 2 Avril 2019 Paris (177.4 KB, 66 downloads)
Affiche Lyon Mai 2019 (209.5 KB, 58 downloads)
Invitation Longjumeau 14 Mai 2019 (639.8 KB, 60 downloads)

Und was passiert in Rom?

Die Gruppe der Bewegungen und Gemeinschaften von Rom hat die Einladung gerne angenommen, sich gemeinsam am sechswöchigen «Gebetsweg für Europa», vom 25. März bis zum 9. Mai, zu beteiligen.  Die Gemeinden von 5 bedeutenden Basiliken, die mit den Schutzpatronen Europas verbunden sind, wurden mit einbezogen. Einmal in der Woche werden dort reihum die Gebete für Europa stattfinden, mit der Beteiligung der im Miteinander für Europa engagierten Bewegungen.

Zudem werden in verschiedenen Initiativen einige unserer 7 JA vertieft:

  • Beitrag von Gigi De Palo über «Familie» und Austausch mit Hochschülern, am 28. April 2019, 15.30 Uhr, im Begegnungszelt auf dem Hypodrom Villa Borghese, im Kontext des «Villaggio per la terra», www.villaggioperlaterra.it;
  • Fortbildungstagung zum Thema «Nuklearer Frieden und Umweltfragen» in Europa, aus christlicher Sicht, am 8. Mai 2019, 09.00-16.00 Uhr im Institut Maria SS. Bambina – Vatikanstadt, www.nuclearforpeace.org.

Am Vorabend des Europatages, 8. Mai 2019:

  • 16.30 Uhr – «Europa Platz» (eingerichtet vom italienischen Büro des Europaparlaments und von der Kommissionsvertretung in Italien): kulturelle Begegnung «im Geiste der Gründerväter einer neuen Wirtschaft für Europa», mit Prof. Leonardo Becchetti (Dozent für Volkswirtschaft an der Universität Tor Vergata), mit anschließender Debatte;
  • 18.30 Uhr in der Basilika der 12 Apostel (Piazza SS. Apostoli), ökumenisches Abendgebet für Europa, unter dem Motto: «…jeder hörte sie in seiner Sprache reden.» (Apg 2,6)

Flyer Vorabend des Europatages, 8. Mai 2019 (italienisch) 

Volantino 8 Maggio 2019 Roma (228.1 KB)

Slowenien bereitet sich vor

Beim Treffen im Februar diesen Jahres, bei dem fast alle slowenischen Bewegungen und Gemeinschaften von Miteinander für Europa anwesend waren, haben wir die in Prag entstandene Idee ernst genommen, den 9. Mai 2019 als einen Event zu gestalten, der im slowenischen Volk einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen soll. Wir möchten die Werte von Miteinander für Europa präsentieren.

Zudem werden wir uns am 3. Mai zahlreich nach Klagenfurt/Kärnten in Österreich begeben, um auch mit unseren Nachbarn den Europatag zu feiern.

Am 4. Mai werden wir hingegen in Brezje, dem bekanntesten marianischen Wallfahrtsort Slowenien sein, wo Erzbischof Stanislav Zore die Messe feiern und wir gemeinsam um die Einheit in Europa beten werden. Gleich danach ist eine Begegnung der Bewegungen und Gemeinschaften geplant; es wird eine schöne Gelegenheit sein, die Freundschaft, die uns schon lange eint, zu vertiefen.

Um das Projekt “Europatag” in ganz Slowenien bekannt zu machen, wollen wir alle möglichen Kommunikationsmedien nutzen. Bei allen Treffen werden wir auch dieses Jahr verschiedene Persönlichkeiten einladen und auch die Presse, zu der bereits gute Beziehungen entstanden sind.

Ein weiterer Aspekt unseres Engagements ist der Gebetsweg vom 25. März bis 9. Mai, der an vielen Orten in Europa unternommen wird und dem wir uns anschließen.  Zudem haben wir beschlossen, auch für die Versöhnung in Slowenien selbst konkrete Schritte zu tun.

Marianna und Pavel Snoj, im Namen des slowenischen Teams von Miteinander für Europa

 

Kärnten, ein Knotenpunkt von Völkern

Wir sind in Kärnten eine Gruppe von Christen aus verschiedenen Kirchen und Bewegungen und haben im Gebet und Austausch überlegt wie wir unseren “Europatag 2019” feiern könnten.

Durch den Kontakt zum Europahaus Klagenfurt haben wir einen passenden Ort dafür gefunden. So hat unser Plan „Europatag” Gestalt angenommen.

Der Hauptvortrag hat das Thema „Europa ohne Christus?“ Mit der Präsentation unserer 7 JA möchten wir Gedanken anregen, wie wir ein zukunftsfähiges Europa gestalten können.

Wir leben hier in Kärnten an einer Schnittstelle Europas, in der drei Völkerfamilien zu Hause sind. Es siedeln hier seit Jahrhunderten Romanen, Slawen und Germanen. Deshalb haben wir Gäste aus Laibach und Triest sowie aus Graz eingeladen, um miteinander Erfahrungen auszutauschen und einander zu begegnen.

Am 3. Mai 2019 haben wir die Möglichkeit, Zusammengehörigkeit, Verbundenheit und 70 Jahre weitgehend Frieden zu feiern. Gemeinsam können wir darüber nachdenken, was uns durch die Vielfalt der Völker in Europa geschenkt ist.

Mit unserem „Europatag“ möchten wir dafür danken und unserer Hoffnung auf eine friedliche Zukunft Ausdruck verleihen.

Manfred und Fini Wieser, Regionalgruppe Miteinander für Europa, Kärtnen 

Hier die Einladung herunterladen:
KLAGENFURT Europa Einheit In Vielfalt - Flyer_2019 (1.4 MB)

“Bauarbeiten” in Padua

Unsere Vertreter, die im vergangenen November am Trägerkreis-Treffen von Miteinander für Europa in Prag dabei waren, haben uns in die dort erlebte Erfahrung mit hinein genommen und uns die angedachten Projekte vorgestellt.

Im Hinblick auf den 9. Mai, dem Europafest, haben wir alle uns bereit erklärt, eine Gebetsvigil zu organisieren. Schon bei den ersten Kontakten hat uns überrascht, auf welch großes Interesse wir gestoßen sind: wir wurden gleich auf weitere interessierte Gruppen aufmerksam gemacht und ein ganzer Fächer von Beziehungen begann sich zu entfalten.

Als erstes nahmen wir mit der Ortskirche Kontakt auf, um gemeinsam die Feier des 9. Mai vorzubereiten. Darauf folgte die Begegnung mit einem Priester, Verantwortlicher für das Universitätszentrums und Koordinator eines «Bibel-Festivals», das vom 10. bis 12. Mai 2019 stattfinden wird. Er teilte sofort unser Anliegen, auch deshalb, weil es dem Thema des Festivals entgegenkommt: «Die Stadt und die Staatsbürgerschaft»; Europa war bereits inhaltlich vorgesehen und darum haben wir vorgeschlagen, die Gebetsvigil von Miteinander für Europa ins Programm des Festivals aufzunehmen.

Wir wurden auch angefragt, ob ein Europa-Experte anlässlich eines Events für Jugendliche einen Beitrag geben könnte. So entstand die Idee, für Studentinnen und Studenten der Sekundarschulen von Padua und der Provinz einen Fotowettbewerb auszuschreiben, zum Thema: «Nie ohne den anderen». Der Verantwortliche des Festivals hat uns darüber hinaus gebeten, während der Abendveranstaltung, die Europa gewidmet ist, ein kurzes Video zur Geschichte von Miteinanders für Europa zu zeigen.

Eine weitere Begegnung gab es mit dem Beauftragten der Migranten-Pastoral, der uns eine unbekannte Welt eröffnete: In der Diözese Padua gibt es 110.000 Migranten, von denen mehr als die Hälfte Christen sind. Sie werden von einigen Priestern betreut, die aus den Ländern der Migranten stammen. Wir haben uns mit 12 aus Indien, Sri Lanka, China und Osteuropa stammenden Priestern getroffen. Sie haben die Idee der Gebetsvigil gerne aufgenommen. Nie hätten wir gedacht, in einem so bescheidenen Pfarrhaus mit einer so breiten Vertretung der Weltkirche sprechen zu können!

Des Weiteren lernten wir den Verantwortlichen des örtlichen Ökumenischen Rates der Kirche kennen, ein rumänisch-orthodoxer Priester: Das eingebunden werden in ein biblisches Festival sei ihm eine große Freude, denn «es ist die Bibel, die uns alle eint».

Danach haben wir uns mit dem fast vollzähligen Ökumenischen Rat getroffen: mit den Verantwortlichen der Griechisch-Orthodoxen, der Rumänisch-Orthodoxen, der Methodistischen und der Lutherischen Kirche. Gemeinsam haben wir das Datum der Gebetsvigil auf den 9. Mai festgelegt, als Eröffnung des Festivals, in der wunderschönen romanischen Kirche Santa Sofia in Padua.

Alle kontaktierten Beteiligten sind nun eingebunden in die Vorbereitungskommission der Gebetsvigil, die jetzt international und ökumenisch ist! Dem Gebetsmoment wird ein Beisammensein folgen, zu dem typische Speisen aus den verschiedenen Ländern mitgebracht werden.

Das Team von Miteinander für Europa in Padua

Gemeinsam auf der Suche

20 Jahre Miteinander für Europa vom 7. – 9.11.2019 in Ottmaring und Augsburg. Der Besuch von Regionalbischof Axel Piper

Ende Februar trafen sich 16 Vertreter des internationalen und des deutschen Leitungsteams von „Miteinander für Europa“ in Ottmaring, um das Trägerkreistreffen vom 7. – 9. November 2019 vorzubereiten. Vor 20 Jahren ist das internationale Netzwerk entstanden, Grund genug, an die Anfänge zu erinnern und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.

Axel Piper, seit  1.1.2019 evangelisch- lutherischer Regionalbischof im Kirchenkreis Augsburg und Schwaben, traf sich bei seinem ersten Besuch im Ökumenischen Lebenszentrum Ottmaring auch mit Gerhard Proß, Ilona Toth, Herbert Lauenroth und Diego Goller vom Vorbereitungsteam, um die Initiative Miteinander für Europa näher kennen zulernen.

Seine Erfahrung und Vision von Kirche: Nicht Strukturen, sondern “Menschen, die gemeinsam auf der Suche sind”, die in dieser Weggemeinschaft um Erkenntnis ringen. „Dabei mag es zunächst genügen“, so Piper, „aufeinander – im besten Sinn dieses Wortes – „neugierig“ zu sein“.  Er freue sich deshalb auf die neue Aufgabe, “auf neue Menschen, neue Herausforderungen und darauf, ein Stück Aufbruch mitzugestalten.”  Und die Initiative Miteinander für Europa sei ihm gerade deshalb „sehr sympathisch“.

Beatriz Lauenroth

Foto: © Maria Kny

Wien: Einstimmen – Zustimmen – Mitstimmen

Vom 19. März bis 5. Mai gibt es in der österreichischen Hauptstadt Veranstaltungen an verschiedenen Orten. Das Ziel: im Blick auf die Europawahlen BürgerInnen und Parlamentarier zusammenzubringen, um konstruktiv über Politik zu sprechen.

Was liegt den Wiener Freunden von Miteinander für Europa am Herzen?

“Die gegenwärtigen Probleme der Europäischen Union in Bezug auf ihre politische,  wirtschaftliche und strukturelle Gestalt betreffen uns alle. Wir von Miteinander für Europa fühlen uns herausgefordert, unsere Berufung zur Einheit und unsere Kultur des Miteinanders in das Ringen um die Zukunft Europas einzubringen. Wir sind überzeugt, dass die «Einheit in Vielfalt», die uns in einem ergreifenden Prozess der Versöhnung geschenkt wurde, eine Antwort Gottes ist auf die Bedürfnisse unserer Zeit. In diesem Vertrauen wollen wir BürgerInnen, Fachleute und EU Parlamentarier miteinander ins Gespräch bringen und so Zeichen setzen für eine versöhnende und solidarische Politik.”

Anregend und vielversprechend sind die gewählten Themen für die Podiumsdiskussionen:

  • Erasmus – Europa bilden
  • Judentum in Europa heute – der neue und alte Antisemitismus
  • Heimat und Migranten
  • Wort und Brot – die soziale Dimension

Die Abschlussveranstaltung findet am 11. April im «Haus der Europäischen Union» statt. Impulse dazu werden die Botschaften aus den vorausgegangenen Veranstaltungen liefern.

Am 5. Mai wird zu einem Ökumenischen Gebet für Europa in der Wiener Innenstadt eingeladen.

Vielfältig sind die Orte und die Veranstaltungen, die teilnehmenden Bewegungen und die Fachleute, die Themen und das spezifische Engagement. Aber verbindend ist der Wunsch, diese Gelegenheit nicht zu versäumen um zu sagen: MITEINANDER kann es gehen!

Wie kann man sich da nicht wünschen, dass sich viele von «Wien» inspirieren lassen?

 

Hier die Einladung herunterladen:
Miteinander Für Europa - Einladung Wien (2.1 MB)

Träger der Hoffnung 

Clarita und Edgardo Fandino, weltweit verantwortlich für die Bewegung Equipes Notre-Dame, leben in Bogotá/Kolumbien. Sie haben kürzlich am Treffen des Trägerkreises von Miteinander für Europa in Prag teilgenommen. Wir wollten ihre Erfahrung näher kennenlernen.  

1) Was war eure Erfahrung mit dem Trägerkreis von “Miteinander für Europa” in Prag?

Es ist bewegend, direkte Zeugen dieser Initiative zu sein: ausgehend von der Synergie unter vielen Bewegungen will sie hoffnungsvolle Antworten in einer säkularisierten Welt geben, indem sie jede Gemeinschaft einlädt sich nicht abzusondern, sondern Verantwortung für die Gesellschaft und die Welt zu übernehmen und jenen Reichtum, den sie aus dem Evangelium schöpft, zu teilen. Persönlich hätten wir gerne die spezifischen Charismen jeder teilnehmenden Bewegung genauer kennengelernt, aber wir vermuten, dass sie dies einerseits bereits in anderen Zusammenkünften geschehen ist und andererseits, dass die begrenzte Zeit des Programms es nicht ermöglichte. Während der zwei Tage dieser Versammlung war es uns möglich, in freien Momenten Erfahrungen im Dialog mit mehreren Teilnehmern auszutauschen. Wir konnten eine Atmosphäre des Respekts, der Geschwisterlichkeit und der Offenheit feststellen, die auf verschiedene Lebensbereiche erweitert werden sollte, um echte Mitwirkende an  Veränderungen zu sein – wie ein “Sauerteig”.

2) Wie seht ihr aus eurer kolumbianischen Perspektive das gegenwärtige Europa?

Wir haben nicht an diesem Treffen von Miteinander für Europa als Kolumbianer teilgenommen, sondern als Verantwortliche der Bewegung Équipes Notre-Dame, die ihren Ursprung in Frankreich hat und heute in 92 Ländern der 5 Kontinente vertreten ist. Als Kolumbianer haben wir große Unterschiede zwischen dem heutigem Europa und Amerika festgestellt und natürlich auch mit unserem heimischen Kolumbien. Europa erlebt derzeit einen viel ausgeprägteren Säkularisierungsprozess als Amerika und ist von Krisen und Desintegrationsströmungen mit separatistischen Tendenzen gezeichnet, die bestehende Institutionen und Regelungen unterminieren. Populistische Tendenzen mit ihren Agitatoren, die polarisieren und Unzufriedenheit säen, sind ein Problem, das bereits globale Dimensionen erreicht hat. Es ist heute mehr denn je unverzichtbar, dass wir als Zeugen von Glaubenswerten aktiver werden, dass wir Initiativen zur Veränderung lancieren, die transzendente Werte vermitteln. Ernesto Sabato, der wunderbare Schriftsteller und aufmerksame Kritiker der Situationen dieser Welt, sagte: “Eine feste Überzeugung ist diese: einzig spirituelle Werte werden die Menschheit vor einer angekündigten Katastrophe retten können.”

3) Ihr seid die weltweiten Verantwortlichen der Bewegung “Équipes Notre-Dame” und habt gerade ein wichtiges internationales Treffen in Paris abgeschlossen. Was sind eure Pläne und Perspektiven für die Zukunft am Ende dieses Treffens?

Wir haben die internationale Verantwortung der Bewegung Équipes Notre-Dame seit letztem Juli in Fatima (Portugal) übernommen, wo wir zusammen mit etwa 9000 Mitarbeitern aus mehr als 70 Ländern, darunter 400 Priester und Bischöfe, 4000 Paare und 200 Witwen/rn eine Begegnungswoche zum Gleichnis vom verlorenen Sohn gelebt haben – das Motto: “Versöhnung, Zeichen der Liebe”. Am Ende dieses Treffens haben wir als Sendungsauftrag die Lebensorientierungen für die Mitglieder der Bewegung in den nächsten 6 Jahren festgelegt: “Habt keine Angst, lasst uns vorangehen”; es ist eine Einladung zum Handeln, indem wir, ausgehend vom Spezifischen unseres Charismas, unsere Berufung und unsere Mission konkretisieren: die eheliche Spiritualität.

Das Treffen, das wir kürzlich in Paris mit dem verantwortlichen internationalen Team durchgeführt haben, war das erste der drei jährlichen Treffen; es war bereits geplant und hatte sich zum Ziel gesetzt, die “Roadmap” zu erstellen, nach der jedes Mitglied der Bewegung das Motto von Fatima in ihrem Leben verwirklichen kann. Aus diesem Grund haben wir viele Strategien und Herausforderungen innerhalb und außerhalb der Bewegung beschrieben, immer im Einklang mit dem Aufruf der Kirche und insbesondere von Papst Franziskus, als Vermittler der Barmherzigkeit an die Peripherien zu gehen. Dieser Aufruf wird vom Papst in seinem jüngsten Apostolischen Schreiben “Gaudete und Exultate” (GE 26) großartig zum Ausdruck gebracht: “Es ist nicht gesund, die Stille zu lieben und die Begegnung mit anderen zu meiden, Ruhe zu wünschen und Aktivität abzulehnen, das Gebet zu suchen und den Dienst zu verachten. Alles kann als Teil der eigenen Existenz in dieser Welt akzeptiert und integriert werden und sich in den Weg der Heiligung einfügen. Wir sind aufgerufen, die Kontemplation auch inmitten des Handelns zu leben, und wir heiligen uns in der verantwortlichen und großherzigen Ausübung der eigenen Sendung.”

Zu den vielfältigen Strategien, für die wir uns einsetzen, gehören unter anderem die kompetente Begleitung von Witwen und Witwern, die Vorbereitung und die Begleitung junger Menschen auf die Ehe und ihre ersten gemeinsamen Jahre, die Arbeit im Blick  auf andere Aspekte des partnerschaftlichen Lebens wie die Begleitung von Erwachsenen, Jugendlichen Gehör zu schenken usw..

4) Könnt ihr uns etwas von euch selbst, eurer Familie, eurem Wohnort, eurer Arbeit erzählen …?

Wir sind ein kolumbianisches Ehepaar, seit 32 Jahren verheiratet, zwei Kinder, ein gerade verheirateter 26-jähriger Sohn und eine 24-jährige Tochter, die noch bei uns lebt. Wir wohnen in Bogota, einer Großstadt mit etwa 8 Millionen Einwohnern. Clarita unterrichtet Musik und Katechismus und Edgardo ist berufstätiger Bauingenieur. Wir gehören seit 22 Jahren der Bewegung Équipes Notre-Dame an, in der wir unsere eheliche Spiritualität geformt haben und in der wir uns in unterschiedlichen Funktionen engagiert haben. Kürzlich haben wir die Leitung für das internationale Team für die  nächsten 6 Jahren übernommen. Unser Leben teilt sich auf in die Berufstätigkeit von Edgardo, der Einsatz für Équipes Notre-Dame und die häufigen Reisen, die sich aus dieser Verantwortung ergeben. Wir sind überzeugt, dass jede und jeder von uns eine Mission und Aufgabe in dieser Welt hat: Träger der Hoffnung und Zeichen der Liebe Christi zu sein für die Menschheit, Ihm Raum zu geben in unserer Umgebung und in den Peripherien, denen wir uns immer mehr nähern  müssen.

Clarita und Edgardo Fandino, Bogotá/Kolumbien

 

Stimmen aus Prag – Teil 2

Kurze Interviews mit einigen Teilnehmern des Trägerkreis-Treffens von Miteinander für Europa in Prag – Teil 2

“Identity is something what we desperately need!” Pavel Fischer, Senator in the Czech Parliament

“Europa ist sehr bewegt”. Valerian Grupp, CVJM Esslingen, Deutschland

“Abbiamo un grande fondamento che ci lega.” Matthias Leineweber, Comunità di Sant’Egidio, Germania

“Pour leur communiquer la beauté”. François Delooz, Communauté de Sant’Egidio, Belgique

“I realised the strength of the Movements.” Pavel Černý, Pastor, Czech Republic

Zweiter Tag von MfE in Prag

Der zweite Tag der Begegnung von Miteinander für Europa in Prag sollte den Teilnehmenden einen genaueren Blick auf die Situation des Glaubens und der Kirchen in Tschechien ermöglichen. Daher gab es neben vielen Möglichkeiten zum persönlichen Austausch und zum Gespräch in kleineren und größeren Gruppen drei größere thematische Impulse.

Jaroslav Šebek, Historiker und Mitglied des Instituts für Geschichte der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, sprach zunächst zum Thema „Die Kirchen in der Tschechischen Republik und die Herausforderungen der heutigen turbulenten Zeit“. Die Flüchtlingskrise sei für die Zukunft der europäischen Integration ein grundsätzlicher Prüfstein geworden, an dem unterschiedliche Konzepte aufeinanderprallen „und wieder steht hier symbolisch Ost gegen West“, so Šebek. Ein Problem der heutigen Zeit sei die von den sozialem Medien mitbewirkte „Kommunikationsverkapselung“. „Während in der Zeit des Kommunismus bei uns eine Informationswüste herrschte, bewegen wir uns heute in einem Informationsdschungel.“ Das Ergebnis, so Šebek, sei dasselbe: „Orientierungsverlust und eine größere Anfälligkeit für Manipulation sowie Misstrauen gegenüber allem und jedem.“ Besonders schwierig sei, dass in einer solchen Situation auch die Repräsentanten der Kirche nach Orientierung suchten.

Pavel Fischer, Senator im Tschechischen Parlament, beschrieb ebenfalls die aktuelle Situation Tschechiens und stellte aus gesellschaftspolitischer Sicht die Herausforderungen dar. Er betonte die Wichtigkeit der emotionalen Identifikation mit einer persönlichen gesellschaftlichen Erfahrung. Sie entstehe in einem konkreten Sprach- und Erfahrungsraum. Die Einheit Europas gehe nur über das Ernst-nehmen aller lokalen Identifikationsvorgänge und der einzelnen Menschen, mit denen man gemeinsam unterwegs sei. Die Vision eines geeinten Europas könne nur entstehen, wenn die Politik Subsidiarität beachte und die Vielfalt der europäischen Völker, Sprachen und Kulturen respektiere und fördere.

Interview “Identity is something what we desperately need!” Pavel Fischer

Interview “Let’s engage on the very local level!” Pavel Fischer

Tomáš Halík, tschechischer Soziologe, Religionsphilosoph und römisch-katholischer Priester (Templeton-Preis 2014), stellte im Rahmen seines Beitrages zur religiösen Situation in seinem Heimatland in einem großen Bogen die geschichtliche Entwicklungen der tschechischen Kirche bis in die heutigen Tage dar. Dabei wurde deutlich, dass der Versuch der Kirche, den gestern gelebten Glauben für das heute und die Zukunft anzubieten, gescheitert ist. Die traditionelle Volkskirche habe heute keine Kraft mehr, weil ihre Biosphäre immer mehr verschwinde. Die Religion habe heute weitgehend keinen Einfluss mehr auf den Stil des Denkens der heutigen Generation. Diese lebe im neuen Kosmos des Internets. „Die neue Generation ist nicht bereit, die Religion ohne Argumente zu empfangen.“ Heute sei die Kirche herausgefordert, sich vor allem auf die Suchenden einzustellen. Diese seien sozusagen die „größte Diözese“. Nachdrücklich betonte Halík: „Die Zukunft der Kirche hängt an ihrer Bereitschaft, mit den Suchenden zu kommunizieren, die Suchenden zu begleiten.“ Der Glaube dürfe keine Ideologie der präzisen Antworten sein, sondern es gehe darum mit den Suchenden einen Weg zu gehen. Weil jeder die Frage nach dem Sinn habe, müsse die Kirche auch für alle da sein, nicht nur für die Frommen. Halík lud die Zuhörer ein, mutig zu sein und die anderen, die auf anderen Wegen die Wahrheit suchen, ernst zu nehmen und mit ihnen einen Dialog zu führen.

Der reich gefüllte Tag endete mit einer Gebetszeit, in der alle Überlegungen und Themen des Tages sowie die Zukunft Europas vor Gott gebracht wurden. Daran schloss sich ein festliches Abendessen mit kulturellem Programm an.

Heinrich Brehm