{"id":330600,"date":"2017-02-07T10:03:55","date_gmt":"2017-02-07T09:03:55","guid":{"rendered":"https:\/\/webdev.flars.net\/so-stelle-ich-mir-europa-vor-die-stimme-der-jugend\/"},"modified":"2017-02-07T10:03:55","modified_gmt":"2017-02-07T09:03:55","slug":"so-stelle-ich-mir-europa-vor-die-stimme-der-jugend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/so-stelle-ich-mir-europa-vor-die-stimme-der-jugend\/","title":{"rendered":"So stelle ich mir Europa vor: Die Stimme der Jugend"},"content":{"rendered":"<h5><strong>Der europ\u00e4ische Traum war von Beginn an \u00a0auch die Gelegenheit, die gegenseitigen Schwierigkeiten zwischen den europ\u00e4ischen V\u00f6lkern und die Jahrhunderte alten Vorurteile zu \u00fcberwinden.<\/strong><\/h5>\n<h5><\/h5>\n<p>Leider ist in der europ\u00e4ischen Integrationsgeschichte das Kapitel \u201eJugend\u201c oft zugunsten von anderen nicht weniger wichtigen Themen, wie\u00a0 Umweltschutz und die Rechte der Arbeiter, geopfert worden. Die Dinge haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts allm\u00e4hlich ge\u00e4ndert, als einige Austauschprogramme f\u00fcr Jugendlich geschaffen wurden; das bekannteste war \u201eErasmus\u201c f\u00fcr Universit\u00e4tsstudenten, dazu einige Programme zur Unterst\u00fctzung von Besch\u00e4ftigung, wie etwa \u201eGaranzia Giovani\u201c (Garantie Jugend).<\/p>\n<p>Europa ist eine verlockende Perspektive f\u00fcr die Jugend. Viele von ihnen sehen dabei die Gelegenheit, eine erweiterte Gemeinschaft von M\u00e4nner und Frauen zu bilden, welche Kontaktpunkte suchen k\u00f6nnen zwischen den Kulturen und Traditionen, die schon heute starke gemeinsame Wurzen haben. Europa bietet auch die M\u00f6glichkeit zu arbeiten und zu reisen, den eigenen Horizont zu erweitern und sich nicht mehr durch die nationalen Grenzen einengen zu lassen. Die Kundgebungen von Jugendlichen nach dem Brexit, die lauthals forderten, die Abstimmung \u00fcber die Zugeh\u00f6rigkeit zur Europ\u00e4ischen Gemeinschaft nochmals zu \u00fcberdenken, sagen uns viel \u00fcber die Verbundenheit der Jugend mit unserem Kontinent und seinen Werten.<\/p>\n<p>Andererseits: wer glaubt, dass unter den Jugendlichen eine optimistische und zuversichtliche Vision f\u00fcr Europa vorherrscht, irrt sich. <strong>T\u00e4glich fragt sich unsere Generation, ob die Versprechungen von materiellem und geistigem Wohlstand, von Gleichheit unter den europ\u00e4ischen V\u00f6lkern und von Liebe zwischen unseren Nationen wirklich eingel\u00f6st wurden.<\/strong> Italien kennt 40% Jugendarbeitslosigkeit. Sei diese nun die Schuld von unserer Regierung oder von der Europ\u00e4ischen Union, dort, wo es keine Arbeit gibt, fehlt auch die menschliche W\u00fcrde (wie dies sowohl Papst Benedikt XVI, als \u00a0auch Papst Franziskus betonen). Die europ\u00e4ische Reaktion auf die Finanzkrise war z\u00f6gerlich und ungen\u00fcgend, wodurch die Ungleichheiten noch betonter wurden und viel Leid brachten. Gab es bis vor 5-6 Jahren praktisch keine Stimme gegen das Projekt Europa, so sind es heute schon viele, die sich von diesem Traum entfernen wollen, weil sie ihn als unerf\u00fcllbar erachten. Die Jugend ist sich dieser Probleme v\u00f6llig bewusst. Die sogenannte \u201eErasmus Generation\u201c entfremdet sich immer mehr vom europ\u00e4ischen Traum, wie es die Stimmabgaben in Italien, Spanien und Frankreich zeigen.<\/p>\n<p>Dennoch k\u00f6nnte sich aus der Zukunft der Jugend die Perspektive wieder \u00e4ndern und das Denken der Regierenden in Europa geradezu revolution\u00e4r<em> beeinflussen <\/em>. Welche Welt erwartet uns? Eine gespaltene Gesellschaft, ungerecht und voller Angst, oder eine, die geeint ist und Vertrauen vermittelt, die den Rechtsstaat bewahrt und zuversichtlich in die Zukunft schaut? Hier lieg der Unterschied zwischen <em>Europa haben<\/em> oder <em>nicht haben<\/em>. Um die Zukunft der Jugend zu retten, m\u00fcssen unsere Regierenden einige Opfer bringen. Dabei sprechen wir nicht von der Beschr\u00e4nkung von Autos und Geh\u00e4ltern, ein Ziel das, so scheint es uns, sogar mit einer grosser Bereitwilligkeit<em>\u00a0schon erreicht ist<\/em>. Nein,<strong> das wirkliche Opfer w\u00e4re der Verzicht auf Macht zugunsten von etwas H\u00f6herem.<\/strong><\/p>\n<p>Warum hat man noch kein Ministerium f\u00fcr europ\u00e4ische \u00d6konomie geschaffen? Wir sind eine Union mit einer gemeinsamen W\u00e4hrung, aber ohne Staat. Warum gibt es keine europ\u00e4ische Diplomatie? Offizielle diplomatische Beziehungen zwischen Staaten aufrechtzuhalten, die unter vielen Aspekten eine Konf\u00f6deration bilden (deren Minister sich t\u00e4glich h\u00f6ren), ist eigentlich eine Geldverschwendung. Warum gibt es keine wirkliche Wahl beim Pr\u00e4sidenten der europ\u00e4ischen Kommission? K\u00f6nnte man sich auch am Fernsehen und auch auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen ein Bild machen von demjenigen, \u00a0der Europa regieren wird, k\u00f6nnte dies zu mehr Verantwortung nach oben und mehr Mitverantwortung nach unten f\u00fchren. Warum macht man mit diesen Dingen nicht Ernst oder nur sehr z\u00f6gerlich und fast lustlos?<\/p>\n<p>Der Christ kennt die Antwort, denn er kennt den Unterschied zwischen der Macht zum Eigennutz und der Macht, deren Zweck es ist, ein Gemeinwohl zu erhalten, dessen Verantwortung den Politikern obliegt. Die Jugend ist bereit, den europ\u00e4ischen Traum zu unterst\u00fctzen, unter der Voraussetzung, dass es der Traum einer Gemeinschaft von M\u00e4nnern und Frauen ist und nicht jener von Interessen und Regelwerken. <strong>Nur mit einem gemeinsamen Ziel vor Augen und dem Bewusstsein, das gleiche Schicksal und den gleichen Weg zu teilen, kann der notwendige Kultursprung gemacht werden.<\/strong> Dies ist ein Schritt, den man schon Morgen tun k\u00f6nnte, denn eins ist klar: es ist die Wahl der Menschen, die den Lauf der Geschichte \u00e4ndert.<\/p>\n<p><em><img alt=\"\" alt=\"\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-11679 alignleft\" src=\"https:\/\/together4europe.org\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Federico-Castiglioni-249x300.jpg\" alt=\"\" width=\"249\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.together4europe.org\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Federico-Castiglioni-249x300.jpg 249w, https:\/\/www.together4europe.org\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Federico-Castiglioni-125x150.jpg 125w, https:\/\/www.together4europe.org\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Federico-Castiglioni.jpg 333w\" sizes=\"(max-width: 249px) 100vw, 249px\" \/><\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>von Federico Castiglioni (Rom, 17\/11\/88).\u00a0<\/em><em style=\"font-weight: 300;\">Nach dem Studium der Politikwissenschaften ist er derzeit Doktorand f\u00fcr europ\u00e4ische und internationale Studien an der Universit\u00e4t Roma Tre. Zu Themen wie Aktualit\u00e4t Europa oder der Rolle der Europ\u00e4ischen Union in der globalen Welt, hat er verschiedene popul\u00e4rwissenschaftliche und wissenschaftliche Artikel ver\u00f6ffentlicht. Er ist Beauftragter f\u00fcr die Au\u00dfenbeziehungen der Jungen Europ\u00e4ischen F\u00f6deralisten (GEF Italien) und Delegierter am italienischen Forum f\u00fcr die Jugend. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der europ\u00e4ische Traum war von Beginn an \u00a0auch die Gelegenheit, die gegenseitigen Schwierigkeiten zwischen den europ\u00e4ischen V\u00f6lkern und die Jahrhunderte alten Vorurteile zu \u00fcberwinden. Leider ist in der europ\u00e4ischen Integrationsgeschichte das Kapitel \u201eJugend\u201c oft zugunsten von anderen nicht weniger wichtigen Themen, wie\u00a0 Umweltschutz und die Rechte der Arbeiter, geopfert worden. 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