{"id":330627,"date":"2017-04-03T19:50:58","date_gmt":"2017-04-03T17:50:58","guid":{"rendered":"https:\/\/webdev.flars.net\/interview-mit-donato-falmi\/"},"modified":"2017-04-03T19:50:58","modified_gmt":"2017-04-03T17:50:58","slug":"interview-mit-donato-falmi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/interview-mit-donato-falmi\/","title":{"rendered":"Interview mit Donato Falmi"},"content":{"rendered":"<h3>Dr. Donato Falmi, ehemaliger Direktor des Verlags \u201eCitt\u00e0 Nuova\u201c (Neue Stadt) und Mitverantwortlicher der Fokolar-Bewegung in Rom und Mittelitalien, w\u00e4hrend der \u00f6kumenischen Gebetsfeier in Rom 2017<\/h3>\n<p><strong>Mit dem Blick auf das heute geteilte und verwirrte Europa, erscheint uns die Intuition von Chiara Lubich, die sich bereits 1999 f\u00fcr ein internationales \u00f6kumenisches Netzwerk von christlichen Bewegungen und Gemeinschaft stark machte, sehr prophetisch\u2026<\/strong><\/p>\n<p>\u201eSie ist prophetisch, denn es scheint doch so, als ob Chiara vorausgesehen h\u00e4tte, dass die Einheit Europas keine leichte Sache ist und dass es eine geistliche Kraft braucht, vielleicht verborgen, aber so m\u00e4chtig, dass sie den negativen und zersetzenden Kr\u00e4ften, wie sie sich heute zeigen, entgegenwirken kann. Als Chiara die Idee lancierte, war Europa im Grossen und Ganzen noch ein \u2018attraktives\u2019 Ideal, das es heute wieder zu entdecken gilt. Wenn wir diesen Weg nicht gegangen w\u00e4ren und dieses Bewusstsein nicht erlangt h\u00e4tten, w\u00e4ren wir heute dazu nicht mehr in der Lage. Es ist eine Konkretisierung, die \u00fcber alle Grundsatzerkl\u00e4rungen hinaus Europa seine christliche Dimension wiedergeben m\u00f6chte, das Christentum wieder zum Fundament Europas machen m\u00f6chte. (\u2026) Diese Erfahrung, die wir zusammen machen, als Kirchen und als Bewegungen die Europa angeh\u00f6ren, aber mit verschiedenen Ausdrucksformen \u2013 denn das Christentum ist zwar eine einzige Realit\u00e4t, hat aber mit viele Ausdrucksformen \u2013 ist vermutlich die konkreteste Art zu zeigen, dass Europa ein christliches Fundament hat. In diesem Sinne ist es genial.\u201c<\/p>\n<p><strong>Papst Franziskus hat betont, dass es den Dialog brauche, um ein geeinteres und solidarischeres Europa zu schaffen. Die Fokolar-Bewegung hat seit ihrer Gr\u00fcndung gerade im Dialog einen fruchtbaren Weg zur Einheit gesehen. Was bedeutet Dialog und wie lernt man die Kunst des Dialogs?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eHier gibt es eine grundlegende Intuition, mit der Chiara die Natur Gottes, also die Liebe, neu entdeckt. Wenn wir \u2018Liebe\u2019 mit einem Begriff \u00fcbersetzen m\u00f6chten, der die Dynamik der Beziehung zum Ausdruck bringt, so k\u00f6nnen wir dies mit \u2018Dialog\u2019 tun. Was ist dialogischer als die Liebe? Andererseits, ohne Liebe kann es keinen echten Dialog geben, denn Dialog bedeutet, den Anderen annehmen und dazu ist es n\u00f6tig, dass man sich selber zur\u00fccknimmt, ohne sich jedoch zu verleugnen, jedoch einen Schritt zur\u00fcck macht, um dem Anderen Raum zu geben. Das ist das grundlegende Gesetz. Nur so versteht man, dass der Dialog im Grunde der einzige Weg ist, auf dem Einheit erreicht werden kann, denn hier werden Unterschiede respektiert und gleichzeitig erkennt man das existierende Gute, das was verbindet.\u201c<\/p>\n<p><strong>In den letzten Jahren erleben wir den Vormarsch des Populismus und der sogenannten souver\u00e4nistischen Bewegungen. Da muss Europa wohl eine Gewissenspr\u00fcfung machen: Was hat man vers\u00e4umt und wie kann gegengesteuert werden?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWas diese Situation erkl\u00e4ren kann, ist die Tatsache, dass Europa allzu sehr auf den materialistischen Wohlstand gesetzt hat. Europa hat f\u00fcr die ganze Welt Werte formuliert, wie jene, die in die internationalen Menschenrechte eingeflossen sind und die von allen Leader der Welt unterzeichnet wurden. Aber die Verlockungen eines oberfl\u00e4chlichen, materialistischen Wohlstands, der vergessen hat, was die eigentlichen, tiefen Sehns\u00fcchte des Menschen sind, sind eine harte Realit\u00e4t. Mit dem Erreichen der grossen Zivilisationsziele hat Europa auch einen Wohlstand erreicht, der es vergessen liess, welches die grundlegenden Voraussetzungen f\u00fcr das gesellschaftliche Zusammenleben sind. Heute bezahlen wir den Preis daf\u00fcr, aber vielleicht sind wir dabei, mit grosser M\u00fche die vergessenen Werte wieder zu entdecken. Was nicht heisst, dass der materielle Wohlstand keinen Wert habe, aber eben im richtigen Mass und am richtigen Ort, d.h. nicht an erster Stelle.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Donato Falmi, ehemaliger Direktor des Verlags \u201eCitt\u00e0 Nuova\u201c (Neue Stadt) und Mitverantwortlicher der Fokolar-Bewegung in Rom und Mittelitalien, w\u00e4hrend der \u00f6kumenischen Gebetsfeier in Rom 2017 Mit dem Blick auf das heute geteilte und verwirrte Europa, erscheint uns die Intuition von Chiara Lubich, die sich bereits 1999 f\u00fcr ein internationales \u00f6kumenisches Netzwerk von christlichen Bewegungen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":12917,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_titles_title":"Europas Einheit: Chiaras prophetische Vision","_seopress_titles_desc":"Entdecke die Kraft des Dialogs f\u00fcr ein geeintes Europa. 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