{"id":330738,"date":"2018-04-04T17:00:19","date_gmt":"2018-04-04T15:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/webdev.flars.net\/was-uns-kennzeichnet\/"},"modified":"2018-04-04T17:00:19","modified_gmt":"2018-04-04T15:00:19","slug":"was-uns-kennzeichnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/was-uns-kennzeichnet\/","title":{"rendered":"Was uns kennzeichnet"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Chiara Lubich, eine der Initiatorinnen des Netzwerkes <em>Miteinander f\u00fcr Europa<\/em>, hat bei verschiedenen Gelegenheiten \u00fcber die Gemeinschaft zwischen Bewegungen und Gemeinschaften der verschiedenen Kirchen gesprochen. Ein Auszug aus ihrer Rede am 8.Dezember 2001 in M\u00fcnchen vor Verantwortlichen verschiedener katholischer und evangelischer Bewegungen kann zum Verst\u00e4ndnis beitragen.<\/strong><\/h3>\n<p>Fragen wir uns zun\u00e4chst: Sind die Bewegungen, wie wir sie jetzt in den verschiedenen Kirchen sehen, sozusagen Erfindungen des Heiligen Geistes nur f\u00fcr diese Zeit? Die Antwort ist eindeutig: Nein. Seit den Anf\u00e4ngen des Christentums hat es immer wieder Gemeinschaften gegeben. Werfen wir nur einen Blick auf unsere gemeinsame Geschichte im ersten Jahrtausend. Schon damals finden wir Spuren ihres Wirkens. Den Grund daf\u00fcr kennen wir. Das Christentum ist durch die Menschen in der Welt gegenw\u00e4rtig, die ihren Glauben und aus dem Wort Gottes leben.<\/p>\n<p>Die ersten Christen zum Beispiel haben ihren Glauben ganz authentisch gelebt. Aber uns ist auch bewusst, dass im Laufe der Jahrhunderte durch den Einfluss der Gesellschaft nicht alle Getauften ihren Glauben konsequent gelebt haben. So verlor das Christentum viel von seiner Kraft und Ausstrahlung. Doch da es nicht untergehen wird \u2013 denken wir nur an die Zusage Jesu, die sich bei Matth\u00e4us (16,18) findet: \u201eDie M\u00e4chte der Unterwelt werde sie (meine Kirche)\u00a0 nicht \u00fcberw\u00e4ltigen\u201c \u2013 erweckte der Heilige Geist neue geistliche Str\u00f6mungen in der Kirche, bedeutende Bewegungen wie die von Basilius, Augustinus oder Benedikt, um nur einige zu nennen. Vielen anderen, unter\u00a0 ihnen Franz von Assisi, kam dann im zweiten Jahrtausend die Aufgabe zu, die urspr\u00fcngliche Kraft und Radikalit\u00e4t des Evangeliums wieder aufstrahlen zu lassen und so die Kirche zu erneuern.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund hat der Heilige Geist auch in der heutigen Zeit die modernen Bewegungen ins Leben gerufen. (\u2026) Unter vielen dieser Bewegungen ist eine immer tiefere Gemeinschaft entstanden.<\/p>\n<p>Diese Gemeinschaft haben wir folgenderma\u00dfen zu leben begonnen: Wir beteten f\u00fcreinander, ermutigten uns in den Schwierigkeiten und trugen daf\u00fcr Sorge, dass auch unsere jeweiligen Leitungsgremien einander kennen lernten. Gerade auch in praktischen Dingen \u2013 wie der Bereitstellung von Quartieren und Tagungsr\u00e4umen oder technischer Ausstattung \u2013 helfen wir einander. Gelegentlich nehmen wir auch an Veranstaltungen der anderen Bewegungen teil oder bieten unsere Mitarbeit an. In unseren Publikationen stellen wir die anderen Bewegungen vor, um nur einiges zu nennen. (\u2026)<\/p>\n<p>Doch jetzt stellt sich die Frage, wie wir, schwache und immer wieder scheiternde Menschen, diesem Vorhaben Gottes entsprechen k\u00f6nnen, der seine Kirche als eine lebendige, st\u00e4ndig wachsende Gemeinschaft erfahren l\u00e4sst? Es ist offensichtlich: Damit diese Gemeinschaft entstehen kann, w\u00e4re es schon ausreichend, das neue Gebot Jesu in die Tat umzusetzen. (\u2026)<\/p>\n<p>Uns steht immer das Wort aus der Schrift (R\u00f6m 8,35) vor Augen, wenn wir uns begegnen: \u201eWer kann uns trennen von der Liebe Christi\u201c, wenn er uns so miteinander verbunden hat? Durch dieses Leben der Gemeinschaft, das zum Zeugnis in und f\u00fcr die Welt wird, gewinnt der Name Gottes\u00a0 seine Aktualit\u00e4t zur\u00fcck, indem er widerhallt auf unseren Stra\u00dfen, in unseren H\u00e4usern, den Schulen, an unseren Arbeitspl\u00e4tzen, im \u00f6ffentlichen Raum, wo das Leben oft im Materialismus und verschiedenen s\u00e4kularen Tendenzen gleichsam erstarrt ist. Vor allem an den Orten, wo die Kirche mit ihren Mitteln keinen Zugang hat, sind unsere Bewegungen oft pr\u00e4sent. Denn gerade dazu hat uns der Heilige Geist in besonderer Weise berufen und bef\u00e4higt. (\u2026)<\/p>\n<p>Was uns vor der Welt von anderen unterscheiden m\u00fcsste, ist nicht so sehr unser Gebet, die Bu\u00dfe, die Zeremonien, das Fasten, die Andachten,\u00a0 \u2026 , sondern die gegenseitige Liebe, die Einheit unter uns. Jesus hat es gesagt:\u201c Daran werden alle erkennen, dass ihr meine J\u00fcnger seid: wenn ihr einander liebt.\u201c (Joh 13, 35) Also daran, und an nichts anderem. Und: \u201eAlle sollen eins sein, damit die Welt glaubt.\u201c (Joh 17,21).<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chiara Lubich, eine der Initiatorinnen des Netzwerkes Miteinander f\u00fcr Europa, hat bei verschiedenen Gelegenheiten \u00fcber die Gemeinschaft zwischen Bewegungen und Gemeinschaften der verschiedenen Kirchen gesprochen. Ein Auszug aus ihrer Rede am 8.Dezember 2001 in M\u00fcnchen vor Verantwortlichen verschiedener katholischer und evangelischer Bewegungen kann zum Verst\u00e4ndnis beitragen. 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