{"id":330741,"date":"2018-04-04T17:01:21","date_gmt":"2018-04-04T15:01:21","guid":{"rendered":"https:\/\/webdev.flars.net\/miteinander-fuer-ein-offenes-und-menschenfreundliches-europa\/"},"modified":"2018-04-04T17:01:21","modified_gmt":"2018-04-04T15:01:21","slug":"miteinander-fuer-ein-offenes-und-menschenfreundliches-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/miteinander-fuer-ein-offenes-und-menschenfreundliches-europa\/","title":{"rendered":"Miteinander f\u00fcr ein offenes und menschenfreundliches Europa"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Als das <em>Miteinander f\u00fcr Europa<\/em> am 31. Oktober 1999 ins Leben gerufen wurde, dem Tag der Unterzeichnung der gemeinsamen Erkl\u00e4rung \u00fcber die Rechtfertigungslehre, herrschte ein hoffnungsvolles Klima. <\/strong><\/h3>\n<p>Ein wichtiges Zeichen der Einheit nach fast 500 Jahren der Trennung wurde gesetzt. Verschiedene geistliche Gemeinschaften und Bewegungen aus evangelischen und der katholischen Kirche trafen sich im \u00f6kumenischen Lebenszentrum in Ottmaring, um zu \u00fcberlegen, wie diese grundlegende Erkl\u00e4rung rezipiert werden k\u00f6nne. Diese Erkl\u00e4rung musste sich auch im Alltag auswirken und durfte nicht nur ein Text bleiben. Karl Barth sprach davon, dass der Christ in der einen Hand die Bibel und in der anderen die Zeitung tragen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Die Christen hatten in den Jahrhunderten seit der Reformation Martin Luthers und anderer Reformatoren durch ihre Spaltungen und Streitigkeiten immer wieder schwerwiegende Konflikte ausgel\u00f6st oder konnten dadurch ihre Mission als Werkzeug der Einheit und des Friedens nur unzureichend erf\u00fcllen. Die Spaltungen waren ein trauriges Zeichen der Schw\u00e4che angesichts dramatischer Entwicklungen, deren H\u00f6hepunkte im 20. Jahrhunderts mit den beiden Weltkriegen und dem Abgrund der Shoah erreicht wurden.<\/p>\n<p>Trotzdem waren Christen immer wieder glaubw\u00fcrdige Zeugen. Johannes Paul II. sprach in der Ank\u00fcndigung des Jubil\u00e4ums des Jahres 2000 davon, dass die Kirche unserer Zeit wieder und wie niemals zuvor zu einer Kirche der M\u00e4rtyrer geworden ist. Das sei, so der polnische Papst, der die Unterdr\u00fcckung der Kirche in seiner Biographie selbst erlebt hatte, ein \u00f6kumenisches Ph\u00e4nomen gewesen. Nicht nur weil es alle Konfessionen betrifft, sondern auch weil die Christen bei den Verfolgungen in den Gulags und Konzentrationslagern schon eine Einheit im Leiden gelebt haben, die wir noch aufbauen m\u00fcssen. Andrea Riccardi hat diese Geschichte eindrucksvoll in seinem Buch \u201eSalz der Erde, Licht der Welt\u201c dargestellt.<\/p>\n<p>Mit dem historischen Ereignis der gemeinsamen Erkl\u00e4rung musste eine neue Geschichte der Einheit und der Zusammenarbeit beginnen. Nach so vielen von Europa ausgegangenen Spaltungen und so viel Gewalt, wollten die Bewegungen mithelfen, ein Europa aufzubauen, das zum Frieden, zur Gastfreundschaft und zu einer Offenheit beitr\u00e4gt. Die Globalisierung hat eine Einheit der \u00d6konomie, des Geldes, der Kommunikation herbeigef\u00fchrt, allerdings fehlt die Seele, es fehlt die Einheit der V\u00f6lker und Kulturen in einem friedlichen und offenen Zusammenleben. Hier haben die Bewegungen eine Berufung erkannt, eine zweite Berufung zur eigenen des jeweiligen Charismas.<\/p>\n<p>In der nun fast 20j\u00e4hrigen Geschichte des Miteinanders haben wir verschiedene Phasen erlebt. Es gab die Zeit der Euphorie mit der W\u00e4hrungsunion und der Osterweiterung des Jahres 2004, die beim ersten gro\u00dfen Kongress in Stuttgart sp\u00fcrbar war. Die Bewegungen wollten den Prozess der europ\u00e4ischen Einigung st\u00e4rken und unterst\u00fctzen. Denn nach den \u00dcberzeugungen der christlich gepr\u00e4gten Gr\u00fcnderv\u00e4ter der europ\u00e4ischen Einigung, die 2017 das 60j\u00e4hrige Jubil\u00e4um der R\u00f6mischen Vertr\u00e4ge feiern konnte, braucht dieser Prozess eine spirituelle Grundlage. Europa braucht eine Seele, so haben wir wiederholt betont.<\/p>\n<p>Heute hat sich Skepsis gegen\u00fcber Europa ausgebreitet. Es gibt besorgniserregende Tendenzen der Abschottung, Mauern werden gebaut, Europa wird zu einer Festung, die ausgrenzt und abweist. Eine diffuse Angst zeigt sich in allen europ\u00e4ischen Gesellschaften und ergreift auch die Christen. Diese gef\u00e4hrliche Angst f\u00fchrt zu neuen, ausgrenzenden Nationalismen, zu Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus bis hin zu rechtsextremen und faschistischen Bewegungen, die zunehmend Einfluss nehmen in der Politik Europas.<\/p>\n<p>Daher stellt sich in dieser Zeit mit neuer Dringlichkeit die Frage unserer Berufung im Miteinander. W\u00e4hrend das Gegeneinander zunimmt, m\u00fcssen die Christen und auch die christlichen Bewegungen das Miteinander vertiefen. Unser Weg ist immer von Gastfreundschaft und Offenheit gepr\u00e4gt gewesen. Die Einheit wird nur m\u00f6glich durch Offenheit, gegenseitiges Kennenlernen und Aufnahme des anderen. Gerade in dieser historischen Phase wird die K\u00fchnheit und Prophetie der Christen ben\u00f6tigt. Denn die aktuellen Tendenzen in unseren europ\u00e4ischen Gesellschaften sind gef\u00e4hrlich und f\u00f6rdern die Gewalt. Darunter leiden vor allem die Armen, die Fl\u00fcchtlinge, die Fremden und alle, die am Rande leben.<\/p>\n<p>Der Europatag am 9. Mai kann ein g\u00fcnstiger Augenblick sein, um auf die Sch\u00f6nheit und Bereicherung der Einheit hinzuweisen. Wir k\u00f6nnen deutlich machen, dass Vielfalt, Offenheit, Gastfreundschaft und Aufnahme des Fremden keine Gefahr sind, sondern eine Bereicherung f\u00fcr alle darstellen. Aus den Quellen des Evangeliums entstanden vielf\u00e4ltige Bewegungen mit eigenen Geschichten, Berufungen und Charismen. Doch das nimmt niemanden etwas, im Gegenteil, in der Begegnung haben wir uns gegenseitig bereichert und unser eigenes Charisma vertieft. Diese Erfahrung wird heute noch mehr gebraucht als vor 18 Jahren, als in Ottmaring unser gemeinsamer Weg begann.<\/p>\n<p>Pfr. Matthias Leineweber<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als das Miteinander f\u00fcr Europa am 31. Oktober 1999 ins Leben gerufen wurde, dem Tag der Unterzeichnung der gemeinsamen Erkl\u00e4rung \u00fcber die Rechtfertigungslehre, herrschte ein hoffnungsvolles Klima. Ein wichtiges Zeichen der Einheit nach fast 500 Jahren der Trennung wurde gesetzt. 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Entdecken Sie, wie aus europ\u00e4ischen Spaltungen Hoffnung erw\u00e4chst.","_seopress_robots_index":"","_seopress_robots_follow":"","_seopress_robots_imageindex":"","_seopress_robots_snippet":"","_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_robots_breadcrumbs":"","_seopress_robots_freeze_modified_date":"","_seopress_robots_custom_modified_date":"","_seopress_robots_canonical":"","_seopress_social_fb_title":"","_seopress_social_fb_desc":"","_seopress_social_fb_img":"","_seopress_social_fb_img_attachment_id":0,"_seopress_social_fb_img_width":0,"_seopress_social_fb_img_height":0,"_seopress_social_twitter_title":"","_seopress_social_twitter_desc":"","_seopress_social_twitter_img":"","_seopress_social_twitter_img_attachment_id":0,"_seopress_social_twitter_img_width":0,"_seopress_social_twitter_img_height":0,"_seopress_redirections_value":"","_seopress_redirections_enabled":"","_seopress_redirections_enabled_regex":"","_seopress_redirections_logged_status":"","_seopress_redirections_param":"","_seopress_redirections_type":0,"_seopress_analysis_target_kw":"","_seopress_news_disabled":"","_seopress_video_disabled":"","_seopress_video":[],"_seopress_pro_schemas_manual":[],"_seopress_pro_rich_snippets_disable_all":"","_seopress_pro_rich_snippets_disable":[],"_seopress_pro_schemas":[],"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[2402,2437,3138],"tags":[],"class_list":["post-330741","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-2018-europatag","category-erfahrungen-denkansaetze-und-interviews","category-news-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/330741","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/18"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=330741"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/330741\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15091"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=330741"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=330741"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=330741"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}