{"id":330747,"date":"2018-04-04T17:04:15","date_gmt":"2018-04-04T15:04:15","guid":{"rendered":"https:\/\/webdev.flars.net\/unser-ja-zu-europa\/"},"modified":"2018-04-04T17:04:15","modified_gmt":"2018-04-04T15:04:15","slug":"unser-ja-zu-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/unser-ja-zu-europa\/","title":{"rendered":"Unser Ja zu Europa"},"content":{"rendered":"<h3><strong><em>Miteinander f\u00fcr Europa\u00a0<\/em>hat von der Geburtsstunde vor 18 Jahren an die Einheit des Volkes Gottes als Grundauftrag. Der zweite Grundauftrag ist die gesellschaftliche Dimension des Miteinanders f\u00fcr Europa. Angesichts der gegenw\u00e4rtigen europ\u00e4ischen Krise erh\u00e4lt dieser Auftrag eine neue Herausforderung, um in der Vielfalt der Kulturen und Nationen ein konstruktives und zukunftsf\u00e4higes Miteinander in Europa zu leben.<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Einheit ist m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p>\u201eEinheit und Unterschiedlichkeit sind gleich urspr\u00fcnglich<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">\u00a0[1]<\/a>\u201c formulierte Br. Franziskus beim Kongress <em>Miteinander f\u00fcr\u00a0Europa<\/em> 2007. Ganz \u00e4hnlich formuliert Piero Coda: \u201eWenn Gott Dreieinigkeit ist, sind Einheit und Vielfalt nicht nur kein Widerspruch, sondern gleich urspr\u00fcnglich\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">\u00a0[2]<\/a>. Uns bestimmte von Anfang an ein Bild der Einheit, das die von Gott geschenkte Vielfalt ausdr\u00fccklich anerkennt und bejaht. Gleichmacherei gef\u00e4hrdet die Identit\u00e4ten und kann deshalb zum Bruch der Einheit in Vielfalt f\u00fchren. Das gilt f\u00fcr das Politische wie f\u00fcr den kirchlichen Bereich.<\/p>\n<p><strong>Einheit in vers\u00f6hnter Verschiedenheit<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund der vielen Br\u00fcche im Leben Einzelner, zwischen den Kirchen und zwischen V\u00f6lkern bedarf es einer Vers\u00f6hnung der Gegens\u00e4tze, um zu einer vers\u00f6hnten Einheit in Vielfalt zu kommen. Das gilt auch f\u00fcr die Vielfalt der Kulturen. Vers\u00f6hnung statt Verurteilung und Abgrenzung ist angesagt. Damit er\u00f6ffnet sich Zukunft, denn das Gift der Vergangenheit verliert seine Wirkung. Das Andersartige und Fremde verliert dadurch seine Bedrohung und wird zur Gabe. Wir erkennen als Vers\u00f6hnte in der Verschiedenartigkeit den Reichtum des Lebens.<\/p>\n<p>In allem ist Jesus die einende Mitte. Er gibt uns die Kraft und Hoffnung f\u00fcr die Einheit in vers\u00f6hnter Verschiedenheit, denn Jesus Christus hat die Welt mit Gott vers\u00f6hnt.<\/p>\n<p><strong>Gelebtes Miteinander als prophetisches Zeichen<\/strong><\/p>\n<p>Unser Miteinander in Europa wird praktisch gelebt in den Beziehungen untereinander. Wir machen uns auf, die anderen zu besuchen. Das Miteinander in Europa l\u00e4sst neue Beziehungen entstehen, schafft Vers\u00f6hnung und Zukunft. Es l\u00e4sst etwas vom Wesen Gottes aufleuchtet, indem es Einheit stiftet, d.h. es ist ein prophetisches Zeichen.<\/p>\n<p><strong>Gebet ver\u00e4ndert<\/strong><\/p>\n<p>Zum Auftrag von\u00a0<em>Miteinander in Europa<\/em>\u00a0geh\u00f6rt Gebet. Wir wollen nicht nachlassen, f\u00fcr dieses Europa zu beten. Gebet ver\u00e4ndert. Es ver\u00e4ndert uns und die Atmosph\u00e4re in unserem Land und in Europa, es ver\u00e4ndert die Herzen von Menschen.<\/p>\n<p><strong>Unsere Hoffnung und unser Ja zu Europa<\/strong><\/p>\n<p>Wir engagieren uns f\u00fcr Europa, weil wir dies als einen Auftrag Gottes an uns verstanden haben. Wir sprechen ein entschiedenes Ja zu einem Europa der Einheit <em>und<\/em> der Vielfalt der Kulturen und Nationen. Dabei leuchtet vor unseren Augen ein positives Bild von Europa auf. Wir setzen uns ein f\u00fcr eine Kultur des Miteinanders, die auf der Grundlage des christlichen Glaubens entsteht. Unsere Hoffnung f\u00fcr Europa formulieren wir in einem 5fachen Ja.<\/p>\n<p><strong>Wir sagen Ja zu einem Europa der Vers\u00f6hnung.<\/strong><\/p>\n<p>Aus dem Wunder der Vers\u00f6hnung nach der Katastrophe der Weltkriege ist ein neues Europa entstanden. Die Kraft der Vers\u00f6hnung, die wir aus dem christlichen Glauben empfangen, erm\u00f6glicht eine Heilung der geschichtlichen Wunden und ein vers\u00f6hntes Miteinander der Verschiedenartigen.<\/p>\n<p><strong>Wir sagen Ja zu einem Europa der Einheit in Vielfalt.<\/strong><\/p>\n<p>Wir erkennen die Vielfalt als Reichtum. Vielfalt und Unterschiedlichkeit sind gleich urspr\u00fcnglich. Beides gilt es in einer guten Balance zu halten. Wir freuen uns \u00fcber den anderen und seine Charismen. Dieses Zusammenwirken der Charismen dient der Einheit des Volkes Gottes und der Einheit Europas.\u00a0 Wir treten f\u00fcr einen f\u00f6deralen Organismus in Europa ein. Mit Respekt und Wertsch\u00e4tzung achten wir verschiedene Hintergr\u00fcnde und Perspektiven.<\/p>\n<p><strong>Wir sagen Ja zu einem Europa<\/strong> <strong>der Begegnung, des Dialogs und des Friedens.<\/strong><\/p>\n<p>Aus der Begegnung w\u00e4chst das gegenseitige Verstehen. Dies ist eine unserer Grunderfahrungen im\u00a0<em>Miteinander in Europa<\/em>.\u00a0 Wir sagen Ja zu einem Europa, das den Dialog mit allen sucht und den Weg des Aushandelns der verschiedenen Interessen w\u00e4hlt. Die EU und der Prozess der Einigung Europas bescherte uns 70 Jahre Frieden im Raum der EU. Wer das Nationale zu stark betont, wird die nationalistischen Ungeister rufen und Europa in die Zerst\u00f6rung f\u00fchren. Wer das Nationale verleugnet, verleugnet die Vielfalt und macht die Entstehung einer europ\u00e4ischen Gemeinschaft unm\u00f6glich. Wir machen Mut zum offenen Dialog f\u00fcr ein Europa, das in Frieden miteinander lebt.<\/p>\n<p><strong>Wir sagen Ja zu einem Europa<\/strong> <strong>der Barmherzigkeit und der Menschlichkeit.<\/strong><\/p>\n<p>Der christliche Glaube hat die Geschichte Europas gepr\u00e4gt. Er ist ein weltoffener Glaube. Menschlichkeit und Barmherzigkeit gehen vom gekreuzigten und verlassenen Jesus Christus aus und pr\u00e4gen den Kontinent. Beides zeigt sich im unbedingten Ja zum Leben und im Ja zur Ehe und Familie, im Ja zum Armen und Bed\u00fcrftigen.<\/p>\n<p>Europa ist mehr als der Euro, mehr als die Marktwirtschaft. Deshalb setzten wir uns daf\u00fcr ein, ein Europa auf der Grundlage des christlich-j\u00fcdischen Erbes zu bauen, bei aller Offenheit f\u00fcr Andersdenkende und -glaubende. So st\u00e4rken wir die Seele Europas.<\/p>\n<p><strong>Wir sagen ja zu einem Europa, dem Gott im Laufe der Geschichte eine Berufung anvertraut hat <a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>:<\/strong><\/p>\n<p>Das Miteinander von Himmel und Erde, das Miteinander von Glaube und Weltgestaltung,\u00a0denn im Gekreuzigten begegnen sich Himmel und Erde.\u00a0 In diesem Auftrag f\u00fcr Europa erkennen wir auch eine Verantwortung f\u00fcr Afrika und den Nahen Osten.<\/p>\n<p>Der lebendige Gott hat unserem Miteinander viel anvertraut. Deshalb wollen wir in unseren Bewegungen und in der \u00d6ffentlichkeit unser Ja zu Europa zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n<p><em>Gerhard Pro\u00df beim Tr\u00e4gerkreis November 2018, Wien\u00a0(gek\u00fcrzte Fassung)<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u201eMiteinander auf dem Weg\u201c ISBN 978-3-00-022045-6, Br. Franziskus J\u00f6st beim MfE Kongress 2007 Stuttgart, S. 21<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> (Piero Coda in: Hanspeter Heinz [Hrsg], Christliche Kultur in einem Europa, S. 33)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0 P. Lothar Penners beim Europ. Tr\u00e4gerkreis 2016 in Castel Gandolfo mit Bezug zu Pater Kentenich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Miteinander f\u00fcr Europa\u00a0hat von der Geburtsstunde vor 18 Jahren an die Einheit des Volkes Gottes als Grundauftrag. Der zweite Grundauftrag ist die gesellschaftliche Dimension des Miteinanders f\u00fcr Europa. 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