{"id":330762,"date":"2018-04-30T17:24:50","date_gmt":"2018-04-30T15:24:50","guid":{"rendered":"https:\/\/webdev.flars.net\/junge-menschen-lieben-das-konkrete\/"},"modified":"2018-04-30T17:24:50","modified_gmt":"2018-04-30T15:24:50","slug":"junge-menschen-lieben-das-konkrete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/junge-menschen-lieben-das-konkrete\/","title":{"rendered":"Junge Menschen lieben das Konkrete"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Hat Europa eine Zukunft? Welchen Beitrag seht ihr etwa von Seiten der Kirchen und der christlichen Bewegungen und Gemeinschaften?<\/strong><\/h3>\n<p>Sicher hat Europa eine Zukunft! Und darin spielen die Gemeinschaften und die Kirchen einzeln und gemeinsam eine wichtige Rolle, indem sie die Zivilgesellschaft st\u00e4rken. Diese wird die k\u00fcnftigen f\u00fchrenden Politiker hervorbringen und in der Zwischenzeit st\u00e4rkt und f\u00f6rdert sie das b\u00fcrgerliche Engagement. \u201eDer gr\u00f6sste Schaden wird von jenen Millionen von Menschen verursacht, die einfach \u201a\u00fcberleben\u2018 wollen.\u201c\u00a0 Deshalb sind die Gemeinschaften von Bedeutung, denn sie leben und entwickeln ihre je eigenen Gaben (wie etwa Ordnung, Freiheit, Gehorsam, Verantwortung, Gleichheit, Hierarchie, Achtung, Berichtigung, Privateigentum, Kollektiveigentum, Wahrheit usw.) und machen darauf aufmerksam.<\/p>\n<h6><strong>Am 9. Mai feiern wir den \u201eEuropatag\u201c. Was l\u00f6st dieses Datum in euch aus? Wie w\u00fcrdet ihr euch w\u00fcnschen, dass die Europ\u00e4er diesen Tag feiern?<\/strong><\/h6>\n<p>Die Wahl des Datums wie auch die Initiative selbst ist gut und notwendig. Die Frage stellt sich \u00fcber das \u201eWie\u201c. Man m\u00fcsste einen Europatag konzipieren in dem &#8211; neben den interdisziplin\u00e4ren Konferenzen der verschiedenen wissenschaftlichen Bereiche &#8211; auch die ganze Gesellschaft einbezogen werden k\u00f6nnte. Keine offiziellen Festivit\u00e4ten, sondern beispielsweise \u201eMassenkundgebungen\u201c, \u00e4hnlich dem Projekt mit den Kulturhauptst\u00e4dten. Die Erfahrung zeigt, dass es immer die Politik ist, die offizielle Feierlichkeiten organisiert. Aber diese Nutzung zu eigenen Zwecken h\u00e4lt \u00a0die Menschen von solchen offiziellen Anl\u00e4ssen fern.<\/p>\n<h6><strong>Wenn du Pr\u00e4sident\/in der Europ\u00e4ischen Kommission w\u00e4rst (d.h. wenn du eine verantwortliche Funktion mit Entscheidungsbefugnissen inneh\u00e4ttest), welche Priorit\u00e4ten, um die Gemeinschaft unter den europ\u00e4ischen V\u00f6lker zu erhalten und zu f\u00f6rdern, st\u00fcnden in der Agenda?<\/strong><\/h6>\n<p>Keine Uniformit\u00e4t anstreben, sondern vielmehr auf der Grundlage der gegenseitigen Anerkennung der Identit\u00e4t und der Solidarit\u00e4t die Integration f\u00f6rdern, st\u00e4rken und beschleunigen. Es liegt auf der Hand, dass dieses schwache f\u00f6derative System nicht funktioniert. Ein Beispiel sind die USA, wo man vergeblich eine gemeinsame Sprache spricht und man freiere Foren durch zentralistische verdr\u00e4ngt hat. Internationale Projekte wie etwa ERASMUS weiterf\u00fchren und auf Forscher und Dozenten an Universit\u00e4ten erweitern, aber mit der Zeit auch auf Erzieher und Lehrer der unteren Stufen. Unabh\u00e4ngig von der Studienrichtung m\u00fcsste f\u00fcr alle Studierenden ein obligatorischer Semesteraufenthalt im Ausland eingef\u00fchrt werden. Interuniversit\u00e4re Kurse zwischen benachbarten L\u00e4ndern m\u00fcssten regelm\u00e4ssig stattfinden (z.B. in Form von Sommer-Universit\u00e4ten).<\/p>\n<h6><strong>Wie seht ihr Europa im Kontext der aktuellen Weltpolitik?<\/strong><\/h6>\n<p>Europa steht vor zwei wesentliche Herausforderungen. 1. Die Frage der Einheit: Wenn es Europa nicht gelingt die Einheit zu festigen und ihr Ausdruck zu verleihen, wird es an Gewicht einb\u00fcssen (siehe 2. Herausforderung). 2. Die Korruption: Jeder auch noch so kleine wirtschaftliche, moralische oder sexuelle Missbrauch kann der internationalen Gemeinschaft grossen Schaden zuf\u00fcgen, unabh\u00e4ngig davon, ob von einer \u00f6ffentlichen oder privaten Instanz ver\u00fcbt. Dies kann nur und vor allem durch eine best\u00e4ndige und gemeinsame Gewissenspr\u00fcfung (Reflexion) verhindert werden.<\/p>\n<h6><strong>Es scheint, dass junge Menschen sich wenig Gedanken \u00fcber die Zukunft Europas machen. Ist das so?<\/strong><\/h6>\n<p>Junge Menschen lieben das Konkrete. Nicht-Greifbares interessiert sie nicht. Man m\u00fcsste z.B. die Anzahl der Studenten im ERASMUS-Programm erh\u00f6hen und mehr in Auslandstudienprogramme investieren, damit sich die Jugend besser kennenlernen kann. Zudem br\u00e4uchte es konkrete europ\u00e4ische Ziele, an die sie glauben und wof\u00fcr sie sich begeistern k\u00f6nnten.<\/p>\n<h6><strong>Wie denkt ihr \u00fcber die populistischen Tendenzen? K\u00f6nnte es in einem MITEINANDER nicht besser gehen? Aber wie?<\/strong><\/h6>\n<p>Erstens sind sie die Konsequenz der letzten Wirtschaftskrise; zweitens auch der verschiedenen bewaffneten Konflikte und Auseinandersetzungen (beispielsweise durch fremde Einmischungen); drittens sind sie durch den Nationalismus verursacht, der eine Frucht der oben erw\u00e4hnten Realit\u00e4t ist; eines Nationalismus der nicht durch die Europ\u00e4ische Union repr\u00e4sentiert ist, aber von den Populisten benutzt wird. Zudem haben die W\u00e4hler keinen Bezug zu den europ\u00e4ischen Politikern, sondern sehen und kennen nur die Politiker des eigenen Landes. Diese sind direkt verantwortlich daf\u00fcr, wie die urspr\u00fcnglichen Berichte von Bruxelles dem eigenen Land vermittelt werden; die Bev\u00f6lkerung glaubt dann <em>ihnen<\/em>.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall m\u00fcssen wir lernen <em>miteinander<\/em> vorw\u00e4rts zu gehen. Wie? Siehe dazu die obigen Antworten. Der erste Schritt k\u00f6nnte der Wunsch sein, pers\u00f6nlich zu handeln und dann auch gemeinsam Verantwortung zu \u00fcbernehmen, aus der Erkenntnis der Effizienz und der Rolle des <em>Miteinanders<\/em> heraus.<\/p>\n<p><em>Zs\u00f3fia B\u00e1r\u00e1ny, PhD, und Szabolcs Somorjai, PhD, Ungarn, Universit\u00e4tsassistenten im Bereich Gesellschaft, Wirtschaft in der Neuzeit, Politik und Kirchengeschichte.<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hat Europa eine Zukunft? Welchen Beitrag seht ihr etwa von Seiten der Kirchen und der christlichen Bewegungen und Gemeinschaften? Sicher hat Europa eine Zukunft! Und darin spielen die Gemeinschaften und die Kirchen einzeln und gemeinsam eine wichtige Rolle, indem sie die Zivilgesellschaft st\u00e4rken. 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