{"id":330910,"date":"2019-06-26T17:57:10","date_gmt":"2019-06-26T15:57:10","guid":{"rendered":"https:\/\/webdev.flars.net\/einem-christlichen-neuaufbruch-entgegen\/"},"modified":"2019-06-26T17:57:10","modified_gmt":"2019-06-26T15:57:10","slug":"einem-christlichen-neuaufbruch-entgegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/einem-christlichen-neuaufbruch-entgegen\/","title":{"rendered":"Einem christlichen Neuaufbruch entgegen"},"content":{"rendered":"<h3><strong><em>Miteinander f\u00fcr Europa<\/em> 1999-2019 \u2013\u00a0Interview mit P\u00e1l T\u00f3th<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Die Initiative <em>Miteinander<\/em><em> f\u00fcr Europa<\/em> wird 20 Jahre. Zu diesem Anlass stellen wir P\u00e1l T\u00f3th, Dozent am Universit\u00e4tsinstitut Sophia, Loppiano (Florenz), zwei Fragen zum Selbstverst\u00e4ndnis des Netzwerkes und wie <em>Miteinander f\u00fcr Europa<\/em> auf die heutigen Herausforderungen antworten kann.<\/strong><\/h3>\n<ol>\n<li><strong>1999 ist <em>Miteinander f\u00fcr Europa<\/em> Wie unterscheidet sich diese freie Vernetzung von christlichen Gemeinschaften und Bewegungen von anderen Gruppen, die sich heute f\u00fcr Europa einsetzen? Was ist ihr Spezifisches?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Anerkennung des Andersseins und somit des Pluralismus ist eine Errungenschaft der westlichen Kultur. Im biblischen Glauben ist die \u00dcberzeugung verwurzelt, dass jede und jeder von uns ein einmaliges Gesch\u00f6pf ist, f\u00fcr das Gott einen Plan der Liebe hat. Mit dieser Entwicklung stellt sich jedoch auch eine neue Herausforderung f\u00fcr die im Christlichen verwurzelten Gesellschaften: Wie gehen wir mit dieser reichen Vielfalt um? Wie k\u00f6nnen wir zu der f\u00fcr das Handeln notwendigen Einheit gelangen? Diese Frage ist im Zeitalter der globalen Herausforderungen sehr aktuell geworden. Heutzutage sind die Probleme nicht mehr nur lokal, sondern wir haben es mit \u00fcbergreifenden Herausforderungen wie Klimawandel, Migration, Armut, ungez\u00fcgeltem Kapitalismus usw. zu tun. Um auf diese Herausforderungen angemessen reagieren zu k\u00f6nnen, bedarf es einer viel effektiveren Zusammenarbeit auf globaler Ebene. Meiner Meinung nach k\u00f6nnte und sollte Europa, aufgrund seiner Rolle bei der Entwicklung innovativer Gedanken im Laufe der Jahrhunderte, eine entscheidende Rolle in diesem Prozess spielen.<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcberzeugt, dass die Kirchen \u00fcber eine besondere Ressource verf\u00fcgen, um eine Einheit zu verwirklichen, die nicht unterdr\u00fcckt, sondern Vielfalt sch\u00e4tzt. Diese F\u00e4higkeit wird in der Initiative <em>Miteinander f\u00fcr Europa<\/em> sichtbar. Der Pluralismus ist auch in den Kirchen pr\u00e4sent, aber er ist ein Pluralismus der verschiedenen Charismen und Gaben und dieser Pluralismus ist zur Einheit f\u00e4hig. Warum? Weil wir an der Basis jedes wahren Charismas ein Wort Gottes finden.<\/p>\n<p>Die Charismen sind unterschiedlich, aber ihre gemeinsame Wurzel ist das Wort Gottes, letztlich das neue Gebot: Liebt einander. Dies ist ihr gemeinsames Fundament, das eine Grundlage f\u00fcr Einheit und Zusammenarbeit schafft. Tats\u00e4chlich gr\u00fcndet <em>Miteinander f\u00fcr Europa <\/em>seine Aktivit\u00e4ten auf einem \u201eBund der gegenseitigen Liebe\u201c zwischen Vertretern verschiedener christlicher Bewegungen und Gemeinschaften unseres Kontinents.<\/p>\n<p>Dann d\u00fcrfen wir die Frauen und M\u00e4nner der \u201eersten Stunde\u201c von <em>Miteinander<\/em> nicht vergessen. Seit 20 Jahren widmen sie sich mit Leib und Seele dieser Initiative. Gewiss sind sie schon aus rein menschlicher Sicht f\u00e4hige Pers\u00f6nlichkeiten, die treu zu ihrem Engagement stehen. Aber ich w\u00fcrde noch mehr sagen: In dem jetzt fernen Jahr 1999 wurde ihre Seele von einem starken Licht, vom G\u00f6ttlichen, ber\u00fchrt. Sie verstanden mit dem Herzen, dass sich in der gelebten Einheit eine andere Welt verwirklicht, ein neues Europa. Und dieser Moment der \u201eGr\u00fcndung\u201c hat in ihnen eine \u00dcberzeugung in die <em>Einheit in Vielfalt <\/em>hinterlassen, die sie heute an andere weitergeben m\u00f6chten. Sie wissen, dass ihre Tr\u00e4ume und Sehns\u00fcchte der Vergangenheit inzwischen zu einer \u00dcberlebensbedingung geworden sind. \u201eAlles beruht auf den Charismen. Wir m\u00fcssen sie entdecken\u201c. So Chiara Lubich, Mitbegr\u00fcnderin von <em>Miteinander f\u00fcr Europa<\/em>.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Was sollte <em>Miteinander f\u00fcr Europa <\/em>tun, um immer mehr Sichtbarkeit zu gewinnen?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die mehr als 300 Bewegungen und Charismen von<em> Miteinander f\u00fcr Europa<\/em> sind bereits ein sichtbares Zeugnis von Zusammenarbeit und Einheit. \u00dcber die Erkl\u00e4rung gemeinsamer Werte und Momente des gemeinsamen Gebets bei besonderen Anl\u00e4ssen hinaus, kommt zum Vorschein, was die Bewegungen bereits gemeinsam tun, um auf die oben genannten Herausforderungen zu reagieren. Sichtbarkeit erlangen sie durch die gemeinsamen Aktionen, die Zustimmung und Gemeinsamkeiten schaffen. In dieser Hinsicht k\u00f6nnte <em>Miteinander f\u00fcr Europa<\/em> schrittweise noch mehr gemeinsame Aktionsprojekte entwickeln.<\/p>\n<p>Eines der Projekte k\u00f6nnte eine permanente Plattform f\u00fcr den Dialog zwischen Ost- und Westl\u00e4ndern sein. Mit dem Treffen 2017 in Wien machte <em>Miteinander<\/em> einen ersten Schritt. Vertreter der Slowakei, der Tschechischen Republik, Ungarns, Sloweniens und Russlands nahmen den Dialog mit den westlichen L\u00e4ndern auf. Man konnte das Engagement (und die Bem\u00fchungen) sehen, \u00fcber die Unterschiede und Kritikpunkte hinauszugehen, die oft die Verst\u00e4ndigung zwischen Ost und West behindern. Auf dieser Schiene w\u00fcrde ich f\u00fcr die Zukunft eine Zusammenarbeit in verschiedenen Themenbereichen sehen, wie zum Beispiel das Konzept von Nation, die Beziehung zwischen Kirche und Staat, die Menschenrechte, das Bed\u00fcrfnis nach Einheit und Wahrheit usw.<\/p>\n<p>Mit verschiedenen Projekten auf kirchlicher, politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene bildet <em>Miteinander f\u00fcr Europa<\/em> ein wachsendes Netzwerk von B\u00fcrgern, die sich f\u00fcr einen \u201echristlichen Neuaufbruch in Europa&#8220; einsetzen. Dabei soll negative Kritik \u00fcberwunden und kritische Fragen im Blick auf Wachstumsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr alle, gemeinsam besprochen werden.<\/p>\n<p><em>Beatriz Lauenroth, Mari\u00ebnkroon (Niederlande)\u00a0<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Miteinander f\u00fcr Europa 1999-2019 \u2013\u00a0Interview mit P\u00e1l T\u00f3th Die Initiative Miteinander f\u00fcr Europa wird 20 Jahre. 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