{"id":352513,"date":"2025-07-04T16:27:04","date_gmt":"2025-07-04T14:27:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.together4europe.org\/?p=352513"},"modified":"2025-07-04T17:01:29","modified_gmt":"2025-07-04T15:01:29","slug":"die-stadt-als-gottesort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/die-stadt-als-gottesort\/","title":{"rendered":"Die Stadt als Gottesort"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><p><strong>Der Kontext<\/strong><\/p><\/h4>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><p>Die Matth\u00e4uskirche in M\u00fcnchen ist auf drei Seiten vom Nussbaumpark umgeben, im Osten grenzt sie an den Sendlinger-Tor-Platz. Ein Ort zentral in der Stadt gelegen und doch im Gr\u00fcnen \u2013 ideal f\u00fcr eine <strong>Begegnung mit dem Thema \u201eSuchet der Stadt Bestes\u201c.<\/strong> Doch der erste Eindruck t\u00e4uscht. Idyllisch ist es hier nicht. Ein Obdachloser hat auf den Eingangsstufen der lutherischen Kirche \u00fcbernachtet; immer wieder bitten Menschen an den T\u00fcren der Kirche um Geld.<\/p><\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><p>Um <em>diese<\/em> Stadt ging es in der Matth\u00e4uskirche. Um das Beste f\u00fcr <em>diese<\/em> Stadt. In all ihrer Widerspr\u00fcchlichkeit. Weltweit sind St\u00e4dte Sehnsuchtsorte. In wenigen Jahren wird die H\u00e4lfte der Menschheit in St\u00e4dten leben. Und die Christen? \u201eDie St\u00e4dte wachsen, doch die Christen fliehen h\u00e4ufig aus ihnen\u201c, stellte Rainer Harter, Leiter des Gebetshauses in Freiburg bedauernd fest. Einen entschieden anderen Akzent setzte da das Wochenende von<em>\u00a0MfE<\/em> mit gut 200 Teilnehmenden, die \u00fcberwiegend aus Deutschland, aber auch aus \u00d6sterreich angereist waren.<\/p><\/p>\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><p><strong>Sich der Realit\u00e4t stellen<\/strong><\/p><\/h4>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Titel der Tagung \u201eSuchet der Stadt Bestes\u201c ist Bibel-Zitat und steht beim Propheten Jeremia. \u201eJeremias Worte rufen uns dazu auf, uns auf die Realit\u00e4t einzulassen, wie sie ist; ohne sich Illusionen zu machen oder sich in \u201agute alte Zeiten\u2018 zur\u00fcckzuw\u00fcnschen \u2013 doch vor allem nicht die Hoffnung auf die Zukunft aufzugeben\u201c, sagte die Alttestamentlerin Janina Hiebel in ihrem Beitrag am Samstagvormittag, der der historischen, geistlichen und theologischen Vertiefung des Titels gewidmet war. Und weiter: \u201eSucht das Beste und betet f\u00fcr die Stadt, f\u00fcr das Land und f\u00fcr die Welt, in der ihr lebt, das bedeutet auch: keine Feindbilder aufbauen, sondern sie \u00fcberwinden. Identit\u00e4t bewahren, ohne sich abzuschotten. Gott wird sich von euch finden lassen, auch und gerade an den Orten, von denen ihr meint, dass sie hoffnungslos gottfern sind.\u201c<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deborah Dittmer, Leiterin der Vineyard-Gemeinde M\u00fcnchen, stie\u00df in ihrem Beitrag in die gleiche Kerbe: \u201eWir m\u00fcssen unsere Opfermentalit\u00e4t loslassen. Wir sind keine Opfer! Wir sind auch keine Beherrscher! Wir sind Salz und Licht der Welt! Das bedeutet nicht, dass wir alles gut finden m\u00fcssen. Aber wir entscheiden uns f\u00fcr eine Haltung der Liebe gegen\u00fcber dieser Welt, der Gesellschaft, der Menschen, eine Annahme mit allen Problemen und Herausforderungen, die auch da sind; nicht aber eine Haltung der Furcht oder Abneigung oder Abschottung.\u201c<\/p>\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><p><strong>Die Stadt \u2013 Ort der Begegnung auf dem Fundament der Liebe<\/strong><\/p><\/h4>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><p>Im Hauptvortrag des Vormittags zeigte Jes\u00fas Mor\u00e1n, Kopr\u00e4sident der Fokolar-Bewegung, auf, wie weltliche und geistliche Denker \u00fcber Jahrhunderte hinweg die Stadt beschrieben haben \u2013 als Orte, in denen die Chancen und Grenzen der Vernunft und der Gerechtigkeit erkennbar sind; Orte, deren Fundament die Liebe sein muss. Dann, so Mor\u00e1n, der per Video zugeschaltet war, werde die Stadt \u201ezum Ort der Begegnung zwischen Mensch und Gott. Das ist es, was der christliche Blick auf die Stadt bewirkt: den \u00dcbergang von der Rationalit\u00e4t zur Relationalit\u00e4t, von der Vernunft des einzelnen zur Vernunft einer Gemeinschaft.\u201c Christen, so Mor\u00e1n weiter, k\u00f6nnten sich \u201edaf\u00fcr einsetzen, inmitten der sichtbaren St\u00e4dte unseres Kontinents jene \u201aunsichtbaren St\u00e4dte\u2018 zu errichten, die wahre prophetische Vorzeichen des Reiches Gottes sind.\u201c <em><a href=\"https:\/\/www.together4europe.org\/archivio\/4699\/verschiedene-files\/352508\/2025-06-28_jesus-moran_stadt-und-prophezeiung_mfe_muenchen_hl?lang=it\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier geht es zum vollst\u00e4ndigen Text&gt;&gt;<\/a><\/em><\/p><\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits am Freitagnachmittag war es im Gespr\u00e4ch mit Kirchenvertretern und einem Politiker darum gegangen, was denn nun \u201edas Beste\u201c f\u00fcr die Stadt sei und wie man es erkennen k\u00f6nne. \u201eSuchet der Stadt Bestes\u201c hei\u00dfe etwa, denen eine Stimme zu geben, die sonst keine haben; zu helfen, dass die Armen und Schwachen geh\u00f6rt werden, meinte Markus Gr\u00fcbel, von 2002 bis 2025 Bundestagsabgeordneter und von 2018 bis 2021 Beauftragter der Bundesregierung f\u00fcr die weltweite Religionsfreiheit. <\/p>\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><p><strong>Das Gemeinsame suchen\u00a0\u00a0<\/strong><\/p><\/h4>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><p>Jeremia habe das Volk Israel aufgefordert, das Beste f\u00fcr die fremde, ja feindliche Stadt Babylon zu suchen, unterstrich Thomas Prieto Peral, evangelisch-lutherischer Regionalbischof von M\u00fcnchen. Es sei der vielleicht \u00e4lteste Aufruf, das Gemeinwohl im Blick zu haben. <em>Allen<\/em> solle es gut gehen. Und deshalb, so Prieto Peral, sei unser Platz an der Seite der Menschen, die angegriffen werden, die Angst haben, egal wer sie sind. Christoph Klingen, der Generalvikar des Erzbistums M\u00fcnchen-Freising erg\u00e4nzte: \u201eSuchet das Beste hei\u00dft: Suchet das Gemeinsame. Dann kann das Zeugnis der Christen f\u00fcr die Stadt heller leuchten.\u201c<\/p><\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Inneren der Matth\u00e4uskirche zieht ein gro\u00dfes Mosaik die Blicke auf sich. Es stellt das \u201eHimmlische Jerusalem\u201c dar, also die Stadt Gottes. Um diesen Gott anzubeten und zu ehren, gab es im Programm viel Zeit zum Gebet und zum Lobpreis, die von der \u201eLobpreiswerkstatt\u201c der Gemeinschaft Immanuel in Ravensburg gestaltet wurden. In seiner Predigt w\u00e4hrend des Abschlussgottesdiensts fragte Reinhardt Schink, Vorstand der Evangelischen Allianz Deutschland, wer denn die Macht habe, das Beste f\u00fcr die Stadt herbeizuf\u00fchren. Der Elefant? Der L\u00f6we? Seine Antwort: Nein, es ist das Lamm. \u201eAm Kreuz hat der B\u00f6se alles verloren. Das Leben entfaltet sich da, wo es die Bereitschaft zur Hingabe gibt.\u201c<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><p>Das B\u00fcndnis der gegenseitigen Liebe, Grundlage des<em> Miteinander<\/em>, wurde in M\u00fcnchen wieder erneuert: \u201eJesus, wir sagen Ja zu deinem Gebot und erneuern unser B\u00fcndnis der gegenseitigen Liebe. Wir wollen einander lieben, wie du es versprochen hast. Wir bitten dich, st\u00e4rke unsere Liebe durch den Heiligen Geist und sei du unter uns, wie du uns versprochen hast. Wirke du in uns und durch uns, damit wir ein Segen sein k\u00f6nnen f\u00fcr unsere Mitmenschen und dem Wohl der Gesellschaft dienen.\u201c<\/p><\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><p>Mehr Informationen wie ein ausf\u00fchrlicher Tagungsbericht, Informationen zu den Foren sowie Bildimpressionen <strong><a href=\"https:\/\/miteinander-wie-sonst.org\/news\/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=197&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;cHash=d7acfe05a15f267284a8ead04c0bd49b\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sind auf der deutschen MfE-Webseite zu finden&gt;&gt;<\/a><\/strong><\/p><\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gott l\u00e4sst sich finden \u2013 auch und gerade an den Orten, die hoffnungslos gottfern scheinen. Eine Begegnung des \u00f6kumenischen Netzwerks Miteinander f\u00fcr Europa (MfE) vom 27.-29. Juni 2025 in M\u00fcnchen besch\u00e4ftigte sich mit dem Dienst der Christinnen und Christen an der Stadt.<\/p>\n","protected":false},"author":53,"featured_media":352496,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_titles_title":"Die Stadt als Gottesort - Treffen von Miteinander f\u00fcr Europa ","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","_seopress_robots_follow":"","_seopress_robots_imageindex":"","_seopress_robots_snippet":"","_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_robots_breadcrumbs":"","_seopress_robots_freeze_modified_date":"","_seopress_robots_custom_modified_date":"","_seopress_robots_canonical":"","_seopress_social_fb_title":"","_seopress_social_fb_desc":"","_seopress_social_fb_img":"","_seopress_social_fb_img_attachment_id":0,"_seopress_social_fb_img_width":0,"_seopress_social_fb_img_height":0,"_seopress_social_twitter_title":"","_seopress_social_twitter_desc":"","_seopress_social_twitter_img":"","_seopress_social_twitter_img_attachment_id":0,"_seopress_social_twitter_img_width":0,"_seopress_social_twitter_img_height":0,"_seopress_redirections_value":"","_seopress_redirections_enabled":"","_seopress_redirections_enabled_regex":"","_seopress_redirections_logged_status":"","_seopress_redirections_param":"","_seopress_redirections_type":0,"_seopress_analysis_target_kw":"","_seopress_news_disabled":"","_seopress_video_disabled":"","_seopress_video":[],"_seopress_pro_schemas_manual":[],"_seopress_pro_rich_snippets_disable_all":"","_seopress_pro_rich_snippets_disable":[],"_seopress_pro_schemas":[],"_et_pb_use_builder":"off","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[4902,3138],"tags":[748,749,750,723,4905,707,751],"class_list":["post-352513","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-lokale-veranstaltungen-de","category-news-de","tag-ensemble-pour-leurope","tag-insieme-per-leuropa","tag-miteinander-fuer-europa","tag-monaco","tag-muenchen","tag-munich","tag-together-for-europe"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/352513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/53"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=352513"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/352513\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":352547,"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/352513\/revisions\/352547"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/352496"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=352513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=352513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.together4europe.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=352513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}