Augsburg – Friedensstadt

von | Okt. 22, 2019

Augsburg blickt auf eine mehr als 2000-jährige Geschichte zurück (Gründung 15 v. Chr.). Die Stadt entstand als römisches Militärlager. Mit den Römern war das Christentum gekommen, und so war seit ihren Anfängen christliches Leben in der Stadt. Confessio Augustana Im 16. Jahrhundert wurde Augsburg ein bedeutender Ort der Reformation, Schauplatz der Gespräche zwischen Martin Luther […]

Augsburg blickt auf eine mehr als 2000-jährige Geschichte zurück (Gründung 15 v. Chr.). Die Stadt entstand als römisches Militärlager. Mit den Römern war das Christentum gekommen, und so war seit ihren Anfängen christliches Leben in der Stadt.

Confessio Augustana

Im 16. Jahrhundert wurde Augsburg ein bedeutender Ort der Reformation, Schauplatz der Gespräche zwischen Martin Luther und dem päpstlichen Gesandten Kardinal Cajetan, die letztendlich den Bruch mit der damaligen Kirche von Rom einleiteten.

Augsburg war mit den Reichstagen eine der wichtigsten Städte im Heiligen Römischen Reich geworden. 1530 legten die Reichsstände dem Kaiser die confessio augustana, vor. Es wurde das evangelische Grundbekenntnis. Dieses „Augsburger Bekenntnis“, verfasst von Philipp Melanchton, kann als Versuch gewertet werden, die zerbrochene religiöse Einheit wieder herzustellen.

Augsburger Religionsfriede

Nicht einmal 10 Jahre später wurde Augsburg Stadt des Religionsfriedens: auf dem Reichstag von 1555 wurde der Augsburger Religionsfrieden beschlossen, der von politischer Seite die Parität, das friedliche gleichberechtigte Zusammenleben der beiden Konfessionen regeln sollte. Alle städtischen Ämter wurden gleichberechtigt unter den Konfessionen verteilt. Dies schützte die jeweils in der Minderheit befindliche Konfession. Wenn es auch noch weitere 100 Jahre mit einem furchtbaren „Dreißigjährigen Krieg“ dauern sollte, bis mit dem „Westfälischen Frieden“ von 1648 die Parität und der Friede auch in Augsburg dauerhaft umgesetzt wurde, war dennoch der Augsburger Religionsfrieden der erste und entscheidende Schritt in Richtung religiöser Toleranz.

Friedensfest

Denn am 8. August 1650 feierte man in Augsburg zum ersten Mal das Hohe Friedensfest – zunächst ein Fest der evangelischen Christen, als Dank weil sie nun – nach langen gegenseitigen Machtkämpfen – ihre Kirchen wieder zurückerhielten und ihre Gottesdienste wieder feiern konnten. Es wird bis heute gefeiert, seit vielen Jahrzehnten ist es ein gemeinsames Friedensfest, das die ganze Stadt, mit ihren politischen Verantwortlichen, mit ihren Kirchen, mit den Bürgern ihrer Stadt in ökumenischer Verbundenheit weit über die Grenzen der Konfessionen hinaus feiert. Der „Runde Tisch der Religionen“ verantwortet heute am Vorabend des Hohen Friedensfestes ein multireligiöses Friedensgebet. Der 8. August ist seit 1950 ein zusätzlicher gesetzlicher Feiertag für alle Augsburger.

von Brigitte Pischner und Margarete Hovestadt

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