1.700 Jahre Christentum in Georgien

1.700 Jahre Christentum in Georgien

Der Auftakt der Konferenz – ein Festakt im Zeichen von Glauben und Familie – war ein gesellschaftliches Großereignis von nationaler Tragweite. Neben dem Staatspräsidenten Micheil Qawelaschwili, dem Ministerpräsidenten Irakli Kobachidse und dem georgischen Patriarchen Shio III nahmen zahlreiche Spitzenpolitiker aus ganz Europa teil.

Ein eindrucksvoller Kurzfilm beleuchtete den Weg des georgischen Christentums – von den Anfängen bis zu den dunklen Jahrzehnten unter Lenin und Stalin, in denen Kirchen zerstört und Geistliche verfolgt wurden. Ein Besuch des Klosters Bodbe machte den Wiederaufbau nach der Sowjetzeit greifbar. Wo einst Ruinen standen, haben Nonnen mit staatlicher Unterstützung eine beeindruckende Oase des Glaubens geschaffen.

Während die Spitzenpolitik vor allem den glanzvollen Start prägte, stand der zweite und dritte Teil der Konferenz im Zeichen intensiver inhaltlicher Fachvorträge. Gerhard Pross brachte dabei die Perspektive von Miteinander für Europa zum Thema „Ehe und Familie“ ein. Kernsätze seines Impulses wurden direkt in die offizielle schriftliche Deklaration der Konferenz aufgenommen.

Die Reise bot eine Plattform, um bestehende Kontakte zu vertiefen und neue europäische Netzwerke zu knüpfen. Die Tagung zeigte zudem, welchen Segen ein christliches Fundament für ein Land bedeuten kann, und schenkte vielen der internationalen Gäste ein Stück Ermutigung.

Gleichzeitig gab die Veranstaltung Raum für Austausch und Differenzierung: In persönlichen Gesprächen am Rande der Konferenz – etwa mit einem EU-Parlamentarier aus Rumänien – wurden die Potenziale, aber auch kritische Fragen zur politischen Ausrichtung mancher europäischen Parlamentarier reflektiert.

Beatriz Lauenroth