Oaks of Righteousness

Oaks of Righteousness

Christliche Juristen vereint

Würzburg, 5. Dezember 2015: Martin Franke und Martin Ondrejka (Christ und Jurist Deutschland) sowie Felix Böllmann (Alliance Defending Freedom International) nahmen am nationalen Treffen von „Miteinander für Europa“ – Deutschland teil. Bei dieser Gelegenheit brachte „Christ und Jurist“ den Wunsch zum Ausdruck, gemeinsam mit anderen christlichen Initiativen auf dem Kontinent unterwegs zu sein, und erkannte in der Gemeinschaft verschiedener Charismen und Berufungen einen fruchtbaren Weg, das Evangelium in der Berufswelt zu bezeugen.

Seitdem hat sich dieser Weg weiterentwickelt und gefestigt, wodurch Beziehungen, Kooperationen und neue Initiativen entstanden sind. Zu den bedeutendsten Folgen dieses Weges zählt diese Veranstaltung, an der 170 Juristen aus verschiedenen europäischen Ländern teilnahmen. Sie wurde von The Lawyers’ Christian Fellowship UK, Christ und Jurist Deutschland und Christ und Jurist Österreich mit Unterstützung von Alliance Defending Freedom International organisiert.

Dienst am Gemeinwohl

Dank des Netzwerks Miteinander für Europa kam es zu einer Begegnung zwischen Recht in Gemeinschaft der Fokolar-Bewegung und Christ und Jurist Deutschland – eine Begegnung, aus der Freundschaften und eine Zusammenarbeit entstanden sind. Die Konferenz in Horn war in der Tat ein konkreter Ausdruck von Gemeinschaft, Dialog und gemeinsamem Zeugnis unter Christen, die in der Justiz tätig sind.

In einer von Spaltungen, Kriegen und Individualismus geprägten Zeit erschien die Erfahrung der Gemeinschaft unter in Christus verwurzelten Fachleuten als echter missionarischer Auftrag: dem Gemeinwohl durch das Recht zu dienen und zum Wachstum eines Europas beizutragen, das seinen christlichen Wurzeln treu bleibt. Dies betonte Jeff Fountain vom Schuman Centre for European Studies in den Niederlanden. Aus diesen Wurzeln sind die Grundprinzipien des Schutzes der Menschenwürde, der Religionsfreiheit und der Achtung der Unterschiede hervorgegangen.

Freundschaft und Gebet 

Diese Tage intensiver Arbeit waren auch Tage der Freundschaft, der Ruhe und der gegenseitigen Unterstützung. Es waren Tage des gemeinsamen Gebets unter Juristen verschiedener christlicher Kirchen. In der Vielfalt der unterschiedlichen Formen des Gebets und des Lobpreises wurde das Bild der „vielen Blumen im Garten Gottes“ sichtbar. Es waren Tage, an denen die Zeit langsamer zu vergehen schien, um Raum für das Zuhören, den Austausch über die Mühen und die gegenseitige Erbauung zu schaffen. Es war eine Erfahrung, die nicht nur den Anwaltsberuf, sondern vor allem die Menschen bereichert hat. Das Denken erneuert sich, wenn es vom gelebten Wort Gottes geprägt wird. Denn Frauen und Männer, die vom Evangelium verwandelt wurden, können zu einem echten Motor der Erneuerung für die gesamte Gesellschaft werden.

Elisabetta Scomazzon

Glasgow: Versöhnung und Hoffnung

Glasgow: Versöhnung und Hoffnung

Gemeinsamer Funke

Thomas erinnerte daran, dass die beiden Bewegungen – die Fokolar-Bewegung und der CVJM – einen gemeinsamen Ursprung haben. Der inspirierende Funke, aus dem beide Bewegungen hervorgegangen sind, ist nämlich das Gebet Jesu um die Einheit (Johannes 17,21). Anschließend zeichnete er die wichtigsten Etappen der Geschichte von Miteinander für Europa auf. Besonders erinnerte er an das Treffen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am 8. Dezember 2001: Nach den Beiträgen von Chiara Lubich und des evangelischen Bischofs Ulrich Wilckens über den gekreuzigten und verlassenen Jesus, wurde ein Pakt der gegenseitigen Liebe geschlossen. Dieser Pakt wird von den Mitgliedern des Trägerkreises jedes Jahr erneuert und bildet die Grundlage von Miteinander für Europa.

Verschiedene Charismen in Einheit

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in familiärer Atmosphäre waren die rund 20 Teilnehmenden aus drei christlichen Konfessionen – der Kirche von Schottland, der Schottischen Episkopalkirche und der Katholischen Kirche – tief bewegt von den Geschichten der Versöhnung und Vergebung, die Thomas erzählte. Besonders beeindruckte sie seine Erfahrung, Jesus im „Anderen“, im Menschen, der anders ist als ich, zu begegnen. „Wenn Kirchen und Gemeinschaften zusammenkommen, erfahren sie die Gegenwart Jesu in ihrer Mitte. Es ist die Erfahrung Gottes, der sein Volk sammelt und verbindet. Verschiedene Charismen finden zur Einheit, und es entsteht ein Austausch von geistlichem Reichtum. Denn Gott hat jeder Gemeinschaft besondere Gaben anvertraut, die gerade im Miteinander ihre volle Kraft entfalten“.

Einige von uns berichteten von persönlichen Erfahrungen aus ihrem langjährigen Engagement in lokalen ökumenischen Netzwerken. Dabei fanden sie vieles von dem wieder, was Miteinander für Europa in den „Fünf Schlüsseln“ zum Weg der Einheit beschreibt: Jesus im Mittelpunkt; der Bund der gegenseitigen Liebe; das Wort Gottes, das gehört und gelebt werden will; die Versöhnung, die alle Grenzen überwindet; und eine neue Haltung gegenüber den anderen, wenn wir die gegenseitigen Gaben und Reichtümer entdecken und miteinander teilen.

Bilder, die für sich sprechen

Besonders eindrucksvoll begleiteten uns zwei Bilder: ein byzantinisches Mosaik aus der historischen Hagia Sophia in Istanbul, auf dem sich Johannes der Täufer und Maria, zu beiden Seiten Jesu, vor ihm verneigen und sich dadurch zugleich voreinander verneigen. „Das zeigt, was geschieht, wenn wir dem Gebot Jesu folgen: Wir wenden uns Jesus Christus zu und dadurch auch einander.“ Ein weiteres Bild war ein Gemälde von Hanna, der Ehefrau von Thomas. Es zeigt das Gesicht Jesu, leidend und zugleich voller Frieden, als wolle es sagen: „Ich bin hier. Ich war immer hier und werde immer hier sein.“ Vor einem tiefblauen Hintergrund ist Europa von lebendigen Linien durchzogen, die Netzwerke bilden. Diese sind durch feine goldene Fäden miteinander verbunden, die alle zu Jesus führen.

Fussballspiel

Hoffnung ist wohl das Wort, das diesen gemeinsamen Nachmittag am treffendsten zusammenfasst. Die Beziehungen unter den Teilnehmenden haben sich vertieft, und die gegenseitige Liebe ist spürbar gewachsen. Das schenkte neuen Mut, den Weg zur Einheit weiterhin entschlossen zu gehen.

„Heute habe ich nach dem Fußballspiel während einer Zugfahrt verbale Gewalt mit sektiererischem Hintergrund erlebt“, erzählte uns jemand am darauffolgenden Tag. „Wenn Thomas nicht alle dazu ermutigt hätte, sich für die Überwindung des Sektierertums einzusetzen, das oft mit der Spaltung zwischen Fußballmannschaften verbunden ist, hätte ich nicht den Mut gehabt, diesem Mann ruhig zu antworten, zumal sich Kinder in unserem Waggon befanden. Dank dessen, was Thomas gesagt hat, habe ich begonnen zu vergeben und alles Gott anzuvertrauen. So trage ich nicht 500 Jahre Hass und Vorurteile in meinem Herzen.“

Claudia Melis, Jacqueline Thomson

Metz: Europa für den Frieden

Metz: Europa für den Frieden

Die ansteckende Freude und die besondere Atmosphäre in der Stadt haben unser Nationalkomitée von Miteinander für Europa neu inspiriert und enger zusammengeschweißt. Als Christin hat mich dieser Tag ermutigt, noch überzeugter für unsere Werte einzustehen.

Einheit in Vielfalt

Die Rede des Papstes “An den Wurzeln Europas für Frieden und Einheit“ fand direkt nach einem Treffen mit Vertretern aller religiösen Traditionen Frankreichs statt. Es wurde spürbar: Alle Gläubigen blicken gemeinsam auf ein Europa, das seinen vielfältigen Wurzeln treu bleibt und sich aktiv für den Frieden einsetzt.

Der Papst betonte dabei das Prinzip des „Sowohl-als-auch“: Europa ist durch den Dialog entstanden. Es soll sich seiner christlichen Identität rückbesinnen, aber ebenso die griechischen, römischen, germanischen, slawischen, jüdischen und muslimischen Einflüsse anerkennen.

Bereitschaft zum Dialog

Der für unsere Arbeit zentralste Satz der Papstrede lautet:
„Im heutigen multikulturellen Kontext erfordert die Bekräftigung der Universalität der Werte – die für Europas Fortbestehen unerlässlich ist – sowohl eine Wiederentdeckung ihrer Wurzeln als auch die Bereitschaft zum Dialog mit dem Anderen.“

Miteinander für den Frieden

Beim anschließenden Empfang durften wir inspirierende Begegnungen erleben – darunter mit einem koptisch-orthodoxen Priester, der seine Begeisterung über dieses historische Treffen teilte. Zuvor hatten die Religionsführer bereits in unserer Gegenwart einen gemeinsamen Appell für den Frieden unterzeichnet.

Für unser Nationalkomitee war dieser Tag die ideale Einstimmung und Vorbereitung auf unser anstehendes Würzburger Treffen (29.-31.10.2026) unter dem Motto „Berufen zum Frieden“.

Salomé Vischer

1.700 Jahre Christentum in Georgien

1.700 Jahre Christentum in Georgien

Der Auftakt der Konferenz – ein Festakt im Zeichen von Glauben und Familie – war ein gesellschaftliches Großereignis von nationaler Tragweite. Neben dem Staatspräsidenten Micheil Qawelaschwili, dem Ministerpräsidenten Irakli Kobachidse und dem georgischen Patriarchen Shio III nahmen zahlreiche Spitzenpolitiker aus ganz Europa teil.

Ein eindrucksvoller Kurzfilm beleuchtete den Weg des georgischen Christentums – von den Anfängen bis zu den dunklen Jahrzehnten unter Lenin und Stalin, in denen Kirchen zerstört und Geistliche verfolgt wurden. Ein Besuch des Klosters Bodbe machte den Wiederaufbau nach der Sowjetzeit greifbar. Wo einst Ruinen standen, haben Nonnen mit staatlicher Unterstützung eine beeindruckende Oase des Glaubens geschaffen.

Während die Spitzenpolitik vor allem den glanzvollen Start prägte, stand der zweite und dritte Teil der Konferenz im Zeichen intensiver inhaltlicher Fachvorträge. Gerhard Pross brachte dabei die Perspektive von Miteinander für Europa zum Thema „Ehe und Familie“ ein. Kernsätze seines Impulses wurden direkt in die offizielle schriftliche Deklaration der Konferenz aufgenommen.

Die Reise bot eine Plattform, um bestehende Kontakte zu vertiefen und neue europäische Netzwerke zu knüpfen. Die Tagung zeigte zudem, welchen Segen ein christliches Fundament für ein Land bedeuten kann, und schenkte vielen der internationalen Gäste ein Stück Ermutigung.

Gleichzeitig gab die Veranstaltung Raum für Austausch und Differenzierung: In persönlichen Gesprächen am Rande der Konferenz – etwa mit einem EU-Parlamentarier aus Rumänien – wurden die Potenziale, aber auch kritische Fragen zur politischen Ausrichtung mancher europäischen Parlamentarier reflektiert.

Beatriz Lauenroth

Europa – gemeinsame Heimat

Europa – gemeinsame Heimat

Europa, unsere Wahl

Die Gruppe Ut Omnes* nahm an der Veranstaltung „SOTEU 2026 – Europa, unsere Wahl“ an der römischen LUMSA-Universität teil. Nach einer Einführung durch Professor Alberto Lo Presti verfolgten die Teilnehmenden die Übertragung der Rede der Präsidentin der Europäischen Kommission.

Von der Leyen stellte die Sicherheit Europas und den Schutz seiner Grenzen an den Beginn ihrer Rede und zitierte den Schriftsteller Charles Dickens: „Es war die beste Zeit, es war die schlimmste Zeit.“ Dieses Spannungsfeld, so ihre Botschaft, präge die Europäische Union heute: eine Gemeinschaft mit großen Erfolgen und Chancen, zugleich aber auch mit Herausforderungen und Bedrohungen von außen.

 

Bedeutende Gäste

Beim SOTEU waren symbolträchtige Persönlichkeiten zu Gast: der kanadische Premierminister Mark Carney; die Familie des dänischen Piloten Rune Kyndal, der bei der Bekämpfung von Waldbränden in Europa ums Leben kam; Sasha Paskal, eine sehr junge ukrainische Turnerin, die durch einen russischen Raketenangriff verstümmelt wurde und heute als Symbol der Widerstandskraft gilt; sowie die Gründer eines Technologie-Start-ups, die Polin Rafa und der Finne Pekka, herausragende Vertreter im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Die Präsidentin überraschte das Publikum mit dem historischen Vorschlag, Kanada zum ersten „assoziierten Mitglied“ der Europäischen Union zu machen. Diese Initiative erinnert an die ökumenischen Werte der Zusammenarbeit, die von Ut Omnes und dem Netzwerk Miteinander für Europa unterstützt werden. Ein weiterer Schwerpunkt war der Schutz von Minderjährigen im Internet. In diesem Zusammenhang erinnerte sie an die vierzehnjährige Belgierin Oléa, die Opfer von Cybermobbing wurde. Um solchen Tragödien entgegenzuwirken, wurde der „EU Kids Act“ angekündigt, ein Gesetzespaket zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum.

Im Anschluss eröffneten die Mitglieder von Ut Omnes die Diskussion. Der italienische Europaabgeordnete Marco Tarquinio, der in Straßburg aufgehalten wurde, richtete eine Videobotschaft an die Teilnehmenden, in der er insbesondere auf die Themen Migration und Grenzen einging. Zum Thema Solidarität griff Ut Omnes ein Wort des Apostels Paulus auf („Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen“), um die Verantwortung jedes Einzelnen hervorzuheben, zum Wohl der Gesellschaft beizutragen.

 

Vaterland der Vaterländer

In der Diskussion wurde deutlich, dass äußere Kräfte versuchen, die Europäische Union zu spalten, indem sie Nationalismen fördern, die die Völker eher schwächen als schützen. Europa wurde als ein „Vaterland der Vaterländer“ bezeichnet – ein zugleich starkes und verletzliches Symbol. Die Union und den Sinn für Freiheit zu verteidigen, ist eine globale Herausforderung, die jede Bürgerin und jeden Bürger betrifft, unabhängig von Alter oder Geschlecht.

Nach einem bearbeiteten Text von Livio Tetamo Zamparini, Jugendlicher der Gruppe Ut Omnes.

 

* Ut Omnes ist eine Gruppe junger Menschen, die sich für die Einheit Europas engagiert und innerhalb des Netzwerks Miteinander für Europa tätig ist.

Von den Dolomiten nach Europa

Von den Dolomiten nach Europa

Der Pakt

Tonadico ist auch als „Stadt des Paktes” bekannt, weil sich hier am 16. Juli 1949 ein entscheidender Moment in der Geschichte der Fokolar-Bewegung ereignete. Chiara Lubich und Igino Giordani schlossen einen geistlichen Pakt. Sie beschlossen, die gegenseitige Liebe so konsequent zu leben, dass sie die Zukunft der entstehenden Bewegung Jesus in ihrer Mitte (Mt 18,20) anvertrauten. Aus diesem Pakt gingen zahlreiche Initiativen hervor, die sich weltweit verbreiteten. Eine davon ist das ökumenische Netzwerk Miteinander für Europa.

Miteinander für Europa

Als Chiara Lubich im Jahr 1999 den Impuls für Miteinander für Europa gab, traf sie auf Vertreterinnen und Vertreter verschiedener christlicher Gemeinschaften und Bewegungen aus ganz Europa. Einer von ihnen war Gerhard Pross (CVJM, Esslingen, Deutschland), der das Netzwerk in den folgenden Jahren als Moderator maßgeblich mitprägte.

Die Auszeichnung 

Am 16. Juli wurde Gerhard Pross im Rahmen der Veranstaltung „Tonadico – Stadt des Paktes“ mit dem gleichnamigen Preis ausgezeichnet. Mit dieser Ehrung wurde sein wertvoller und unermüdlicher Einsatz gewürdigt, mit dem er gemeinsam mit vielen anderen zur Einheit der Christinnen und Christen im Dienst am Gemeinwohl beigetragen hat. In einer festlichen Atmosphäre, bereichert durch einige intellektuelle und künstlerische Beiträge, gab Gerhard Pross ein öffentliches Interview, in dem er auf einige wichtige Phasen seines geistlichen Weges und die bedeutenden Meilensteine von MfE zurückblickte. 

Alberto Lo Presti, Liz Taite

Die gesamte Veranstaltung kann auf dem Website von Focolare Italia angesehen werden: www.focolaritalia.it – Direkt zum Video geht es hier: www.youtube.com/watch?v=AvWSaiyTbwo