Eine Perspektive aus Frankreich

Eine Perspektive aus Frankreich

Eine französische Sicht auf 60 Jahre «Römische Verträge»

Es ist so weit!  Es sind zwar nicht alle da, aber zumindest 28 Länder wollen den 60. Geburtstag der Europäischen Union feiern. Am 25. März 1957 waren es erst sechs europäische Staaten, die  die «Römischen Verträge» unterzeichneten und damit der Schaffung einer «Europäischen Gemeinschaft» zustimmten; ab 1993 wurde diese dann zur «Europäischen Union». Unter diesen sechs Gründungs-Ländern war mit grosser Überzeugung auch Frankreich. Die Idee von Jean Monnet, die bei Robert Schumann gutes Echo fand, überzeugte die Franzosen, der grossen «Idee Europa» zuzustimmen.

Als Instrument des Friedens und der Stabilität war die «Idee Europa» im Dienste der Länder zum raschen und einfacheren Wiederaufbau des Kontinents gedacht. Seitens der damaligen und späteren Führungskräfte Frankreichs wurde Europa auch (vielleicht vor allem) als Sprungbrett zu grösserer, kontinentaler Macht und Einflussnahme gesehen. Die Liebe zum eigenen Vaterland, die Verteidigung der eigenen nationalen Werte und die Einflussnahme in der Welt haben das Handeln Frankreichs im europäischen Integrationsprozess charakterisiert. Wie schon General De Gaulle 1954 bemerkte: Die Souveränität Frankreichs anzutasten war nicht Teil des «europäischen Vertrags», und Frankreich hat bis heute daran festgehalten.

Dennoch: die grossen französischen Gründerväter, die Europa ebenso liebten wie Frankreich, haben würdige Nachfolger gefunden. Viele französische Präsidenten, angefangen bei Valéry Giscard d’Estaing, haben sich weiterhin für die  europäische Idee eingesetzt. Die hoffnungsvollen Ansagen der Gründerväter aufnehmend, hat uns D’Estaing (wie auch Jacques Delors) von einer auch politischen Europäischen Union träumen lassen: eine Union der europäischen Völker, geeint, aber im Respekt der unterschiedlichen Kulturen und Religionen.

2005, beim Referendum über die europäische Verfassung, haben die Franzosen daran erinnert, dass selbst wenn die Politik und die Regierenden vieles bewirken können,  sie doch machtlos sind ohne die Zustimmung des Volkes. Im Referendum hat die Mehrheit der Franzosen nämlich gegen die europäische Verfassung gestimmt. Die Erfahrung von 2005 zeigt sicher am deutlichsten die Haltung Frankreichs zur Europäischen Union. Eine immer wieder vernommene Aussage der Franzosen war: Selbst, wenn die Europäische Union notwendig ist, noch mehr Europa zu haben, «wäre zu viel». Warum zu viel? Weil sich die Franzosen, wie viele andere Länder, davor fürchten, in ein übernationales Europa einverleibt zu werden, in dem es keine Unterschiede mehr gibt zwischen Franzosen und Italienern, und wo die Eigenart und Souveränität jedes Landes in einem «europäischen Ganzen» verschwinden würde.

Wenn die Franzosen Europa heute akzeptieren, so deshalb, weil sie darin auch eine Wertzunahme für die eigene Identität und sozialwirtschaftlichen Ordnungen sehen können. Mehr noch, die Franzosen bejahen Europa, weil sie die Grundwerte teilen, die schon das Europa von 1957 prägten: die Solidarität, die Gemeinschaft, die Freiheit, der Friede und die Geschwisterlichkeit unter den Völkern. Es sind diese mehrheitlich auch christliche Werte, welche die Franzosen in diesem Europa sehen. Ausgenommen die religiösen Verwicklungen, fühlen sie sich verbunden mit den moralischen Grundwerten, die Europa immer noch prägen. Auch wenn auf das Bejahen dieser Werte nicht immer auch deren Umsetzung folgt – wie die aktuelle Flüchtlings-Krise zeigt –, bleibt doch die Tatsache, dass sich die Franzosen als konstituierender Teil dieser europäischen Realität fühlen.

Am 25. März 2017 werden in Rom die 60 Jahre der «Römischen Verträge» gefeiert. Das Jubiläum verdeutlich uns, dass dieses Europa noch jung ist! Die verschiedenen Anlässe, Kongresse und der Marsch für Europa werden starke Momente sein. Nebst der Notwendigkeit der politischen Wiederbelebung wird auch Gelegenheit sein, an die christlichen Werte zu erinnern, die allen europäischen Völkern gemeinsam sind. Diese Werte werden meiner Meinung nach die Grundlage für eine europäische Wiederbelebung darstellen, denn es sind heute die einzigen, die nicht Quelle von Angst sind, sondern von Einheit.

 

 

Marie Trélat, Französin, studiert Politikwissenschaften mit Schwerpunkt Europäische Union – insbesondere Zentral- und Osteuropa. Sie lebt derzeit in Rom (Projekt Erasmus) und besucht die Universität LUISS Guido Carli. Sie ist Mitglied der Jungen Europäische Föderalisten (JEF) in Rom und arbeitet dort im Büro für Internationale Beziehungen. Fünf Monate lang hat sie in der französischen Redaktion des Radio Vatikan gearbeitet.

Eine Perspektive aus Deutschland

Eine Perspektive aus Deutschland

60 Jahre „Römische Verträge“ – 24/25. März 2017

„Im festen Willen, die Grundlagen für einen immer engeren Zusammenschluss der europäischen Völker zu schaffen; entschlossen, durch gemeinsames Handeln den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt ihrer Länder zu sichern, indem sie die Europa trennenden Schranken beseitigen; (…) entschlossen, durch diesen Zusammenschluss (…) Frieden und Freiheit zu wahren und zu festigen“, haben am 25. März 1957 sechs europäische Länder (Deutschland, Frankreich, Italien, Benelux-Staaten) beschlossen, die „Europäische Wirtschaftsgemeinschaft“ zu gründen und diese auf die Grundlage von Frieden, Versöhnung und Zusammenarbeit zu stellen, wie es zu Beginn des Vertrages heißt. Zugleich wurden auch alle anderen europäischen Nationen eingeladen, „sich diesen Bestrebungen anzuschließen“.

Die Gründung der „Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft“ war weit mehr als die Suche nach wirtschaftlichen Vorteilen, denn: Der französische Außenminister Robert Schuman (1886-1963) hatte schon zu Beginn der 1950er Jahre deutlich gemacht, dass der Frieden in Europa nur dann hinreichend gesichert werden könne, wenn es gelinge, kriegswichtige Güter wie Kohle oder Stahl gemeinsam zu kontrollieren. Und mehr noch: Dass Deutschland nur 12 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg hier als gleichwertiger Partner eines Vertrages akzeptiert wurde, war ein entscheidender Schritt zur Versöhnung auf dem europäischen Kontinent, die maßgeblich durch die Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland geprägt wurde.

Seit 1992 steht die Europäische Union für die politische Einheit des Kontinents. Doch dies ist ohne den in Rom unterzeichneten Vertrag über die „Europäische Wirtschaftsgemeinschaft“ (deswegen: „Römische Verträge“) nicht denkbar. Und so ist dieser Vertrag als Geburtsurkunde eines geeinten Europas zu verstehen, auch wenn er sich im Detail mit Ein- und Ausfuhrbestimmungen, Umgang mit Zöllen, Schiedsgerichten, Ausrichtung der Wirtschaftspolitik, Bewegungsfreiheit von Waren und der Einrichtung von Ausschüssen befasst. Wichtig ist die Intention, mit der er geschlossen wurde – und die ist in der Präambel klar benannt: ein Zusammenschluss, um Schranken zu beseitigen, Frieden und Freiheit zu wahren, Fortschritt zu fördern und so die Lebensbedingungen der Menschen in Europa zu verbessern – und dies in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Kriegsgegner Deutschland, das nun ein gleichberechtigtes Mitglied in der Wirtschaftsgemeinschaft wurde.

 

 

von PD Dr. Schwester Nicole Grochowina, Christusbruderschaft Selbitz, Historikerin, Mitglied des Europäisches Leitungskomitees von Miteinander für Europa und Mitglied des Ökumene-Fachausschusses der bayerischen Landeskirche

Eine Perspektive aus Italien

Eine Perspektive aus Italien

Die Römischen Verträge und die Europäische Union

Am 25. März 1957 wurden die Römischen Verträge unterzeichnet. Sie werden  als Geburtsstunde der großen europäischen Familie betrachtet. Der erste betrifft eine Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), der zweite hingegen, EURATOM, betrifft die Europäische Atomenergiegemeinschaft.

Der Vertrag der EWG vereint als  Gründerstaaten Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, Luxemburg und die Niederlande in einer Gemeinschaft mit dem Ziel, wie es im Artikel 2 heißt, einen gemeinsamen Markt zu schaffen und die ökonomischen Bedingungen des Handels und der Produktion innerhalb der Gemeinschaft zu  fördern.

Außerdem hat er ein politisches Ziel: beizutragen zur funktionalen Konstruktion des politischen Europas, hin zu einer umfassenderen Vereinigung Europas. So erklären die Unterzeichner in der Präambel: „Im festen Willen, die Grundlagen für einen immer engeren Zusammenschluss der europäischen Völker zu schaffen“.

Den Römischen Verträgen ging 1951 die Unterzeichnung des sogenannten Pariser Vertrages (Belgien, Frankreich, Westdeutschland, Italien, Luxemburg und Niederlande) voraus, durch den die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) errichtet wurde: durch die gemeinsame Kontrolle über diese Industrien sollte eine einseitige Nachrüstung eines dieser Mitgliedsstaaten verhindert werden.

Das Bemühen, Europa auf politischer und wirtschaftlicher Ebene zu vereinen, war nach dem Zweiten Weltkrieges aus einem Anliegen entstanden:  die Staaten Europas so zu integrieren, dass ein neuer  Krieg unmöglich wäre. „Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen. Der Beitrag, den ein organisiertes und lebendiges Europa für die Zivilisation leisten kann, ist unerlässlich für die Aufrechterhaltung friedlicher Beziehungen.“ (Jean Monnet, 9.Mai 1950)

„Europa lässt sich nicht mit einem Schlag herstellen und auch nicht durch eine einfache Zusammenfassung. Es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen.“ (Robert  Schuman, 9.Mai 1950)

„Stellen wir den Frieden im Inneren und Äußeren wieder her. Um ihn zu ermöglichen, braucht es ein Zeugnis der Disziplin, der Ordnung, des guten Willens,  der Arbeit; bemühen wir uns um die bestmögliche Verteilung der Güter dieser Erde, um jene Schwierigkeiten zu überwinden,  die ganz natürlich sind, aber die man nur überwindet, wenn die Menschen bereit sind zum Opfer und das Bewusstsein haben, dass es für das Gelingen den absoluten Glauben an die Vorsehung Gottes braucht.“ (Alcide De Gasperi, 20. April 1950)

Die Wechselfälle der europäischen Einigung von beachtlichen Anstößen und plötzlichen Stillständen haben im Laufe der Jahre zur Unterzeichnung weiterer Verträge von verschiedenen Institutionen geführt wie dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission, dem Europarat und anderen.

 

 

von Maria Bruna Romito, Fokolar-Bewegung, Geschichtslehrerin. Von 1989 bis 2000 lebte sie in Ungarn, wo sie an der katholischen Universität von Budapest Italienisch und Geschichte unterrichtete. Derzeit lebt sie in Roma und arbeitet im Päpstlichen Rat für die Kultur.

Slowenien: neue Schritte im Miteinander für Europa

Slowenien: neue Schritte im Miteinander für Europa

Wie jedes Jahr nach dem internationalen Treffen des Trägerkreises von Miteinander für Europa, diesmal in Castel Gandolfo, trafen wir uns mit Verantwortlichen verschiedener Gemeinschaften und Bewegungen unseres Landes.

Die 24 Teilnehmer vertraten 8 Bewegungen: Charismatische Bewegung / Geistliche Gemeinde-Erneuerung, Cammino (Pot), Werkstätte Gebet und Leben, Gemeinschaft Emmanuel, Couples for Christ, Gemeinschaft christlichen Lebens, Gebet und Wort, Fokolar-Bewegung. Zum ersten Mal waren auch zwei Bischöfe anwesend: der Erzbischof von Ljubljana, Stanislav Zore (OFM) und Geza Filo, der Bischof der lutherischen Kirche von Slowenien.

Nach Begrüßung, Gebet und Vorstellung wurden die 17 Jahre des Miteinander für Europa skizziert. Sehr beeindruckend war die Video-Aufzeichnung über die Beiträge zur Versöhnung der Verantwortlichen der Kirchen, die am 2. Juli 2016 in München anwesend waren. Es entstand eine Atmosphäre von Freude, Frieden, Spontanität und Gemeinschaft, die wuchs und alle einbezog.

Der lutherische Bischof berichtete begeistert von der ökumenischen Begegnung am 31.10.2016  in Lund (Schweden), an der er teilgenommen hatte. Eine ähnliche Begegnung hatte am 6. November auch in Murska Sobota (Stadt im Nordosten Sloweniens) stattgefunden. Zur großen Freude des Bischofs und der evangelischen Gemeinde waren fast alle katholischen Bischöfe Sloweniens dort anwesend.

Bischof Filo bedankte sich wiederholt bei uns und Erzbischof Zore  betonte, dass Treffen wie in München und Lund außerordentliche Bedeutung haben und dass deren Geist ins Alltagsleben übertragen werden muss.

In dieser Atmosphäre konnten wir von unserer Begegnung in Castel Gandolfo berichten und von unseren Vorschlägen für die Zukunft:

  • eine Gebetsvigil am 24. März 2017 anlässlich des 60. Jahrestages der „Römischen Verträge“, Beginn der europäischen Integration;
  • Zusammenarbeit für die Versöhnung innerhalb des slowenischen Volkes, was noch unter der schweren Last der Vergangenheit leidet (Nach dem Zweiten Weltkrieg sind in Slowenien 200.000 Menschen – mehr als in ganz Europa – ohne Prozess umgebracht worden);
  • Gemeinsamer Beschluß aller  anwesenden Bewegungen, für die Familie zu arbeiten. Das wurde von  beiden Bischöfen besonders begrüßt.

Nach der Verlesung eines Grußwortes vom internationalen Sekretariat von Miteinander von Europa bekamen  alle Teilnehmer einen Text mit den ‚7 Ja‘ . Feierlich wurde das Bündnis der gegenseitigen Liebe erneuert.

Pavel und Marjana Snoj

 

 

 

 

Mut, Europa!

Mut, Europa!

Treffen des Trägerkreises von Miteinander für Europa: 129 Teilnehmer aus 13 europäischen Ländern sind vom 10. bis 12. November 2016 im internationalen Bildungszentrum der Fokolar-Bewegung in Castel Gandolfo bei Rom zusammen gekommen. Acht Sprachen mit vier Simultanübersetzungen: die Vertreter von 39 christlichen Bewegungen und Gemeinschaften haben – wie es einer von ihnen ausgedrückt hat – ein “kleines Pfingstwunder” erlebt.  

Alle Kongressteilnehmer – Verantwortliche oder Vertreter der jeweiligen Bewegung / Gemeinschaft –  waren noch voller Dankbarkeit und Freude über das Ereignis in München im vergangenen Juni-Juli. Und alle sind davon überzeugt: wenn uns vor einem Jahr während des gleichen Treffens in Holland die Nachricht vom Attentat in Paris erreicht hatte, wenn sich vor der Veranstaltung in München der Brexit und in diesen Tagen die Herausforderung nach dem Wahlergebnis in den USA ergeben hat, dann braucht es wirklich mehr denn je das Miteinander für Europa!

Jetzt drängt die Frage: wie wird der Weg des Miteinander in Zukunft aussehen? Welche konkreten Schritte gilt es in den einzelnen Gemeinschaften und Bewegungen, in den Nationen und im Miteinander für Europa zu gehen?

Das Treffen war von diesbezüglichen Anregungen und Vorschlägen charakterisiert. Aus Vorträgen, Gesprächen, persönlichem Austausch und Gruppenarbeit haben sich einige Ideen für das Jahr 2017 entwickelt. Hier nur zwei davon:

  • Am 25. März 2017 jährt sich zum 60. Mal die Unterzeichnung der “Römischen Verträge”, der als einer der wichtigsten historischen Momente im Prozesses der europäischen Integration gilt. Bedeutende Politiker werden sich im Campidoglio in Rom treffen. Miteinander für Europa möchte durch eine Gebetsvigil am Vorabend seine Teilnahme ausdrücken und den Politikern bereits vorab ein Dokument zukommen lassen, in dem es seine Vorstellung von Europa darlegt. Es wäre wünschenswert, dass sich ähnliche Initiativen in europäischen Städten ereignen, in denen das  Miteinander existiert.
  • In diesen Tagen kam unter anderem der Wunsch auf, “Räume der Begegnung” zu schaffen. 2017 möchte man die Gemeinschaft unter den Bewegungen auf Ortsebene intensivieren und erneut ein “Programm für die Städte” anbieten.

Einige Echos während und nach dem Treffen:

Elke Pechmann (Offensive Junger Christen OJC eV.): „Miteinander für Europa ist weder Luxus noch eine hinzugefügte Aufgabe, sondern eine beachtliche Investition für die Gegenwart und die Zukunft Europas.“

Larisa Musina (Trasfiguration Fellowship of Minor Orthodox Brotherhoods, St. Philaret, Moskau): „Um echte Freunde zu werden, muss man sich gut kennen. Wir werden den Dialog zwischen den Ländern im Osten und Westen Europas erweitern. Zusammen mit anderen Ländern Osteuropas haben auch wir Russen dem Westen viel zu geben.“

Pavel Snoj (Fokolar-Bewegung, Slowenien): „Wenn wir wieder in unser Land zurückgekehrt sind, werden wir alle anderen Bewegungen in Slowenien von unserem Treffen hier in Kenntnis setzen. Wir werden dazu auch zwei Bischöfe – je aus der katholischen und der lutherischen Kirche – einladen, damit auch sie wissen, dass sich Laien gemeinsam mit den Kirchen in Europa für eine bessere Zukunft des Kontinents organisieren.“

Selomi Zürcher (JAHU, Schweiz), als Sprecherin der Jugendlichen ihrer Arbeitsgruppe: „Wir empfinden die Zukunft Europas als unsere Sache. Wir wissen die Erfahrung und die Weisheit der Erwachsenen zu schätzen; wir bitten sie uns Vertrauen zu schenken und die Bereitschaft, auch von uns etwas zu lernen. So kann das Europa unserer Väter auch das Europa der Kinder werden.“

Constanze Wolf (Fokolar-Bewegung, Deutschland): „Wie gerne möchte ich meine Begeisterung für das Miteinander anderen Jugendlichen weitergeben! Ich habe begonnen in der Pfarrei und auf Arbeit davon zu berichten, und ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr – in Wien, wo das nächste Treffen geplant ist – zu mehreren sein werden.“

Eines ist gewiss: mehr denn je ist die Erfahrung von Versöhnung und Freundschaft von Menschen aus dem Miteinander für Europa gefragt, damit die “Partitur im Himmel” – wie Chiara Lubich es ausgedrückt hat – entdeckt werden kann.

Das nächste Treffen des Trägerkreises von Miteinander für Europa findet vom 9. – 11. November 2017 in Wien statt.

Beatriz Lauenroth

Und so war es wirklich…

Und so war es wirklich…

In der Veranstaltung von Miteinander für Europa in München vom 30. Juni bis 2. Juli war wirklich alles enthalten: BEGEGNUNG zwischen unterschiedlichsten Menschen, die sich jedoch einig darüber waren, die ZUKUNFT miteinander anpacken zu wollen. Die Zeugnisse von VERSÖHNUNG haben gezeigt, dass ein gemeinsamer Weg keine Utopie ist. Im Licht dessen, was sich danach in der Stadt – und in anderen Teilen der Welt – ereignet hat, erscheint die Botschaft von Miteinander für Europa notwendiger und aktueller denn je.

Hier einige der Echos von Personen, die die Veranstaltung miterlebt haben (in Orginalsprache):
  • München zeigte ein tiefes echtes Gesicht eines Europa, das sich auf Gott und die Welt öffnet. Es wurde verständlich und erfahrbar: Miteinander geht es, Miteinander aller Charismen und Gaben. Der Glaube, die Liebe und die Offenheit führen zur Entängstigung…
  • Magnifique rassemblement avec le souffle des origines et qui ouvre un nouvel avenir pour Ensemble pour l’Europe. Une lumière et une espérance dans une Europe qui en a bien besoin! Remarquable organisation de nos amis allemands.
  • I am British and have always had a very strong sense of being European, and part of a positive process of unification. It was a challenge coming to Munich a week after Brexit, knowing that everyone would ask my opinion about it. I was initially very sad, but I know that being European and being Christian is a bigger idea than any particular political process or institution, and that unity will go ahead anyway. The positive attitude and support of a very impressive list of Christian leaders was very important and can only further this process. The young people present were a great witness to things already happening , and a hope for a better future.
  • Ho colto la profondità, il desiderio di continuare sempre più insieme per una nuova Europa nel cammino della pace costruita sui valori comuni del dialogo e dell’amore. Non abbiamo paura, andiamo avanti, nella certezza che Dio Amore ci precede sempre, a noi tutti gli sforzi, a Lui la gloria del Suo Amore passato dalle nostre azioni positive.
  • Das Podium „Zukunft der Gesellschaft – Auftrag und Verantwortung der jungen Generation“ erfüllte aber voll und ganz meine Erwartungen: Junge Leute, die von ihrem Glauben und ihrer Jugendarbeit innerhalb ihrer Gemeinschaft berichteten. Mir gefiel es sehr gut, mich endlich mit anderen Jugendlichen, die sowohl ähnliche als auch komplett verschiedene Ansichten als ich hatten, auszutauschen und zu diskutieren.
  • Ho capito che anche i piccoli come me possono fare qualcosa per l’Europa, nella stessa strada dei grandi, per iniziare questa unione spirituale dell’Europa, gli uni per gli altri.
  • Hi everyone, I did watch this wonderful event which was a wonderful way to involve people like me around the world in Unity with all ‚People of Good Will‘. God’s choicest blessings on everyone who organised this and those who took part. We are meant to be together and not live selfish lives in isolation from our neighbour.
  • Il fatto che ci siamo trovati in un circo mi suggerisce che è importante mettersi in gioco come fanno i protagonisti del circo, giocarsi la vita  per essere di aiuto agli altri.
  • J’ai beaucoup apprécié ce moment à Munich. Maintenant avec toute l’équipe de Lyon nous nous engageons à diffuser ce que nous avons vécu. Bien avec chacun.
  • Insgesamt bin ich sehr dankbar für die Erfahrung der Veranstaltung in München und trage die Erlebnisse und Begegnungen noch lebendig in mir. Vor allem verbinde ich mich im Gebet Tag für Tag weiterhin mit allen, die dort waren, und habe die Hoffnung, dass das Wunder der Einheit der Kirchen eines Tages von Gott geschenkt wird. (…) Für alles, was bei der Kundgebung am Stachus auf der Bühne geboten wurde, kann ich nur meine Anerkennung aussprechen.
  • Anche l’aprire e chiudere l’ombrello (…) non ha distolto da un clima di unità, di gioia, di profondità che ho avvertito. Mi è sembrata la manifestazione della speranza.
München 2016 – Miteinander für Europa
Begegnung – Versöhnung – Zukunft

ErfülltFrei Mutig

Erfüllt
Erfülltes Sein
Seine göttliche Liebe
Liebe verschleiert durch Nebel
Nebel ausgelöst durch das Ego
Ego erkennen im Nichtsein
Nichtsein schenkt Begegnung
Begegnung erfüllt
Erfüllung

Frei
Freie Begegnung
Begegnung mit Freude
Freude erstickt durch Trennung
Trennung in spaltenden tiefen Abgründen
Abgründe hinabsteigen einfühlsam vertrauensvoll
Vertrauensvolle behutsame Versöhnung
Versöhnung befreit
Freiheit

Mutig
mutige Versöhnung
Versöhnung erkennt Unterschiedlichkeit
Unterschiedlichkeit übersetzen in Vielfalt
Vielfalt achtsam bewahren in Einheit
Einheit erhellt öffnet Gemeinsamkeit
Gemeinsamkeit stärkt Zukunft
Zukunft mutvoll
Mut
(Elisabeth Stifter, Juli 2016 – Graz)