In der Politik um zu vereinen

von | Juli 22, 2024

František Talíř ist ein junger Politiker aus der Tschechischen Republik, 31 Jahre alt, studierte Neuzeitgeschichte und Operngesang und arbeitet am Theater. Seit einigen Jahren ist er Vizepräsident in der südböhmischen Regionalregierung. Im Interview erzählt er uns selbst von seiner Beziehung zu unserem Netzwerk.

In der Tat! Da gibt es für mich einen äußerst wichtigen Zusammenhang. Wenn man Politik mit dem Leitgedanken des Dienens leben will, muss man andere Politiker kennen lernen, die das gleiche Ziel haben. Die Möglichkeit, auch während des Treffens in Prag ein ‚positives Netzwerk‘ mit anderen aufzubauen, hat mir zu Beginn meines politischen Lebens sehr geholfen. Und sie hilft mir immer noch.

Sehen und verstehen können, wie viel Einsatz es kostet. Die Politik ist ein spezifischer Bereich, der das Leben eines jeden von uns tangiert. Und es ist von entscheidender Bedeutung, dass Männer und Frauen, die sich in den Dienst anderer stellen wollen, in die Politik gelangen. Andernfalls lässt man Raum für Menschen, die nur nach Macht streben. Ich versuche, weitere Freunde für die Politik zu gewinnen, vor allem junge Leute.

Politik braucht starke Ideale! Fehlen diese, wird es nur eine „Technokratie“, und später eine „Autokratie“ von einer Person, die anstelle von „miteinander“ „ich allein“ setzt. Nicht alle streben eine Zusammenarbeit an. Wir sind jedoch aufgerufen, unser Bestes zu geben, weil wir glauben, dass unsere Welt genau dieses „Miteinander“ braucht. Tun wir unseren Teil gut und überlassen wir den Rest dem Herrn.

Seit vier Jahren bin ich Vize-Präsident unserer Regionalregierung. Die Region heißt Südböhmen. Ich beschäftige mich hauptsächlich mit den Themen Landwirtschaft und Ökologie; wenn ich ins Europäische Parlament gewählt worden wäre, wäre ich Mitglied dieser Kommissionen (AGRI und ENVI) gewesen. Der Wahlkampf war eine großartige Zeit in meinem Leben. Von unserer Liste wurden die ersten sechs gewählt: Ich war auf dem siebten Platz. Aber ich bin sicher, dass der Herr weiß, warum. Ich bin also gespannt, wo er mich das nächste Mal hinführt.

Die größte Herausforderung besteht meiner Meinung nach darin, dass sich nur wenige in der Politik engagieren. Ich kenne Städte, in denen niemand Bürgermeister*in sein will. Wenn kein demokratischer Politiker diese Aufgabe übernimmt, wird ein Extremist kommen und diesen Platz für sich beanspruchen. Dies kann auch in unseren Parlamenten geschehen. Das Wichtigste ist, neue Männer und Frauen zu gewinnen, die bereit sind, sich in die Politik einzubringen und anderen durch politische Handlungen zu dienen. Diese Verantwortung zu vermitteln, ist etwas, was Miteinander für Europa für meine Generation beitragen kann.

Diego Goller

1 Kommentar

  1. Karl Wurstbauer

    Danke für diesen Beitrag.
    Die Einstellung von Herrn Talir finde ich großartig. Sie ist ansteckend, auch für mich, als nur ‚einfachem Bürger‘.
    Ich ‚stehe hinter Ihnen‘, Herr Talir. Alle meine guten Wünsche!
    Karl Wurstbauer, Salzburg

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Hier können Sie den Newsletter abbonieren


ARTIKEL ZU DIESEM THEMA

Oaks of Righteousness

Oaks of Righteousness

In Christus verwurzelte Anwälte, in ganz Europa verbreitet – so lautete der Titel einer internationalen Konferenz mit dem Titel „Oaks of Righteousness. Lawyers Rooted in Christ, Planted Across Europe“, die vom 24. bis 27. September 2026 in Horn bei Wien/Österreich stattfand.

Glasgow: Versöhnung und Hoffnung

Glasgow: Versöhnung und Hoffnung

Am 12. September 2026 erlebte die Fokolar-Bewegung in Glasgow (Schottland) einen besonderen Nachmittag dank der Anwesenheit von Thomas Römer, evangelischer Pfarrer der Lutherischen Kirche in Bayern, Mitglied des CVJM und Mitbegründer von Miteinander für Europa.

Metz: Europa für den Frieden

Metz: Europa für den Frieden

Am 28. September hielt Papst Leo XIV in Metz eine Ansprache im Gedenken an Robert Schuman. Eine Delegation des Nationalkomitees Miteinander für Europa aus Straßburg war live vor Ort – ein bewegendes und motivierendes Erlebnis.