von Ilona Toth | 26 Mai 2023 | 2023 Europatag, Italien, News
Die Gebetsmomente für Europa gehen weiter – 9. Mai in der Ewigen Stadt
Es war am 24. März 2017, als wir am Vorabend des 60. Jahrestages der Römischen Verträge in der dichtgefüllten Basilika der Zwölf Apostel im Zentrum von Rom, in Anwesenheit hochrangiger Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft, zu Beginn der von Miteinander für Europa organisierten Gebetsfeier, stehend, gemeinsam, dem Zitat der Präambel eines EU-Verfassungsvertrags lauschten. Ein starker, unvergesslicher Moment, eine Aufforderung: Europa, du musst als Kontinent, als Zivilisation, im Christentum wieder zu dir finden.
Dialog und das Erreichen des Friedens
Und Rom ist treu. Jedes Jahr rund um den 9. Mai, dem Europatag, versammeln sich in der italienischen Hauptstadt Christen aus verschiedenen Kirchen, um zu beten und Hoffnung für die Zukunft des Kontinents zu bezeugen und weiterzugeben. Miteinander für Europa stand in diesem Jahr unter dem Motto „Dialog: eine Kultur der Begegnung, um Frieden zu schaffen“. An der Ernsthaftigkeit des Engagements kam kein Zweifel auf: die Rumänisch-Orthodoxe und die Griechisch-Orthodoxe Kirche, der Bund der Evangelischen Kirchen in Italien, die Anglikanische Kirche, Methodisten, Pfingstkirchen, die Heilsarmee, verschiedene Bewegungen und Gemeinschaften… alle wollten mit ihrer Anwesenheit ein Zeichen setzen für den gemeinsamen, beharrlichen und unermüdlichen Wunsch: FRIEDEN.
Frieden – das Ergebnis einer beständigen „Handwerksarbeit“
„Es ist kein Zufall, dass die Europäische Union im Jahr 2013 den Friedensnobelpreis erhalten hat. Erinnern wir uns immer an dieses Mandat, das der Geschichte entspringt, das aber in politische Initiativen zugunsten des Friedens umgewandelt werden muss“, betonte in seiner Rede Botschafter Pasquale Ferrara, derzeitiger Generaldirektor für Politische und Sicherheitsfragen im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit.
Es folgten einige Zeugnisse der Versöhnung, die uns vor Augen führten, dass der Friede immer das Ergebnis einer treuen und beständigen „Handwerksarbeit“ sein wird. Gleichzeitig muss man den Blick auf den gesamten Erdkreis richten, um zu erkennen, dass „Frieden als Politik – so Ferrara weiter – keine abstrakt ethische Option ist, sondern viel konkreter, er ist eine praktische Notwendigkeit, wenn wir die Welt nicht in Schutt und Asche legen wollen, sei es durch einen Atomkrieg oder den Klimawandel“.
Gebet und Netzwerke in der christlichen Welt
Das abschließende ökumenische Gebet sah in seiner reichen Vielfalt ein kleines Volk vereint, das sich Dem zuwandte, der an diesem Tag durch sein Evangelium wiederholte: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch”. (Joh 14,27)
Am 24. März 2017 war auch der damalige Europaabgeordnete David Sassoli anwesend, der in einem Interview unterstrich: „In erster Linie müssen sich die Christen etwas mehr Gehör verschaffen, und es muss Netzwerke in der christlichen Welt geben, die anderen die Staffel weitergeben.”
Wir hoffen, dass unser Netzwerk ein kleines, aber kräftiges Echo auf diese Worte sein kann.
Ilona Toth
Die Veranstaltung wurde von der Vertretung der EU-Kommission in Italien gesponsert und war Teil der Initiativen von Insieme-per.eu (Gemeinschaft des Europäischen Parlaments).
Um den 1. Teil des Beitrags von Pasquale Ferrara zu lesen (Italienisch) hier klicken >>
Um den 2. Teil des Beitrags von Pasquale Ferrara zu lesen (Italienisch) hier klicken >>
Auch die Agentur SIR hat über den Event berichtet (Italienisch) >>
Um die Veranstaltung auf YouTube anzusehen (italienisch) hier klicken>>
Foto: Ala Laiba
von Diego Goller | 25 Mai 2023 | 2023 Europatag, News, Österreich
Europatag in Wien am 6. Mai 2023. Mehr als 100 Personen aus sechs mitteleuropäischen Ländern kamen zu einem Treffen von „Miteinander für Europa – Österreich“ im Schönstatt-Zentrum in Wien-Kahlenberg zusammen.
Unter dem Titel „Brücken der Hoffnung bauen“ berichteten zehn Referenten von ihren Erfahrungen als „Brückenbauer“. An diesem Tag wurde aus dem Traum Wirklichkeit, ein Tag der Ermutigung in einem oft demotivierenden Alltag.
In Innsbruck engagiert sich Gottfried Rießlegger für ein ökumenisches Miteinander zwischen einer katholischen und einer evangelischen Pfarrei, die je ein eigenes Kirchengebäude besitzt, und einer orthodoxen Pfarrei, ohne einen festen Bau. Die beiden Kirchengebäude sind 150 m voneinander entfernt, getrennt durch einen Zaun. Der Wunsch eines aufrichtigen „Miteinanders“ war eines Tages stärker als Ängste und Vorbehalte – zwei Drahtscheren, eine links, eine rechts – und schon war ein großes Loch im Zaun: Der Beginn einer segensreichen Bereicherung. Die orthodoxe Gemeinde hat ein „Umbauset“ in einer großen Truhe und jeden Sonntag nach dem katholischen Gottesdienst wird die Ikonostase vor dem Altar aufgebaut.
Aus Slowenien berichtete Marjeta Bobnar über die Früchte des Projektes „Summerjob“. Dieses Projekt knüpft Beziehungen zu bedürftigen Menschen durch materielle Hilfe und natürlich auch zwischen jungen Menschen aus verschiedenen Teilen Sloweniens.
In Ungarn baut Tibor Héjj mit Kleinbussen „Brücken“. Menschen mit Behinderungen werden Tag für Tag zu Arbeitsplätzen verschiedener Unternehmen gebracht, wo sie gemeinsam mit Menschen ohne Behinderungen arbeiten und leben.
Ebenfalls aus Ungarn kam der Chor „Vox mirabilis“, der den „Brückenbau“ zu einem greifbaren Erlebnis machte.
In der Tschechischen Republik sind Dagmar und Petr Peňáz Brückenbauer mit Leib und Seele. Sie bauen Brücken für Menschen mit speziellen Bedürfnissen; sie bauen Brücken zwischen Christen – zum Beispiel durch ökumenische Pilgerreisen nach Mähren – und Brücken zwischen den Nationen der ehemaligen Monarchie.
Der EU-Abgeordnete, Lukas Mandl, berichtete über Spannungen in seiner parlamentarischen Arbeit, weil er nicht mit allem einverstanden sein konnte. Als Christ habe er aber immer versucht, die Menschenwürde zu achten und die Freiheit der anderen zu respektieren. Die Zusammenarbeit erfordere sachliche Arbeit in den Ausschüssen, aber auch geistige Inspiration.
Eva und Erich Berger schenkten ihm eine 44-seitige Sammlung: kleine Geschichten von Brückenbauern; Geschichten aus dem täglichen Leben von Christen, die Mut und Hoffnung geben können.
An diesem 6. Mai 2023 hat Gott seinem Volk gezeigt, dass es imstande ist, Brücken zu bauen. Brücken, die auch von denen genutzt werden, die Gott nicht erkennen – das war wie eine Mut-Spritze.
Der Brückenbau muss weitergehen, konkret und dauerhaft. Auch am 7. Mai und an jedem Tag danach.
Zusammengestellt von Diego Goller
Zu einem ausführlicheren Bericht geht es hier>>
Foto: Christoph Fürböck
von Beatriz Lauenroth | 11 Mai 2023 | News
Miteinander für Europa beim Ökumenischen Jugendfestival in Timisoara, Rumänien, 1. – 7. Mai 2023
„Heute Abend hat sich ein Traum von mir erfüllt. Mit euch ist die Botschaft des Friedens nach Timisoara gekommen.“ Das sagte der römisch-katholische Bischof von Timisoara, József-Csaba Pál, zu den 300 Jugendlichen, die sich nach dem Konzert der internationalen Band Gen Verde am Abend des Ökumenischen Jugendfestivals in der Banatul-Philharmonie versammelt hatten. Rumänien, das in der Vergangenheit unter Diktatur und Kommunismus gelitten hat, empfängt in Timisoara mit offenem Herzen die Botschaft der christlichen Liebe als Antwort auf die Herausforderungen von heute.
„Walking all together in the light of Christ”
Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren waren aus ganz Rumänien und unter anderem aus Bulgarien, Russland, der Ukraine und Polen gekommen, um in Timisoara – im Jahr 2023 eine der Kulturhauptstädte Europas – zu feiern. Für die Woche vom 1. bis 7. Mai 2023 wählten die Jugendlichen den Titel „Walking all together in the light of Christ – alle gemeinsam unterwegs im Licht Christi.“ Einer der Höhepunkte des Festivals war die ökumenische Lichter-Prozession mit Kerzen, an der auch die Bürger von Timisoara teilnahmen. Sie führte zu vier Kirchen verschiedener Konfessionen (griechisch-katholisch, reformiert, orthodox und römisch-katholisch) im Zentrum von Timisoara. „Ich hätte nicht erwartet, dass die Kirche eine solch große Dimension hat“, sagte ein ukrainisch-orthodoxes Mädchen.
Workshop „Gott in der Stadt suchen“

Be the change… Sei du die Veränderung, die du um dich herum sehen willst! Dies war die Einladung an die Jugendlichen, die alle kulturellen und musikalischen Austauschmomente, kurze Vorträge und Diskussionen miteinander verband. Im Rahmen des offiziellen Festivalprogramms bot Miteinander für Europa (MfE) – in Absprache mit den einheimischen Jugendlichen – den Workshop an: „Gott in der Stadt suchen“. Es ging darum, wie man die säkulare Stadt in eine „Stadt Gottes“ verwandelt. Die Referenten vom Leitungskomitee MfE – Hans-Martin Samietz (Schönstatt-Bewegung) und Herbert Lauenroth (Fokolar-Bewegung) – schlugen verschiedene Ansätze vor, wie das Wort Gottes Veränderungen inspirieren und das Leben der Bürger auf spiritueller, sozialer, kultureller, intellektueller und politischer Ebene prägen kann. Die 100 jungen Teilnehmer des Workshops tauschten ihre Ideen aus, wie man die ideale Stadt bauen kann, z. B. durch mehr gegenseitiges Zuhören, gemeinsames Gebet und einer Kommunikation, die auf das Positive hinweist und deshalb – warum nicht? – die Idee, einen Film zu drehen, der die Stadt „so zeigt, wie ich sie mir erträume.“ Allen Teilnehmern gemeinsam war der sehnliche Wunsch nach Frieden, der im Herzen eines jeden beginnt.
Programm zum Herunterladen (Englisch)>>
Programm zum Herunterladen (Deutsch)>>
Treffen des Trägerkreises in Timisoara
Jetzt bereitet sich Miteinander für Europa auf das Treffen des Trägerkreises vom 16. bis 18. November 2023 in Timisoara vor. Die Stadt eignet sich für die Ziele von MfE aufgrund seiner ökumenischen und kulturellen Offenheit, die beim Ökumenischen Jugendfestival im Mai 2023 spürbar war.
Beatriz Lauenroth
Für weitere Informationen und Fotos: https://www.facebook.com
von Sr. Nicole Grochowina | 7 Mai 2023 | 2023 Europatag, News
Herzliche Einladung zum Europatag
10. Mai, 19:00 CET, per Zoom:
eine Stunde Begegnung und Gebet – and it’s all in English.
Gemeinschaften und Bewegungen in Timisoara haben Miteinander für Europa zum Trägerkreistreffen im November eingeladen. Zudem ist Timisoara 2023 Kultur-Hauptstadt Europas.
Und: Timisoara hat eine lange Geschichte von Einheit und Versöhnung mit all dem dazugehörigen Glück, aber auch mit den entsprechenden Herausforderungen.
Junge Menschen aus Timisoara, Niederlande, Deutschland, Italien, Portugal beten mit uns: eine Stunde – eine Begegnung.
Seid dabei!
Called to unity – living in diversity
Uhrzeit: 10.Mai 2023 07:00 PM Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien
https://fau.zoom.us/j/61128116535?pwd=V2d2VmdHNndhdFM0eXFYNUo1bHRwQT09
Meeting-ID: 611 2811 6535
Kenncode: 001766
Flyer zum Herunterladen>>
Sr. Nicole Grochowina
von TogetherforEurope | 30 März 2023 | News
Räume der Beziehung und des Dialogs in Europa schaffen; Zeugen der Gegenseitigkeit zwischen den Völkern und der Dynamik der Liebe sein, die im Evangelium verwurzelt ist. Den Weg abstecken zum Treffen im November 2023 in Timisoara (Rumänien) unter dem Titel „Called to unity“.
Europa, wie es heute aus der Sicht der christlichen Gemeinschaften ist und gelebt wird; die Herausforderung der vielen Polarisierungen, die Geißel des Krieges im Herzen des Kontinents. Viele Themen wurden behandelt beim 2-tägigen Treffen des Leitungskomitees von Miteinander für Europa (MfE) vom 22. bis 24. März in München.
Angesichts der enormen und vielfältigen kulturellen, sozialen und politischen Herausforderungen in Europa gehen die christlichen Gemeinschaften von MfE von den Grundsätzen der Gegenseitigkeit und des Dialogs aus, wie Herbert Lauenroth betonte. Er skizzierte den Weg, der in dieser „postsäkularen“ Zeit notwendig ist: „(…) Wir müssen gemeinsam die Grenzräume betreten, um mitten in der Welt Christus in unserer Mitte zu bezeugen.“ Er fährt fort und beschreibt die Notwendigkeit, in Europa Orte zu schaffen, an denen Konflikte als konstruktiv und sogar vereinigend aufgegriffen werden, wo die Begegnung zwischen den Menschen und mit Gott stattfindet; wo es möglich ist, jene Gegenseitigkeit zu finden, die Unterschiede nicht aufhebt, sondern sie befreit.
„Called to unity“: auf dem Weg nach Timisoara 2023
Timisoara (Rumänien) ist in diesem Jahr Kulturhauptstadt Europas, und der dortige römisch-katholische Bischof, Josef-Csaba Pal, hat MfE eingeladen, sein Zeugnis als Brückenbauer zwischen Christen verschiedener Kirchen einzubringen.
Nun startet die Arbeit am Programm für die Veranstaltung. Margaret Karram, die Präsidentin der Fokolar-Bewegung, schlug vor, die „Fragmente der Geschwisterlichkeit“, die es in der Stadt bereits gibt, sichtbar und für die Teilnehmer erlebbar zu machen. Eine Begegnung also mit dem, was Gruppen, Pfarreien und Vereine für die Stadt und für die am meisten Leidenden konkret tun. „Das Gebot der Stunde ist der Dialog, die Begegnung, das ‚Miteinander’“, schloss Margaret Karram. Und Jesús Morán, der Co-Präsident der Fokolar-Bewegung: „Auf diese Weise wird die MfE-Veranstaltung in Timisoara Samen der Hoffnung und einer Geschwisterlichkeit aussäen, die nicht nur europäisch, sondern universal ist.“
Die nächsten Termine
Vom 1. bis 7. Mai 2023, Timisoara (Rumänien) – „Walking together in the light of Christ – Miteinander unterwegs im Licht Christi“, ökumenisches Festival für junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren. Anmeldung ist noch möglich.
Infos und Anmeldung >>
Zur Teilnahme an StartNow, Konzert und Workshops mit der Musikgruppe Gen Verde >>
Vom 16. bis 18. November 2023, Timisoara (Rumänien) – „Called to unity – Together in Timisoara“, jährliche Veranstaltung des „Trägerkreises“ von Miteinander für Europa.
Stefania Tanesini und Beatriz Lauenroth
Foto: Stefania Tanesini, Cornelia K. Brand, Diego Goller
von TogetherforEurope | 30 März 2023 | 2023 Europatag, News
Mit dem „Vaterunser“ zum 9. Mai, dem Europatag
Der Weg umfasst 9 Tage des Gebets (eine Novene), um die Gegenwart des Heiligen Geistes auf unseren Kontinent herabzurufen.
Warum eine Novene? In den letzten vier Jahren hatten wir uns auf eine sechswöchige Gebetsreise begeben, um uns auf den 9. Mai vorzubereiten.
Für 2023 haben wir nun die Idee, ein neuntägiges Gebet zu gestalten. Die älteste Novene im Christentum sind die neun Tage zwischen Himmelfahrt und Pfingsten, als die Apostel zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, den Heiligen Geist empfingen.
Die Novene wurde gemeinsam von Sr. Lioba Ruprecht (Schönstatt) und Thomas Roemer (CVJM München) vorbereitet.
Lassen Sie uns in diesem Jahr in ganz Europa gemeinsam die Novene für unseren Kontinent und für alle Anliegen unseres Netzwerks beten!
Beatriz Lauenroth
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