von Beatriz Lauenroth | 24 Apr. 2026 | Erfahrungen, Denkansätze und Interviews, News
Vom 16. bis 18. April 2026 fand im Schönstatt-Zentrum auf dem Kahlenberg in Wien die jährliche Klausurtagung des Leitungskomitees statt. 26 Vertreter:innen von acht christlichen Bewegungen lebten Tage des Zuhörens und der Entscheidungsfindung, die von einem historischen Wendepunkt im internationalen Koordinationsprozess geprägt waren.
Ein Generationswechsel im Zeichen der Einheit
Zentraler Moment des Treffens war die Staffelübergabe durch einige langjährige Mitglieder des Komitees, die den Weg von MfE jahrzehntelang mit Engagement begleitet haben. Ihr bewegender Abschied ebnete den Weg für eine neue Phase, die auf dankbarer Erinnerung und Vertrauen gründet.
Den Wert dieses Dienstes hob Margaret Karram, Präsidentin der Fokolar-Bewegung, in einem Brief an die ausscheidenden Mitglieder hervor. Darin sprach sie ihnen ihre tiefe Dankbarkeit für ihren Beitrag zur Gestaltung der Identität und des Weges des Netzwerks aus.
Die Moderation übernimmt nun eine neue Gruppe, die aus drei Mitgliedern aus verschiedenen Kirchen und Bewegungen besteht. Ein konkretes Zeichen der Kontinuität und der Offenheit für neue Horizonte. In einem von Unsicherheiten geprägten europäischen Kontext bekräftigt MfE seine Mission, zu bezeugen, dass Einheit in der Vielfalt eine prophetische Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit ist.
Agenda und nächste Schritte
Im Laufe des Treffens wurden einige zukünftige Prioritäten abgesteckt, mit besonderem Augenmerk auf die Rolle der nationalen Komitees und die Einbindung junger Menschen. Zu den bereits im Kalender vermerkten Terminen gehören:
11.–13. Mai 2026 – Anlässlich des Europatags werden etwa 120 junge Menschen dem Europäischen Parlament einen „Pakt zwischen Generationen“ vorlegen, der aus den Erfahrungen in MfE hervorgegangen ist.
29.–31. Oktober 2026 – Jahrestreffen des Trägerkreises von Miteinander für Europa in Würzburg (Deutschland).
Ein Weg, der also weitergeht – im Bewusstsein, dass das gemeinsame Unterwegssein, bei dem die Gaben jedes Einzelnen wertgeschätzt werden, der richtige Weg ist, um ein geeinteres, solidarischeres und zukunftsorientiertes Europa aufzubauen.
Beatriz Lauenroth
Weitere Informationen sind in der Mitteilung vom 18. April 2026 zu finden >>
Foto: K. Oberegelsbacher / L. Taite
von Together for Europe | 23 Apr. 2026 | 2026 Europatag, Lokale Veranstaltungen, News
Tägliches Gebet auf dem Weg zum 9. Mai
Miteinander für Europa ist aus der Begegnung christlicher Gemeinschaften und Bewegungen entstanden. Trotz ihrer Verschiedenheit und der ihrer Kirchen spüren sie eine gemeinsame Aufgabe: die Geschwisterlichkeit als Berufung des Kontinents zu bezeugen. Diese Novene fügt sich bestens in diesen Weg ein. Es ist ein einfaches, gemeinsames Gebet, das uns Schritt für Schritt auf den 9. Mai, den Europatag, hinführt. Damit wollen wir gemeinsam den Kontinent Gott anvertrauen und unser starkes Engagement für Frieden, Einheit und Versöhnung erneuern. Der Text wurde von Sr. Nicole Grochowina und Matthias Buehlmann verfasst.
Die Form der Novene knüpft an die älteste christliche Tradition an und lädt dazu ein, innezuhalten und dem Wirken des Heiligen Geistes Raum zu geben. In einer Zeit, die von Zersplitterung und Konflikten geprägt ist, ruft sie zu einem neuen Aufbruch der Hoffnung für Europa auf.
Ein einziges Gebet – neun Perspektiven
Jeder Tag wird von derselben Anrufung geprägt: Wir bitten Gott um Augen, die sehen, Ohren, die hören, Herzen, die empfangen, Füße, die gehen, Hände, die wirken, und Münder, die die Hoffnung auf sein Reich verkünden. Dieses wiederholte Gebet wird zu einer Schule des Lebens und stellt jeden Tag einen konkreten Aspekt des christlichen Zeugnisses in den Mittelpunkt: den Blick, der die Schönheit erkennt, das aufrichtige Zuhören, das Herz, das offen ist für Veränderungen, den Weg auf den anderen zu, den Dienst der Hände, den Mut zur Verkündigung.
Einheit in Vielfalt – ein gemeinsamer Weg
Der rote Faden der Novene ist klar: Europa braucht eine Seele. Eine Seele, die vom Evangelium genährt wird und in der Lage ist, Einheit und Vielfalt, Erinnerung und Zukunft miteinander zu verbinden. Diese Novene zu beten bedeutet, sich persönlich miteinbeziehen zu lassen und das Gebet in alltägliche Entscheidungen und konkrete Taten umzusetzen.
Es geht nicht nur um einen Text zum Lesen, sondern um einen gemeinsamen Weg, der das „Ja“ zum neuen Gebot Jesu erneuert: einander zu lieben. Aus dieser Liebe entsteht eine glaubwürdige Hoffnung, die Europa wieder ein Gesicht und eine Seele geben kann.
GEBETSNOVENE HERUNTERLADEN >>
von Together for Europe | 10 Apr. 2026 | News
Christus ist auferstanden, der Friede sei unter allen!
In dieser Osterzeit veröffentlichen wir einen eindringlichen Appell mit der Anregung an alle Christen, sich im Gebet für das Geschenk des Friedens zu vereinen!
Den Aufruf zum Frieden herunterladen >>
Dieser Aufruf wurde von der Gruppe „Pasqua Together“ verfasst, die wir als Netzwerk Miteinander für Europa unterstützen.
Dies ist auch eine Gelegenheit, unseren orthodoxen Freunden, die am 12. April Ostern feiern, ein gesegnetes Fest der Auferstehung des Herrn zu wünschen.
von Klaus Henning | 12 März 2026 | Erfahrungen, Denkansätze und Interviews, Lokale Veranstaltungen, News
Aachen – Ein Symbol europäischer Geschichte
Aachen, eine Stadt mit tiefer europäischer Seele, bot den idealen Rahmen. Beim Rundgang durch den Dom und die Altstadt wurden die Schichten der Geschichte spürbar – vom Erbe Karls des Großen bis hin zu den Narben des Zweiten Weltkriegs in der Euregio. Inmitten dieser historischen Kulisse erlebten wir uns selbst als „Europa im Kleinen“: Eine bunte Vielfalt aus Südlimburg, Flandern, der Wallonie, der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und dem Rheinland. Ein besonderes Geschenk war die völlig ungeplante Begegnung mit Fadi Krikor (Treffen von Verantwortlichen) und seiner Frau Nicole direkt im Aachener Dom.
Fundamente des Friedens: Adenauer und de Gaulle
Ein Impuls von Klaus Henning erinnerte uns an die „Achse der Versöhnung“ zwischen Frankreich und Deutschland. Das Wirken von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle legte nach achtzig Jahren der Feindschaft und drei verheerenden Kriegen den Grundstein für ein friedliches Europa. Diese historische Versöhnung bleibt für uns ein zentraler Baustein und Auftrag für die Zukunft.
Einheit in der Vielfalt: Lobpreis und Fürbitte
Trotz unterschiedlicher Traditionen und Sprachen – Französisch, Niederländisch und Deutsch – einte uns die klare Ausrichtung auf Jesus Christus. Die gemeinsame Zeit des Lobpreises war von dieser Mitte geprägt. Gleichzeitig trugen wir die Not der Welt im Gebet mit, besonders die Menschen in den Kriegsgebieten im Iran, in Israel und der Ukraine. Mit unseren Segenswünschen und Gebeten im Gepäck brachen Jeff und Romkje Fontaine (Schuman Centre) direkt am Folgetag in die Ukraine auf.
Ein Tag, der Hoffnung schenkt
Die herzliche Gastfreundschaft im Hause Henning schuf einen Raum voller Wertschätzung und geschwisterlicher Liebe. Die Resonanz der Teilnehmenden spricht für sich: „Es war eine wunderbare und tiefe Erfahrung von Hoffnung!“ Eine weitere Stimme fasste das Erlebte so zusammen: „Es hat mir große innerliche Freude bereitet, als Familie zusammen zu sein. Beten wir weiter füreinander und bitten wir Gott um die Gnade, dass Frieden in die Welt zurückkehrt. Es war ein Tag mit vielen Sternen!“
von Klaus Henning
Foto: Klaus Henning
von Alberto Lo Presti | 21 Jan. 2026 | Erfahrungen, Denkansätze und Interviews, Lokale Veranstaltungen, News
Ziel ist es, die Einheit unter den Christen in Europa zu bekunden, um sie für die Entwicklung der europäischen Politik im Sinne von Versöhnung und Frieden einzusetzen. In einem internationalen Kontext, der von Kriegen geprägt ist, spürt man das Bedürfnis, auf das Erbe christlicher Werte zurückzugreifen, um die Herausforderungen des Zusammenlebens zwischen den Völkern des Alten Kontinents zu meistern.
Diese Werte, diese Prinzipien sind in der christlichen Seele Europas verankert. „Reviving Europe: A Soul for Reconciliation“ lautet der Titel der Veranstaltung, die wir am 13. Mai von 10 bis 12 Uhr im Europäischen Parlament durchführen werden. Das Programm sieht einen Erfahrungsaustausch unter jungen Menschen vor, einen Dialog zwischen Vertreterinnen und Vertretern der politischen Kräfte zum Thema der internationalen Ordnung sowie Beiträge von Expertinnen und Experten zu zentralen Fragen des kontinentalen und globalen Gleichgewichts.
An den Tagen davor, am 11. und 12., sind Führungen durch die Institutionen der Europäischen Union und Arbeitssitzungen zwischen den Jugendlichen und Experten für europäische Politik geplant.
Zur angemessenen Vorbereitung auf diese Veranstaltung hat Miteinander für Europa eine Reihe von vier einführenden Online-Treffen geplant, an denen alle teilnehmen, die die Erfahrung in Brüssel machen werden. Diese Treffen dienen dem gegenseitigen Kennenlernen, stärken das Bewusstsein für die europäische Bürgerschaft, basierend auf ihren kulturellen und institutionellen Grundlagen, und beleuchten die Berufung von Miteinander für Europa in der heutigen Welt.
Der Zeitplan für diese Vorbereitungstreffen:
- Freitag, 16. Januar, 18.30 – 20.00 Uhr
- Freitag, 6. Februar, 18.30 – 20.00 Uhr
- Freitag, 13. März, 18.30 – 20.00 Uhr
- Donnerstag, 9. April, 18.30 – 20.00 Uhr
Wer an den Online-Treffen teilnehmen möchte, kann sich über admin@together4europe.org anmelden.
Alberto Lo Presti
Foto: K.Brand/Canva
von Marjana e Pavel Snoj | 16 Dez. 2025 | Erfahrungen, Denkansätze und Interviews, Lokale Veranstaltungen, News
Nie dagewesene nationale Einheit
Die Vorbereitung auf die Abstimmung führte zu einer Einheit, wie sie in der 35-jährigen Geschichte des unabhängigen Sloweniens noch nie zuvor gesehen wurde. Es gelang der Referendumskampagne, die traditionellen politischen Spaltungen zwischen Links und Rechts zu überwinden und den Fokus auf Respekt, Wert und Kultur des Lebens zu legen. Zum ersten Mal kamen alle christlichen Konfessionen (Katholiken, Evangelikale, serbisch-orthodoxe und mazedonisch-orthodoxe Christen), alle wichtigen slowenischen Bewegungen und Gemeinschaften sowie Muslime zusammen, um eine gemeinsame Botschaft gegen das Gesetz zu verfassen. Hauptakteure der Kampagne waren Laien, unterstützt von Ärzten, Rechtsanwälten, Psychologen und einer breiten Beteiligung junger Menschen.
Die Kampagne und die Debatte
Die Initiative begann im Januar 2024 mit dem Besuch von Alex Schadenberg, einem kanadischen Pionier des Aktivismus gegen Sterbehilfe, der die Tücken der Gesetzgebung aufzeigte. Die Kampagne war flächendeckend und umfasste mehr als 100 Treffen, Konferenzen und Podiumsdiskussionen im ganzen Land, oft mit drei bis vier bedeutenden Veranstaltungen pro Tag. Obwohl 85 % der wichtigsten Medien von Parteien kontrolliert wurden, die das Gesetz befürworteten, nutzten die Aktivisten intensiv soziale Netzwerke und den katholischen Rundfunk (der täglich Berichte gegen die Sterbehilfe sendete), um aufgezeichnete Erfahrungsberichte von Patienten, Behinderten, Ärzten und Krankenschwestern zu verbreiten. Darüber hinaus gaben alle großen Religionsgemeinschaften und medizinischen Organisationen Sloweniens gemeinsame Erklärungen gegen die Sterbehilfe ab und stärkten damit die Front der „NEIN“-Stimmen
Die Kraft des Glaubens und des Gebets
Ein entscheidendes Element der Initiative war eine starke geistliche Unterstützung. Die Religionsgemeinschaften organisierten mit Unterstützung der slowenischen Bischöfe eine Vielzahl von Aktivitäten: Gebetsmomente in allen Pfarreien, Novenen, Rosenkranz (selbst um 5 Uhr morgens im Radio), Fasten- und Gebetstage, auch seitens Mitglieder der muslimischen Gemeinschaft. Solidarität im Blick auf spirituelle Unterstützung kam auch aus Kroatien, Bosnien und anderen osteuropäischen Ländern.
Die Beteiligung übertraf das Quorum von 20 % der Wahlberechtigten. Der Erfolg des Referendums hat die Einheit der Christen gefestigt und gezeigt, dass der Kampf um den Wert des Lebens ein Anliegen ist, das die ganze Nation vereinen kann. Der Eindruck eines Teilnehmers: „Die Kultur des Lebens hat hier gewonnen.“
Und ist nicht das JA zum Leben – „wir verpflichten uns, seine unantastbare Würde in allen Phasen, von der Empfängnis bis zum natürlichen Ende, zu verteidigen“ – das erste der 7 JA, für die sich unser ökumenisches Netzwerk einsetzt?
Marjana e Pavel Snoj (MfE Slowenien)