Neue Horizonte nach Lund (Schweden)

von | Jan. 27, 2017

Ein gemeinsamer Gedenktag  „Es ist für mich eine große Freude heute hier zu sein und von den Werken des Heiligen Geistes Zeugnis zu geben, der zwischen den Jüngern Christi Einheit sät. Der Heilige Geist, wie es Martin Luther ausgedrückt hat, „beruft die ganze Christenheit auf Erden, sammelt, erleuchtet, heiliget und erhält in Jesus Christus im rechten, einigen […]

Ein gemeinsamer Gedenktag 

„Es ist für mich eine große Freude heute hier zu sein und von den Werken des Heiligen Geistes Zeugnis zu geben, der zwischen den Jüngern Christi Einheit sät. Der Heilige Geist, wie es Martin Luther ausgedrückt hat, „beruft die ganze Christenheit auf Erden, sammelt, erleuchtet, heiliget und erhält in Jesus Christus im rechten, einigen Glauben”. Heute, in Lund und in Malmö, erfahren wir das moderne Wunder des Heiligen Geistes, so wie es die Jünger in meiner Heimatstadt Jerusalem vor zweitausend Jahren erfahren haben. Heute, während wir uns versammeln um unserer Hoffnung auf Einheit Ausdruck zu geben, erinnern wir uns an das hohepriesterliche Gebet Christi: ”Alle sollen eins sein (…) damit die Welt glaubt” (Joh. 17,21).

Danken wir dem einen und dreifaltigen Gott, dass wir uns auf dem Weg vom Konflikt zur Gemeinschaft befinden. Der geschichtliche Tag heute vermittelt der ganzen Welt die Botschaft, dass eine mit Entschiedenheit gelebte Religiosität zu einer friedliche Versöhnung führen kann, anstatt noch mehr Konflikte in unserer bereits geplagten Welt  herbeizuführen. Wenn gläubige Menschen sich für Einheit und Versöhnung einsetzen, kann die Religion einen Wohlstand für die ganze Menschheit bewirken (…. )“.

Aus der Rede von Munib Younan, Präsident des Lutherischen Weltbundes, 31.10.2016

 

500 Jahre Reformation – ein gemeinsamer Gedenktag

Kurt Kardinal Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, erklärt in einem Artikel des Osservatore Romano (17.1.2017) die Bedeutung des lutherisch-katholischen Gedenkens der 500 Jahre Reformation

Koch erinnert in dem Artikel an das gemeinsame ökumenische Gebet von Papst Franziskus und dem Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Munib Younan, beim ökumenischen Reformationsgedenken am 31.10.2016 im schwedischen Lund.

Dieser historische Moment wurde jedoch nicht nur positiv bewertet. Koch erklärt deshalb, dass es  weder um ein „Abdriften des Katholizismus in den Protestantismus“ gehe, wie katholische Kritiker fürchteten, noch um einen „Verrat der Reformation“, wie protestantische Kritiker unterstellten. Im Zeitalter der Ökumene seien solche polemischen Töne früherer Zeiten überwunden.

Beide Seiten sollten das gemeinsame Gedenken zum Dialog nutzen, fordert Kardinal Koch auf. „Das Reformationsgedenken 2017 erinnert an 1517, die Zeit, in der es noch keine Spaltung zwischen dem Reformator Martin Luther und der katholischen Kirche gab“, so der Kardinal.  Martin Luther wollte keine neue Kirche gründen, sondern die Christenheit im Sinn des Evangeliums reformieren.  Das wurde u.a. durch politische Vorkommnisse verhindert. Heute – so Koch – müssten die Christen nach 500 Jahren Trennung  lernen, in Einheit zu leben. Das Gedenkjahr sei eine Einladung dazu, sich die ursprüngliche Sorge Martin Luthers wieder zu eigen zu machen.  Es solle von Buße für die Verletzungen der Vergangenheit, aber auch  von Dankbarkeit für 50 Jahre Dialog zwischen Katholiken und Lutheranern und Hoffnung für die Zukunft geprägt sein.

(Zusammenfassung von Beatriz Lauenroth)

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